Aus den Tiefen der rauen Nordsee nach Gossau

Faszinierende Einblicke in Meere, Seen und Flüsse sind am Wochenende beim Unterwasserfestival in Gossau zu erleben. Bereits morgen Samstag entführt Andi Peters die Besucher in seinem Live-Vortrag in eines der wrackreichsten Gewässer der Welt. Am Sonntag ist Hannes Keller zu Gast, der erste Mensch, der auf eine Tiefe von 300 Metern getaucht ist.

Rudolf Hirtl
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Andi Peters geht in der Nordsee auf Schatzsuche. (Bild: PD)

Andi Peters geht in der Nordsee auf Schatzsuche. (Bild: PD)

Unter der Wasseroberfläche offenbart sich eine völlig andere, in vielen Facetten faszinierende Welt. Insbesondere Reiseziele wie Australien, Seychellen, Malediven, Ägypten und Indonesien warten bei ihren bekanntesten Tauchspots mit Fotomotiven auf, die sonst nur in aufwendigen Naturdokumentationen zu sehen sind. Allerdings haben auch Europa und die Schweiz einiges zu bieten. Mit Andi Peters ist diesmal beim Unterwasserfestival in Gossau ein Special-Guest vor Ort, der in Tiefen vordringen, die normale Sporttaucher in der Regel nicht erreichen. Und dies erst noch in der unberechenbaren und rauen Nordsee. 

«Die Nordsee ist kein einfaches Tauchrevier»

Auf dem Meeresgrund der Deutschen Bucht liegen mehrere Tausend Wracks. Verstreut über die gesamte Nordsee dürften es gegen 50 000 sein. Die Schiffe ausfindig zu machen ist nicht leicht, doch der Aufwand lohnt sich mitunter: Einige hatten auf der Fahrt über das Meer wertvolle Fracht mit an Bord, darunter Gold, Silber, Rohstoffe oder Maschinenteile. Deshalb wagen sich Andi Peters und sein Team bei starker Strömung und schlechter Sicht mit moderner Ausrüstung in die Tiefen des Ozeans vor. Bei seinem Live-Vortrag (Samstag, 2. November, 19.30 Uhr) sind die Besucher im Fürstenlandsaal bei den Tauchgängen der Crew hautnah mit dabei.

Zweisamkeit unter dem Meeresspiegel. (Bild: Orlando Grand)

Zweisamkeit unter dem Meeresspiegel. (Bild: Orlando Grand)

Die Nordsee ist das Revier von Andi Peters und er lebt dafür, ihre Geheimnisse zu lüften.

Am Sonntag, 3. November, ab 10 Uhr, präsentieren 20 Fotografinnen und Fotografen und Filmer Einblicke aus der Welt unter Wasser. Alle Fotografen und Filmer sind vor Ort und beantworten Fragen der Besucher. Als Spezialgast ist dieses Jahr den Tauchpionier Hannes Keller vor Ort.

Als erster Mensch in 300 Metern Tiefe getaucht

Schlagartig weltberühmt wurde er 1962, als er vor der Insel Santa Catalina einen Tauchrekord aufstellte, der zehn Jahre hielt. Der Tauchgang in 300 Metern Tiefe gelang ihm, weil er ein neues Gasgemisch entwickelt hatte. Wieso der Rekord für zwei seiner Begleiter fatal endete, wird Hannes Keller in zwei moderierten Gesprächen erzählen.

Tieftauchpionier Hannes Keller. (Bild: PD)

Tieftauchpionier Hannes Keller. (Bild: PD)

Für leidenschaftliche UW-Fotografen und -Filmer bieten die Organisatoren des Festivals, OK-Präsident Orlando Grand und Tino Dietsche, einen Workshop mit Sabrina Inderbitzi an. Sie zeigt, wie mit wenig viel erreicht werden kann,  von der Vorbereitung bis zum Schnitt.

www.unterwasserfestival.ch