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Augmented Reality: Im Güterbahnhof St.Gallen kann man digitales Völkerball spielen

Am Güterbahnhof soll ein Kompetenz-Zentrum für E-Sport entstehen. Schon jetzt kann man dort das japanische Spiel «Hado» ausprobieren. Am St.Galler Fest treten die besten Gamer gegeneinander an.
Roger Berhalter
Die Spieler sind echt, der Ball fliegt aber nur auf dem Bildschirm: Das E-Sport-Zimmer von Epikk auf dem Güterbahnhof-Areal. (Bild: Adriana Ortíz Cardozo)

Die Spieler sind echt, der Ball fliegt aber nur auf dem Bildschirm: Das E-Sport-Zimmer von Epikk auf dem Güterbahnhof-Areal. (Bild: Adriana Ortíz Cardozo)

Der lila Ball schiesst in Richtung des Gegners und trifft die Blume vor dessen Körper; der Angriff ist geglückt. Ein weiterer Schuss folgt, doch diesmal zieht der Gegner blitzschnell ein Schutzschild hoch. Der Ball prallt daran ab, der Angriff ist abgewehrt, der Kampf geht weiter.

«Hado» ist schnell, actiongeladen und schweisstreibend. Man könnte das japanische Spiel als digitalen Völkerball bezeichnen. Es geht darum, den Gegner mit einem Ball abzuschiessen und den gegnerischen Bällen auszuweichen. Das Spielfeld und die menschlichen Spieler sind echt, der Ball und die Schutzschilde aber sieht man nur, wenn man eine spezielle Brille aufsetzt. Diese überlagert den Blick auf die Welt mit digitalen Elementen, auf diese Weise vermischt sich die Realität mit der virtuellen Spielumgebung.

Augmented Reality heisst die Technologie, die dank des Spiels «Pokémon Go» bekanntgeworden ist. Dort ging es darum, virtuelle Fantasiewesen im Alltag einzufangen. «Hado» hingegen ist ein elektronischer Sport aus Asien, den man seit neustem auch in St.Gallen spielen kann.

Treffpunkt für Nerds und besorgte Eltern

«Man muss bei diesem Spiel aktiv sein und sich bewegen», sagt Remo Bügler. Der 28-Jährige ist Geschäftsführer der St.Galler Designagentur «Form 36», die mit der Marke Epikk auch in der E-Sport-Szene aktiv ist. Schon jetzt ist ein eigenes Gaming-Team unter Vertrag, das weltweit an Wettkämpfen teilnimmt. Nun kommt mit «Hado» ein weiteres Spiel hinzu; Epikk hat für die Schweiz die Lizenz für das virtuelle Völkerballspiel erworben. «Wir möchten den E-Sport sichtbarer machen», sagt Bügler, der das Projekt zusammen mit seinem Kollegen Wilko Nuber betreut.

Sensor am Arm, Brille auf dem Kopf: Remo Bügler (links) und Wilko Nuber von Epikk. (Bild: Adriana Ortíz Cardozo)

Sensor am Arm, Brille auf dem Kopf: Remo Bügler (links) und Wilko Nuber von Epikk. (Bild: Adriana Ortíz Cardozo)

Im Lattichbau im Güterbahnhofareal haben die beiden ein Holzmodul gemietet und es in eine digitale Sport-Arena verwandelt. Lichterketten am Boden und Tücher an den Wänden markieren das Spielfeld. Die Spieler tragen an der Hand einen Bewegungssensor mit Bildschirm, auf dem Kopf eine Brille mit einem handelsüblichen iPhone.

Offiziell heisst das spezielle Spielzimmer im Güterbahnhofareal «Digital Sports Dojo». Es soll zum Treffpunkt werden, später sogar zum Kompetenzzentrum für E-Sport. Nerds, die sich austauschen wollen, sind hier genauso willkommen wie Laien, die einmal digitale Sportluft schnuppern möchten. Oder Eltern, die zum Thema Gaming vor allem Fragen haben. Bügler:

«Wir wollen eine Anlaufstelle sein. Früher oder später kommt man um E-Sport nicht mehr herum.»

Der 28-Jährige ist in der Szene sehr aktiv, arbeitet beispielsweise mit der städtischen Standortförderung zusammen und hat auch beim «Digital Sports Hub Switzerland» (siehe Infobox unten am Text) seine Finger im Spiel. Das Projekt «Hado» laufe aber selbstständig und ohne Unterstützung der Standortförderung.

Die digitale Sportarena im Lattichbau ist ab übermorgen jeweils am Mittwochnachmittag geöffnet. Später allenfalls bis zu dreimal pro Woche, so genau ist das noch nicht definiert. Die E-Sport-Szene ist noch jung und wandelt sich ständig. Bügler und Nuber von Epikk passen ihre Konzepte deshalb laufend an und bauen neue Ideen ein. Die Flyer, die ausgedruckt auf dem Stehtisch liegen, sind schon jetzt nicht mehr aktuell.

Freiluft-Arena mit Sportkommentator

Das «Digital Sports Dojo» im Güterbahnhofareal steht allen Interessierten offen und ist auch für Privatanlässe buchbar. Geplant ist weiter ein Regionalturnier, das «Hado Masters St. Gallen». Remo Bügler stellt sich das als Firmenwettkampf vor. Für das St. Galler Fest hat er schon eine Freiluft-Arena organisiert und einen E-Sportmoderator aufgeboten. Dort werden die besten Teams der Region gegeneinander antreten.

Digital Sports Hub

Die Stadt und Region St.Gallen soll zum Knotenpunkt für elektronischen Sport in der Schweiz werden, zum «Digital Sports Hub Switzerland». Dieses Ziel hat die städtische Standortförderung gemeinsam mit privaten IT-Partnern ins Auge gefasst, um insbesondere auch Fachkräfte aus dem IT-Bereich anzulocken. Geplant sind Gaming-Wettkämpfe, aber auch Fachtagungen, Kongresse und Turniere.


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