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Aufs Velo statt in die Badi: Nicoló de Lisi verzichtet für den Traum Radprofi auf Fussball und Freibad

Nicoló de Lisi Aus Gossau verteidigt als erst dritter Fahrer den Schweizer Meistertitel auf der Bahn. Nach einer durchzogenen vergangenen Saison gibt ihm dieser Erfolg Auftrieb für kommende Rennen.
Sarah Fäh
Nicoló de Lisi mit seinem letztjährigen Bahnrad in Gossau, wo er wohnt und trainiert. (Bild: Michel Canonica)

Nicoló de Lisi mit seinem letztjährigen Bahnrad in Gossau, wo er wohnt und trainiert. (Bild: Michel Canonica)

Vor zwei Wochen hat er auf der Bahn den Schweizer Meistertitel in der Kategorie U19 Omnium verteidigt und wurde über den Kilometer bei der Elite Vizemeister. Vergangenen Mittwoch erreichte er den sechsten Platz bei der Schweizer Meisterschaft im Zeitfahren.

Am Samstag misst er sich ebenfalls auf nationaler Ebene mit der Konkurrenz der Strasse, bevor in zwei Wochen die EM auf der Bahn ansteht. Im August und September folgen dann die EM und WM auf der Strasse und die WM auf der Bahn. Die Terminliste von Nicoló de Lisi ist voll. Es bleibt kaum Zeit, sich zu erholen. Schnelle Regeneration ist daher das A und O. «Ich esse gut und schlafe viel», sagt de Lisi. Er trainiert derzeit kaum: Beine lockern, Ausfahren und Massagen stehen aktuell eher auf dem Tagesplan de Lisis. Zeit für Anderes bleibt praktisch nicht:

«Radrennfahren ist ein Lebensstil.»

Für seinen Traum Profisportler stellt de Lisi Aktivitäten wie Fussballspielen oder in die Badi gehen hinten an. Dort brauche er andere Muskeln als beim Radfahren. Unter der Saison könne er sich keine solch anderen Belastungen leisten, da er die Muskeln für die teilweise 140 km im Rennen brauche. Während dieser langen Distanzen ist Leiden normal. «Oftmals sehe und höre ich kaum noch etwas.» In solchen Situationen fährt er nur noch, denken kann er nicht mehr.

De Lisi fährt seit 2017 für das Team RMC Gossau. Dieses besteht aus drei Fahrern. «Das ist wenig, ja. In der Schweiz ist das aber leider normal», sagt de Lisi. Mit nur drei Fahrern ist es fast nicht möglich, im Rennen als Team zu fahren. Auf internationaler Ebene sei das spürbar.

De Lisi ist in Italien aufgewachsen und hat dort seine Radkarriere begonnen. In Italien sei es das andere Extrem. Schon sehr früh werden die jungen Fahrer in den Profisport aufgenommen. Meist sind sie dann für zwei, drei Jahre vorne dabei, bevor sie dann ganz weg sind. «Ein Mittelweg wäre das Ideale», sagt de Lisi.

Etappensieger der Tour de France als Trainer

Mit Rubens Bertogliati ist in dieser Saison ein Trainer an seiner Seite, der sich im Radsport auskennt. Den Etappensieger der Tour de France 2002 hat de Lisi bei einer Rundfahrt näher kennen gelernt. Die Zusammenarbeit zeigt schon nach kurzer Zeit Wirkung: «Die Resultate sind besser und die Formkurve zeigt nach oben», sagt de Lisi.

Erfolge sind für ihn sehr wichtig: «Ohne positive Erlebnisse kannst du diesen Sport nicht betreiben.» Egal, ob einer aus dem Team gewinne oder er: Siege brauche es. Ansonsten ist der Trainingsaufwand zu gross. De Lisi blickt auf eine schwierige Saison zurück:

«Wären dieses Jahr die Erfolge nicht gekommen, hätte ich mir schon Gedanken gemacht, aufzuhören.»

Trotz des Traums einer Profikarriere beginnt de Lisi diesen Sommer eine Ausbildung als Kaufmännischer Angestellter bei seinem Sponsor Andreas Schweiss. «Ich hoffe, dass ich meine Lehre ohne Probleme abschliessen kann.» Danach möchte er aber voll auf die Profischiene setzten.

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