Aufregung im St.Galler Quartier Linsebühl: Der Linderbrunnen war plötzlich verschwunden

Von einem Tag auf den anderen verschwand der Linderbrunnen an der Linsebühlstrasse. Da niemand den Grund dafür kannte, sei im Quartier ein «richtiger Tumult» ausgebrochen, sagt der ehemalige Präsident des Quartiervereins. Doch jetzt atmet das Linsebühl wieder auf.

David Gadze
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Der neue Trog des Linderbrunnens ist da, die Brunnenfigur kehrt spätestens bis zur Brunnenfasnacht am 21. Februar zurück.

Der neue Trog des Linderbrunnens ist da, die Brunnenfigur kehrt spätestens bis zur Brunnenfasnacht am 21. Februar zurück.

Bild: PD/Patrick Roth (16. Januar 2020)

Der Linderbrunnen an der Linsebühlstrasse gehört längst zum Quartierbild. Seit Februar 1993 plätschert der Brunnen, den der Quartierverein Südost seinerzeit zum Andenken an Johann Lindner erstellen liess, vor sich hin. Entsprechend gross war die Unruhe im Quartier, als am Dienstag die vom St. Galler Künstler Max Oertli geschaffene Brunnenfigur demontiert und am Mittwoch der Brunnentrog abtransportiert wurde.

Patrick Roth war von 2012 bis 2016 Präsident des Quartiervereins Südost.

Patrick Roth war von 2012 bis 2016 Präsident des Quartiervereins Südost.

Bild: Ralph Ribi (22. März 2016)

Es sei ein «richtiger Tumult» ausgebrochen, sagt Patrick Roth, ehemaliger Präsident des Quartiervereins Südost. An den Stammtischen des Quartier-Kiosks und des Restaurants Bauhof hätten sich bereits etliche Quartierbewohner gewundert und empört. Denn niemand habe Bescheid gewusst, warum der Brunnen plötzlich verschwunden sei.
Roth nahm sich der Sache persönlich an. Ein Anruf beim städtischen Brunnenmeister brachte schliesslich Klärung: Der Brunnentrog aus Sandstein sei schon längere Zeit undicht gewesen und müsse ersetzt werden, hiess es. Bereits am Donnerstagnachmittag wurde der neue Brunnentrog aus St. Margrether Sandstein – dasselbe Material wie bereits beim alten Trog – inklusive eingemeisselter Widmung an Johann Linder ins Linsebühl gebracht.

Die Brunnenfigur kehrt erst später zurück

Vorerst steht jedoch nur der Trog im Quartier. Derzeit werde die Brunnenfigur von Johann Linder, welcher als Kellner und Weltenbummler sowie in den 1950er-Jahren als Fasnächtler und Schnitzelbänkler zu einem legendären St. Galler Stadtoriginal wurde, in der Kunstgiesserei im Sittertobel auf Schäden geprüft, sagt Roth. Und der Brunnenmeister ersetze die «geheimnisvollen Leitungen» in der Figur, durch die spätestens an der Brunnenfasnacht vom 21. Februar zur Freude aller Fasnächtlerinnen und Fasnächtler Glühwein und Sirup in die Becher sprudeln wird.