Kommentar

Aufbruchstimmung auf der Brache: Die breite Allianz für die Arealentwicklung in St.Fiden ist ein gutes Zeichen – kritische Punkte sind aber noch nicht ausgeräumt

Der St.Galler Stadtrat strebt gemeinsam mit St.Galler Unternehmen eine Kooperation an. Die neu gegründete Gesellschaft fungiert als Auftraggeberin für eine zweite Machbarkeitsstudie zur Gleisüberdeckung in St.Fiden. Das geschlossene Auftreten lässt hoffen – es bleiben aber Fragen offen.

Luca Ghiselli
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Luca Ghiselli, Reporter Ressort Stadt St.Gallen.

Luca Ghiselli, Reporter Ressort Stadt St.Gallen.

Bild: Hanspeter Schiess

Es ist nur eine Machbarkeitsstudie, und doch könnte man meinen, es liege Pioniergeist in der Luft. Noch nie hat die Stadt bei einer Arealentwicklung so früh so intensiv mit der Privatwirtschaft und damit mit potenziellen zukünftigen Investoren zusammengearbeitet. Fast euphorisch wurde dieser Schritt bei der Präsentation der Pläne für die zweite Machbarkeitsstudie zur Gesamtüberdeckung in St.Fiden gefeiert.

Die Kooperation zwischen öffentlicher Hand und privaten Partnern ist bei solchen Mammutprojekten grundsätzlich wünschenswert. Je besser Immobilienfirmen und Wirtschaftsverbände von Anfang an mit der Politik zusammenarbeiten, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass am Schluss dieses Planungsmarathons auch tatsächlich ein Mehrwert für alle Beteiligten entsteht – ob nun mit Deckel oder ohne.

Dass St.Galler Verbände und Unternehmen gar den Löwenanteil der Kosten für die Studie tragen, ist in dieser Hinsicht ein starkes Signal. Man will den Leuchtturm in St.Fiden, die Aufbruchstimmung. Und man ist bereit, dafür in die eigene Tasche zu greifen.

Es spricht vor allem für die Lobbyarbeit der IG Wirtschaft St.Fiden, dass sich der Stadtrat trotz negativen Zweitmeinungen nach der ersten Studie dazu entschlossen hat, die Machbarkeit des Deckels über den Gleisen vertiefter zu prüfen. Die kritischen Punkte, die damals zutage traten, sind damit aber noch nicht aus der Welt geschafft. Ob aus der Leuchtturm-Vision dereinst auch ein echter Leuchtturm werden kann, wird sich also erst weisen.

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