Auf Wolfgang Giellas Baustellen wird eben nicht gebaut

Der Gossauer Stadtpräsident Wolfgang Giella gab in der Friedberg-Mensa einen Überblick über die Themen, die ihn seit Amtsantritt beschäftigen. Ganz vorne dabei ist der Verkehr.

Johannes Wey
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Der Gossauer Stadtpräsident Wolfgang Giella beim Stadtapéro vom Samstag. (Bild: Johannes Wey)

Der Gossauer Stadtpräsident Wolfgang Giella beim Stadtapéro vom Samstag. (Bild: Johannes Wey)

Es kann Wolfgang Giella nicht gefallen haben, was am Fest zur Präsentation der Gossauer Fasnachtszeitung «Drachentöter» über ihn zu hören war. Unsichtbar und weitgehend unbekannt sei der neue Stadtpräsident nach seinem Amtsantritt geblieben.

Am Stadtapéro vom Samstag schien es, als wollte er alle diese Frotzeleien widerlegen – inklusive der Feststellung, dass er nie eine Krawatte trage. Er nahm den oft gehörten Vorwurf auf, dass in Gossau zahlreiche Projekte nicht vom Fleck kämen. «Ich habe schon vor meinem Amtsantritt gewusst, dass vieles blockiert ist. Und ich habe angefangen, diese Blockaden zu lösen.»

In der Folge ging Giella auf vier grosse Baustellen der Stadt ein, wo eben nicht gebaut wird: Das Industriegebiet Sommerau, das neue Pflegezentrum, den Bushof und die Überbauung Poststrasse.

Giella gestand ein, dass das Pflegezentrum noch immer durch eine Einsprache blockiert sei. Ein weiteres Problem, eine «juristisch sehr komplexe Geschichte», die der Öffentlichkeit nicht bekannt sei, habe er hingegen lösen können. Was den Bushof betreffe, habe er sich zweimal mit dem Einsprecher getroffen und werde das noch ein weiteres Mal tun. Er hoffe, eine Einigung zu finden.

Der Verkehr beschäftigt Giella in mehrfach

Dann kam Giella zum Verkehr, dem Dauerbrenner in der Gossauer Politik. Damit hat sich der Stadtpräsident in den vergangenen neun Monaten in mehrfacher Hinsicht auseinandergesetzt. Zum einen arbeite die Stadt mit Regiobus an einem neuen Buslinienkonzept – die Busversorgung war im vergangenen Jahr wieder aufs Tapet gekommen, unter anderem durch einen Vorstoss im Parlament.

Zudem sei er dabei, Kontakte zu knüpfen, unter anderem zu den SBB. Mit einem ersten Bereichsleiter der Bahn werde er sich noch diesen Monat treffen, um gemeinsam den Bahnhof Gossau zu besichtigen.

Die Stadt Gossau habe auch gemeinsame Interessen mit der Stadt St.Gallen, insbesondere der Wunsch nach einer besser getakteten S-Bahn.

Ein weiterer lange gehegter Wunsch der Gossauer ist ein Autobahnanschluss im Osten. Diesbezüglich habe er Kontakt mit dem Herisauer Gemeindepräsidenten und dem Ausserrhoder Tiefbauamt gesucht. Dabei habe er erfahren, dass auf der anderen Seite der Kantonsgrenze an einer Studie gearbeitet werde, um die Voraussetzungen zu schaffen, dass der Zubringer Appenzellerland bei nächster Gelegenheit in den Netzbeschluss aufgenommen werden könnte.

Er wolle nun möglichst schnell Gleichgesinnte zu einer Gruppe zusammenbringen, um sich an dieser Studie zu beteiligen, sagte Giella. Die Zeit dränge. Denn wenn der Zubringer nicht 2020 in den Netzbeschluss aufgenommen werde, dann wäre die nächste Gelegenheit erst in vier Jahren.