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Auf den Gemüsefeldern herrscht Wassermangel

In der Region Rorschach ist in diesen Tagen die Luft brütend heiss und die Böden sind trocken. Von Regen weit und breit keine Spur. Für vier Gemüsebauern aus der Region hat das warme Wetter aber nicht nur negative Folgen.
Rossella Blattmann
Der Unteregger Guido Buob auf seinem staubtrockenen Salatfeld. Bewässern wird er es dennoch nicht, da bald Regen angesagt ist. (Bild: Rudolf Hirtl)

Der Unteregger Guido Buob auf seinem staubtrockenen Salatfeld. Bewässern wird er es dennoch nicht, da bald Regen angesagt ist. (Bild: Rudolf Hirtl)

Die Sonne scheint. Im Bodensee baden, die warme Jahreszeit geniessen, die Hirnzellen nicht zu sehr anstrengen. Während die meisten Menschen in der Region Rorschach nichts am strahlenden Sommerwetter auszusetzen haben, kann dies bei den Gemüsebauern anders aussehen.

Jetzt zeigt sich: Das warme Wetter hat für vier Landwirte in Goldach, Rheineck und Untereggen sowohl positive als auch negative Aspekte. Je nach Standort haben sie bereits erste Massnahmen ergriffen.

Abkühlung mit Kalk

Filipp Fässler ist Gemüsebauer in Goldach. Um sicherzustellen, dass die Temperatur in seinen Gewächshäusern nicht zu hoch steigt, hat er bereits im April auf die drohende Hitze reagiert. «Wir haben Kalk und Wasser in die Spritzpumpe gefüllt, und diese Mischung auf die Glas- und Foliendächer der Gewächshäuser gesprüht», sagt Fässler.

Die Kalkmischung sorge dafür, dass in den Gewächshäusern weniger Wasser verdunste. «Auf diese Weise wächst das Gemüse in den Gewächshäusern besser.» Die weisse Farbe der Kalkflüssigkeit reflektiere die Sonnenstrahlen, was dazu führe, dass die Temperatur nicht zu hoch steige. «Kalk ist günstig und löst sich schnell in Wasser auf, und es ist auch umweltfreundlich.»

Sonne lockt rote Spinnmilben hervor

«Seit dem Jahrhundertsommer 2003 wird es immer trockener und wärmer. Ich denke, dass dieser Trend in Zukunft beschleunigt wird», sagt Fässler. Die Bauern müssten deshalb ihre Bewässerungssysteme denen im Mittelmeerraum anpassen. «Überall wo es heiss und trocken ist, setzten Gemüsebauern zur Bewässerung in den Gewächshäusern und auf den Feldern Tropfsysteme ein.» So könnten die Landwirte den Wasserverbrauch stark reduzieren.

«Wegen des warmen Wetters sind vor allem meine Gurken und Peperoni stärker mit roten Spinnmilben befallen und der Lauch draussen mit Thripsen», sagt Fässler. Diese Schädlinge zerstören das Gemüse. «Stark befallene Gurken entfernen wir. Danach versuchen wir, den restlichen Bestand mit einer Pflanzenschutzspritzung zu stabilisieren.» Die gute Seite des trockenen Wetters sei, dass das Gemüse weniger von Fäulnis und Pilzkrankheiten befallen werde.

Viel Gemüse, tiefe Preise

Bei Bernhard Risch in Rheineck sind die Böden besonders trocken. «Wassermangel ist bei uns im Rheintal ein grosses Problem», sagt Risch. Dennoch übersteigt auf Rischs Gemüsefeldern das Angebot die Nachfrage. «Dadurch sinken die Preise», sagt er. Der Überschuss sei aber nicht so gross, dass er, im Gegensatz zu Gemüsebauern in anderen Regionen, Gemüse wegwerfen müsse. Als Bauer müsse er mit Wetterkapriolen rechnen. Er habe keinen Einfluss darauf, ob es regne oder die Sonne scheine. «Das Wetter macht der liebe Gott», sagt er.

Auch Willi Troxler vom Schlossguet in Untereggen betont, dass das Wetter nun mal nicht voraussehbar sei. Auf das warme und trockene Wetter in der Region angesprochen, sagt er: «Trockenheit gibt es immer wieder, damit muss man in der Landwirtschaft rechnen.» Auch Troxler ist erleichtert, dass aufgrund des tiefen Niederschlags Fäulnis und Pilzkrankheiten ausbleiben. «Es ist einfach, einen trockenen Boden zu wässern, damit das Gemüse gut wächst», sagt Troxler. Hingegen sei es nicht möglich, einen nassen Boden zu entwässern, um Pilzbefall und Fäulnis zu vermeiden.

Wenig Regen, wenig Schnecken

Guido Buob pflanzt wie Troxler in Untereggen Gemüse an. «Kein Regen bedeutet nicht nur wenig Pilzbefall, sondern auch wenig Schnecken, die meinen Salat und mein Gemüse befallen», sagt Buob. Das sei ein positiver Aspekt, dass es in der Bodenseeregion momentan so heiss und trocken sei. «Salat wächst gerade extrem schnell». Es sei normal, dass Gemüsebauern in Zeiten wie diesen einen Überschuss an Produkten wegwerfen müssen.

Wie «20 Minuten» berichtete, habe ein Bauer im Kanton Luzern zehn Tonnen Zucchetti entsorgen müssen. Darauf angesprochen, muss der Unteregger Buob schmunzeln.

"Zucchetti und Gurken wachsen nun mal wie verrückt."

Buob sagt: «Stellen Sie sich vor, 30 Prozent der Leute, sind in den Sommerferien. Das heisst, 30 Prozent weniger Menschen kaufen oder essen Zucchetti.» So sei es nicht verwunderlich, dass es zu Vernichtung von Überschuss komme.

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