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St. Galler Cricketteam ist auf dem Weg an die Spitze

Der St. Gallen Cricket Club steht erneut im Halbfinal der nationalen Meisterschaft. Nur vier Jahre nach der Gründung will der Club in den Final, der am 7. Oktober auf dem Gründenmoos stattfindet. Doch im Verein geht es nicht nur um den sportlichen Erfolg, auch der gesellschaftliche Aspekt nimmt eine grosse Rolle ein.
Ives Bruggmann
Schon im vergangenen Jahr stiess St. Gallen bis in den Halbfinal vor. (Bild: Urs Bucher, St. Gallen, 28. August 2017)

Schon im vergangenen Jahr stiess St. Gallen bis in den Halbfinal vor. (Bild: Urs Bucher, St. Gallen, 28. August 2017)

Über eine Milliarde Menschen auf der ganzen Welt schauten zu, als an der Cricket-WM 2015 Indien und Pakistan gegeneinander spielten. Die Begeisterung für Cricket kennt in Grossbritannien und seinen ehemaligen Kolonien keine Grenzen. Im Rest der Welt, wie auch hierzulande, fristet der Sport ein Schattendasein. Es gibt kaum einen Schweizer, der die Sportart versteht, geschweige denn, diese regelmässig ausübt.

Diesen Umstand will der St. Gallen Cricket Club ändern. Zwar sind Spieler aus Pakistan, Indien, Sri Lanka, Jamaika oder Afghanistan im 2014 gegründeten Verein aktiv, ein Schweizer war aber noch nie dabei. «Die Schweizer kennen die Sportart schlicht nicht», sagt Nasir Mahmood, einer der Gründer des Clubs. Bei ihnen in Pakistan würden sie mit der Sportart aufwachsen. «Wie die Schweizer mit dem Fussball oder dem Skifahren», sagt Mahmood. Der Pakistani ist überzeugt, dass die Schweizer mit ihren Eigenschaften prädestiniert wären, um im Cricket erfolgreich zu sein. «Das Spiel erfordert Geduld und Strategie.» Nicht umsonst heisst es, dass sich Cricket zu 60 Prozent im Kopf abspielt, mit den restlichen 40 Prozent wird die sportliche Leistung erbracht.

Schnell den Respekt erspielt

In seiner Anfangszeit in der Schweiz wunderte sich Mahmood, dass er bis nach Winterthur fahren musste, um in einem Verein Cricket spielen zu können. 2014 gründete er dann mit dem heutigen Präsidenten Falak Sher und einem weiteren Mitglied den St. Gallen Cricket Club. Von Anfang an gab es viele Herausforderungen zu meistern für die St. Galler. Nur schon die Suche nach einem geeigneten Trainingsplatz gestaltet sich bis heute schwierig, denn für den harten Cricketball braucht es eine harte Unterlage. Derzeit trainiert der Club auf dem Hartplatz des Othmarschulhauses in Gossau. «Dafür sind wir der Stadt sehr dankbar», sagt Mahmood. In der Schweizer Cricketszene haben sich Mahmood, der als Captain die wichtigste Rolle auf dem Spielfeld einnimmt, und seine Kameraden innert weniger Jahre den uneingeschränkten Respekt erspielt. «Die Gegner wissen, dass wir stark sind. Wir haben mit viel Einsatz aus dem Nichts zum Erfolg gefunden.» In dieser Saison stehen die St. Galler in der Schweizer Meisterschaft im Halbfinal. Genauso wie im Vorjahr. Im Vergleich zu damals soll nun der Final erreicht werden. «Wir haben dank der Stadt die Ehre, den Final auf dem Gründenmoos auszutragen», sagt Mahmood. Als Ausrichter liegt es am St. Galler Verein, den mobilen Holzboden aufzubauen und das Spielfeld herzurichten. «Es wäre schmerzhaft, wenn wir dies für ein anderes Team machen müssten, deswegen sind wir motiviert, den Final auch selbst zu erreichen», sagt Mahmood.

Fixes Cricketspielfeld als mittelfristiges Ziel

Der Verein hofft, dass er durch Erfolge auch die Aufmerksamkeit der Schweizer auf sich ziehen kann. «Gerne würden wir auch ihnen die Sportart näherbringen.» Des Weiteren hoffen die St. Galler, dass sie dereinst auf einem fixen Trainingsplatz üben können. Aber auch so sind Mahmood und Sher zufrieden, was sie in den vier Vereinsjahren neben den sportlichen Erfolgen geschafft haben. «Wir bieten vielen Leuten eine Art Zuhause. Durch den Verein finden viele Menschen, auch Flüchtlinge, Anschluss in der Gesellschaft.»

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