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Binäre Uhr ist weiter defekt: Sind nun die Tauben schuld?

Die binäre Uhr am St. Galler Bahnhof funktioniert noch immer nicht. Die kritischen Stimmen werden deshalb immer lauter, während die Stadt weiter nach der Ursache sucht. Nun äussert sich der Künstler.
Christoph Renn
Die binäre Uhr am Bahnhof lief auch gestern falsch: Um 13.28 Uhr zeigte sie 7.16 Uhr. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die binäre Uhr am Bahnhof lief auch gestern falsch: Um 13.28 Uhr zeigte sie 7.16 Uhr. (Bild: Hanspeter Schiess)

«Abmontieren und gut ist», kommentiert eine Userin auf Facebook den jüngsten Ausfall der binären Uhr am St. Galler Bahnhof. Sie ist nur eine von vielen, die sich über die moderne Uhr aufregen, welche die Zeit falsch anzeigt. Nur eine Userin findet es schade, dass das Kunstwerk so empfindlich ist, denn schön sei es allemal. Hinter der Uhr steht der Künstler Norbert Möslang. Ihn belasten die vielen negativen Kommentare nicht. Im Gegenteil: «Immerhin zeigt die Diskussion, dass Interesse am Kunstwerk besteht.»

Wieso die Uhr seit ein paar Wochen nicht mehr richtig funktioniert, haben bisher weder Künstler noch Techniker herausgefunden. Aktuell fragen sich die Verantwortlichen, ob die kürzlich verlegten Kabel im Kubus die Antenne der Uhr stören könnten. Diese dienen dem Schutz vor Vögeln und wurden von der SBB angebracht. Denn diese Kabel stossen regelmässig elektrische Wellen aus. Ob diese elektrischen Stösse das Signal des Langwellensenders aus Frankfurt stört, mit dem die Uhr gesteuert wird, ist aber noch unklar.

Funksignal aus Frankfurt

Die binäre Uhr am St. Galler Bahnhof funktioniert nicht. Die Techniker vermuten die Ursache in der Antenne. Diese ist mit dem Zeitzeichensender DCF 77, einem Langwellensender in Mainflingen bei Frankfurt am Main, verbunden. Der Sender übermittelt die exakte Zeit und die binäre Uhr übernimmt diese. Die meisten funkgesteuerten Uhren im westlichen Europa werden mit der in Deutschland geltenden gesetzlichen Zeit versorgt. Das DCF 77-Signal aus Frankfurt kann – abhängig von der Tages- und Jahreszeit – bis zu einer Entfernung von etwa 2000 km empfangen werden. (red)

Das ist nicht der erste Erklärungsversuch. So sagte Stadtbaumeister Hansueli Rechsteiner nach dem ersten Ausfall der Uhr im September, dass es sich wohl um ein Hardware-Problem handele. Daraufhin wurde die Steuerung neu eingestellt, gebracht hat es nichts. Eine andere Ursache vermutete er im Elektrosmog der Fahrleitungen der Bahn oder der Trolleybusse.

Muss die Antenne gezügelt werden?

Die Techniker scheinen der Lösung näherzukommen. Sie gehen nach dem Ausschlussverfahren vor, heisst es bei der Baudirektion. Klar ist, dass die binäre Uhr aus drei Elementen besteht: aus den Signeten, einer internen Uhr und einer Antenne. Abklärungen hätten gezeigt, dass die Signete, also die Kreise, Kreuze und Kästchen, funktionieren. Auch die interne Uhr wurde von der Firma überprüft und sollte verlässlich laufen.

Deshalb vermuten die Techniker die Ursache in der Antenne, die ebenfalls am Kubus angebracht ist. Nun werde diese vorerst abgehängt. Das Kunstwerk laufe dann nur mit der internen Uhr. Dies funktioniere deshalb, weil die Antenne lediglich dazu diene, dass sich die interne Uhr in regelmässigen Abständen mit dem Signal aus Frankfurt synchronisiere. Wenn es an der Antenne liegt, dann würde man die Antenne zum Rathaus verlegen, wo der Empfang besser sein sollte.

Ob diese Massnahmen die binäre Uhr endgültig zum Laufen bringen, wird die Zeit weisen. «Die Leute werden es aber sicher merken, falls sie wieder spinnt, denn viele können sie mittlerweile gut lesen», sagt Möslang. Auch die Stadt kontrolliert die Anzeige weiter. Sie habe dafür extra eine Kamera montiert.

Ein Prozent der Kosten für ein künstlerisches Element

In den Kommentaren auf Facebook ärgern sich die User weniger darüber, dass die Uhr eine falsche Zeit anzeigt, sondern darüber, dass sie so viel kostet. Die laufenden Reparaturkosten seien eine Geldverschwendung. Jedoch sind diese Arbeiten ein Garantiefall und kosten die Stadt keinen Franken. Das Kunstwerk von Norbert Möslang hat 324000 Franken gekostet. Wie bei allen öffentlichen Bauten hat die Stadt ein Prozent der Gesamtkosten für ein künstlerisches Element ausgegeben. Im Falle der Neugestaltung des Bahnhofes für die binäre Uhr.

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