Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Für die Überdachung des Bahnhofs St.Fiden braucht es nochmals eine Studie - und ein Engagement der Wirtschaft

Bei der Frage, ob der Bahnhof St. Fiden überdacht werden soll, nimmt der Stadtrat die Wirtschaft in die Pflicht. Ohne neue Studie sei das Thema vom Tisch. Die Stadt will diese jedoch nicht alleine bezahlen.
David Gadze
Der Stadtrat lässt die Option, die Gleise am Bahnhof St.Fiden zu überdecken, weiter offen. (Bild: Ralph Ribi)

Der Stadtrat lässt die Option, die Gleise am Bahnhof St.Fiden zu überdecken, weiter offen. (Bild: Ralph Ribi)

Die Überdachung des Areals rund um den Bahnhof St. Fiden dürfte sich in diesem Jahr definitiv klären. Nachdem die Wirtschaft Region St.Gallen kürzlich vorgeschlagen hatte, zu diesem Zweck eine Projektgruppe ins Leben zu rufen, meldet sich nun auch die Stadt St. Gallen zu Wort: Der Stadtrat wolle «die Wirtschaft ins Boot holen», heisst es in einer Mitteilung. Anders gesagt: Er nimmt sie nun in die Pflicht.

Nach dem Abschluss der Testplanung für das Gebiet St. Fiden-Heiligkreuz hatte die Stadt im März 2018 entschieden, eine allfällige Gesamtüberdeckung des Bahnhofsareals fachlich zu prüfen. Die Studie belege, dass dies «technisch, wirtschaftlich und städtebaulich grundsätzlich machbar» sei, schreibt die Stadt.

Zweite Studie stellt Wirtschaftlichkeit in Frage

Um zusätzliche Informationen zu erhalten, erteilte die Stadtplanung im Januar drei weiteren Fachbüros den Auftrag, die Überdeckung bezüglich der Nachfrage und der Positionierung sowie der Kosten und der Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Das Resultat dieser zweiten Studie liest sich etwas anders: «Die Verfasser schätzen die Wirtschaftlichkeit kritisch ein und zeigen die hohen finanziellen, politischen und planerischen Risiken eines derartigen Grossvorhabens auf», heisst es in der Mitteilung. Die Zweitmeinungen bestätigten zwar, dass es sich um ein bedeutendes städtisches Entwicklungsgebiet mit grossem Nachfragepotenzial handle. Die wirtschaftliche Machbarkeit habe mit dieser groben Einschätzung jedoch nicht nachgewiesen werden können.

Eine Überdachung und Bebauung des ganzen Areals würde nach ersten Schätzungen etwa eine Milliarde Franken kosten, sagt Stadträtin Maria Pappa. Ein vergleichbares Projekt sei in der Schweiz bisher noch nicht realisiert worden. Andere Städte hätten solche Ideen aufgrund der fehlenden Wirtschaftlichkeit verworfen, etwa Zürich.

Stadtrat fordert klares Bekenntnis der Wirtschaft

Jetzt steht die Stadt am Scheideweg. Falls die Überdeckung des Areals rund um den Bahnhof St. Fiden weiterhin ein Thema bleiben soll, brauche es eine weitere Studie, welche die Machbarkeit vertiefe und so insbesondere die wirtschaftlichen Voraussetzungen prüfe, sagt Pappa. Nur: Die Stadt schätzt die Kosten für eine solche Studie auf rund eine Million Franken – zusätzlich zu den 1,5 Millionen, welche das Stadtparlament 2016 für die Testplanung bewilligt hat. Dieser Kredit sei nicht dafür vorgesehen.

Für den Stadtrat sei klar, dass die Stadt diesen Betrag nicht allein bezahlen werde, betont Maria Pappa. Im Gegenteil: «Wir erwarten von der Wirtschaft eine verbindliche und massgebliche Kostenbeteiligung.» Gleichzeitig sei klar, dass eine Überdachung ohne die vertiefende Machbarkeitsstudie vom Tisch sei – und zwar definitiv. Sie könne dann auch bei einer Überbauung des Areals rund um den Bahnhof nicht als Option für die Zukunft offengelassen werden. «Das Entwicklungspotenzial beidseits der Gleise ist auch ohne Überdachung sehr gross», sagt Pappa. Eine «grössere Brücke» über die Gleisanlagen, welche die beiden Stadtteile nördlich und südlich des Bahnhofs verbinden würde, sei aber vorgesehen.

In den kommenden Wochen will die Stadt mit den Wirtschaftsverbänden Gespräche führen. «Für den nächsten Schritt ist ein klares Bekenntnis der Wirtschaft erforderlich – und zwar auch in finanzieller Hinsicht.» Eine Entscheidung soll spätestens bis Ende Jahr fallen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.