Architekturarbeiten
Deshalb stehen seit einer Woche sechs Holzmodelle auf der St.Galler Kreuzbleiche

Flugzeug, Korb, Sitzgelegenheiten: Studierende der Ostschweizer Fachhochschule haben unter dem Motto «Räume für zwei» Holzarbeiten erschaffen. Die sechs Werke der angehenden Architektinnen und Architekten sind noch bis Ende Woche auf der Kreuzbleiche ausgestellt.

Faida Kazi
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Ein «Raum für zwei» auf der Kreuzbleiche: Ein Flugzeug stand Pate für diese studentische Arbeit.

Ein «Raum für zwei» auf der Kreuzbleiche: Ein Flugzeug stand Pate für diese studentische Arbeit.

Bild: Renato Schatz (St.Gallen, 28. September 2021)

Die sechs Holzarbeiten auf der Kreuzbleiche fallen ins Auge. Die Objekte sind bis zu zweieinhalb Meter hoch. Manche erinnern an Sitzgelegenheiten, eines an ein Flugzeug, ein anderes an einen grossen Korb. Die Arbeiten stehen momentan noch auf der Wiese der Kreuzbleiche. Ab nächsten Montag werden sie bei der Militärkantine einen neuen Standort für unbegrenzte Zeit finden. Erschaffen wurden sie von Studierenden der Architektur-Werkstatt St.Gallen der Ostschweizer Fachhochschule, in Kooperation mit dem Holzbauunternehmen Blumer Lehmann aus Gossau.

Die Architektur-Werkstatt startete, wie jedes Jahr seit der Einführung dieses Studienganges 2017, mit einer Projektwoche. Das Motto der diesjährigen Woche lautete «Raum für zwei».

Die Idee dahinter: Alle Studierenden des Bachelorstudiums setzen ein Projekt gemeinsam um. Die angehenden Architekten und Architektinnen sollen den Prozess, wie ein Werk entsteht, miteinander durchleben: von der grundlegenden Idee über die Planung bis hin zur Umsetzung. Was für einen «Raum für zwei» sie dabei entwerfen, bleibt ihnen überlassen.

Pröbeln mit Holzstäbchen

Die 86 Studierenden wurden in sechs Gruppen eingeteilt. Postkarten dienten als Inspiration für ihren «Raum für zwei». Die Gruppen bauten zuerst ein kleines Model im Massstab 1:10. Anschliessend digitalisierten sie die Modelle. Zum Schluss folgte die Umsetzung im Werk von Blumer Lehmann in Gossau. Katrin Albrecht, Professorin der Architektur-Werkstatt, sagt:

«Bei diesem Projekt können die Älteren wie auch die Jüngeren voneinander profitieren.»

Das Umsetzen erforderte Geduld und Flexibilität. Denn am Ende sollen die erzeugten Räume anschaulich und stabil sein.

Student Marc Schertenleib, fünftes Semester, und seine Gruppe haben ein Objekt gebaut, welches an den Rumpf eines Flugzeugs erinnert. Die verschiedenen Ebenen der Sitze spiegeln die Sitzanordnung in einem Flugzeug wieder. Die getrennten Eingänge symbolisieren die unterschiedlichen Aufgaben, die dem jeweiligen Sitz zugeordnet sind. Schertenleib sagt:

«Streit gab es keinen, trotzdem wurde in der Gruppe teilweise hitzig diskutiert.»

Gemeinsam mit dem Holzbauunternehmen Blumer Lehmann aus Gossau ging es schliesslich an die definitive Umsetzung. Die Holzbalken wurden maschinell im Werk zugeschnitten und auf die Kreuzbleiche geliefert. Vor Ort errichteten die sechs Gruppen dann ihren «Raum für zwei».

Jurykritik als Höhepunkt der Woche

Für die Schlusskritik am Freitagnachmittag kam eine kleine Jury zusammen, die aus Mitgliedern der Fachhochschule, des Holzbauunternehmens Blumer Lehmann und externen Gästen wie des St.Galler Stadtbaumeisters Hansueli Rechsteiner bestand. Die Gruppen stellten ihre Projekte vor, die Jury beurteilte. Einen Sieger gab es bei der ganzen Sache nicht. Die Kritik am Ende ist als Rückmeldung gedacht, damit die Studierenden ihre Projekte vielleicht auch in einem anderen Licht sehen.

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