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Arbeitsziel Gossau: Nur wenige Pendler benutzen den öffentlichen Verkehr

Gossau ist nicht nur Schlafstadt, sondern auch Pendlermagnet. Auffallend viele Leute
aus anderen Gemeinden zieht die Industrie an. Auffallend viele kommen mit dem Auto.
Adrian Lemmenmeier
Die meisten Pendler, die in Gossau arbeiten, kommen mit dem Auto.

Die meisten Pendler, die in Gossau arbeiten, kommen mit dem Auto.

Das Thema Verkehr ist in Gossau ein Dauerbrenner. Der Stau auf der St.Gallerstrasse erhitzt seit langem die Gemüter. Und unlängst eckte der neue Stadtpräsident Wolfgang Giella in Flawil und Uzwil an, weil er die Befürchtung äusserte, der Bahnhof Gossau könnte abgewertet werden, wenn weniger Züge direkt nach Winterthur verkehrten. Einen Teil des Verkehrs machen jene Leute aus, die jeden Tag nach Gossau fahren, um zu arbeiten. Oder etwa von Gossau nach St. Gallen pendeln, weil sie dort eine Ausbildung machen.

Gemäss der Pendlermatrix des Bundesamtes für Statistik verzeichnet die Stadt Gossau 7614 Zupendler und 5692 Wegpendler. Es fahren also 1921 Menschen mehr nach Gossau zur Arbeit, als Gossau zu diesem Zweck verlassen (siehe Grafik). Doch woher kommen die Pendler nach Gossau? In welchen wirtschaftlichen Sektoren sind sie beschäftigt? Und mit welchen Verkehrsmitteln reisen sie an?

Viel Austausch mit St. Gallen und Herisau

Es überrascht nicht, dass der Löwenanteil der Arbeitsmobilität nach St.Gallen ausgerichtet ist. Gemäss Untersuchungen des Bundesamtes für Statistik pendelten 2014 von Gossau nach St. Gallen 2434 Leute – und 1223 in die andere Richtung. Welche Jobs sind für St. Galler in Gossau interessant? «Ich kann mir vorstellen, dass die Industrie viele Leute anzieht», sagt Urs Salzmann, Kommunikationsverantwortlicher der Stadt Gossau. «Von Gossau nach St. Gallen dürften die Leute eher wegen Stellen im Dienstleistungsbereich pendeln.» Schätzungen der kantonalen Fachstelle für Statistik bestätigen diese Vermutung: Gut 39 Prozent von Gossaus Zupendlern aus St. Gallen waren im Zeitraum 2014 bis 2016 im sogenannten zweiten (industriellen) Sektor tätig. 58 Prozent im dritten, dem Dienstleistungssektor. Von den Leuten, die von Gossau nach St. Gallen pendeln, arbeiteten hingegen gut 80 Prozent im Dienstleistungsbereich und nur 18 Prozent im zweiten Sektor.

Am zweitmeisten Arbeitsmobilität verzeichnet Gossau gegenüber Herisau. 633 Leute pendelten 2014 aus Ausserrhodens Hauptort nach Gossau; 429 gingen den umgekehrten Arbeitsweg. Danach folgen die Gemeinden Uzwil (327 Zu-, 206 Wegpendler), Flawil (505 Zu-, 202 Wegpendler). Einen negativen Pendlersaldo weist Gossau neben St. Gallen auch gegenüber Zürich (-141) und Winterthur (-74) auf.

Nur wenige kommen mit dem Bus

Der Anteil jener Pendler, die mit dem öffentlichen Verkehr anreisen, liegt einer Schätzung der kantonalen Fachstelle für Statistik zufolge bei gut 20 Prozent. Zum Vergleich: In St. Gallen beläuft sich die Schätzung auf 47 Prozent, in Wil auf 28 Prozent. Wie passt die Tatsache, dass der Grossteil der Zupendler mit dem Auto nach Gossau reist, zur Feststellung des ehemaligen Stadtpräsidenten Alex Brühwiler, das Gossauer Verkehrsproblem sei hausgemacht? Sascha Bundi vom kantonalen Tiefbauamt präzisiert: «In Gossau ist der Anteil am Ziel-Quell-Verkehr sehr hoch. Damit sind Fahrten gemeint, die in Gossau starten oder in Gossau enden. Zupendler sind also in dieser Grösse einberechnet.» Dem gegenüber steht der reine Durchgangsverkehr, der in Gossau – je nach Strassenachse – gegen 15 Prozent beträgt.

Bundi betont, dass die Pendlerzahlen immer nur einen Teil der Verkehrsmenge darstellten. Betrachte man den Zweck einer Reise, so mache die Arbeit lediglich 24 Prozent einer durchschnittlichen in der Schweiz zurückgelegten Tagesdistanz aus. «Die Pendler können aber den Verkehrsfluss entscheidend beeinträchtigen, da sie meistens zu den Stosszeiten unterwegs sind.» Doch viel bedeutender sei der Freizeitverkehr, der 44 Prozent einer Tagesdistanz ausmache. «Der Freizeitverkehr ist viel schwieriger zu planen, weil die Leute ihre Freizeit individueller gestalten als den Weg zur Arbeit», sagt Bundi. Zum Personenverkehr käme schliesslich der Güterverkehr, der gerade in Gossau mit seinen Industriebetrieben eine wichtige Rolle spiele. Um allerdings festzustellen, wie gross der Anteil Pendler am Gossauer Verkehr genau sei, bedürfe es einer Gesamtverkehrsanalyse, so Bundi.

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