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Applaus für das neue Kulturkonzept der Stadt St.Gallen

Das am Montag vorgestellte Kulturkonzept 2020 kommt bei den Kulturschaffenden der Stadt St.Gallen gut an. Der Tenor bei einer Umfrage vom Dienstag lautet: Jetzt müssen auf Worte aber auch Taten folgen.
Daniel Wirth
Die Theatergruppe «Das Klima» spielt im Theater 111 das Stück «Unter Null». Grössere Produktionen sind im ehemaligen Saal des Kinok an der Grossackerstrasse nicht möglich. (Bild: Ralph Ribi -30. August 2017)

Die Theatergruppe «Das Klima» spielt im Theater 111 das Stück «Unter Null». Grössere Produktionen sind im ehemaligen Saal des Kinok an der Grossackerstrasse nicht möglich. (Bild: Ralph Ribi -30. August 2017)

Die Kulturschaffenden der Stadt St.Gallen warteten gespannt auf das Kulturkonzept 2020, das am Montag vom Stadtrat und der Dienststelle Kulturförderung vorgestellt worden ist. Durchs Band gelobt wird am Tag danach der partizipative Prozess, der von der Dienststelle Kulturförderung im Frühling vergangenen Jahres angestossen worden war.

Ein Prozess, der fortgesetzt wird

Die Diskussionen, die an zwei Kulturkonzept-Foren geführt wurden, seien ins Papier, das als Leitplanke für die Kulturförderung bis ins Jahr 2030 dienen soll, eingeflossen, sagt Fabian Mösch, Co-Betriebsleiter im «Palace». Wichtig scheint ihm, dass die Verfasser die Absicht haben, das Konzept fortlaufend zu reflektieren und gegebenenfalls anzupassen.

Geht es nach dem Stadtrat, soll dem «Palace» ab dem nächsten Jahr eine Subventionserhöhung von 10'000 Franken gewährt werden. Möschs Kommentar: «Das ist überfällig nach zehn Jahren mit einem unveränderten Beitrag.»

Stadtparlament soll am 19. November diskutieren

10'000 Franken mehr soll auch die Grabenhalle ab 2020 erhalten. Bastian Lehner, Mitglied des Grabenhalle-Kollektivs, stösst ins gleiche Horn wie Mösch. Die Subventionserhöhung sei längst fällig. Lehner sagt auch, er sei gespannt, wie die Politik das Kulturkonzept umsetzen werde.

Über die Beitragserhöhungen ans «Palace» und an die Grabenhalle entscheidet der Stadtrat in eigener Kompetenz. Über diejenigen ans Textilmuseum, ans Figurentheater, an die Kunsthalle und ans Sitterwerk entscheidet das Stadtparlament am 19. November.

Ann Katrin Cooper, Co-Leiterin des Panorama Dance Theaters und Präsidentin der Interessengemeinschaft (IG) Kultur Ost, hofft, dass das Parlament den Anträgen des Stadtrates folgen wird, wie sie auf Anfrage sagt. Cooper ist zufrieden mit dem Kulturkonzept. Es bringe Verbesserungen. Im partizipativen Verfahren hätten die Verantwortlichen der Stadt die Kulturschaffenden abgeholt.

Mehr kulturelle Strahlkraft kostet Geld

Ann Katrin Cooper, Präsidentin IG Kultur Ost.

Ann Katrin Cooper, Präsidentin IG Kultur Ost.

Im Kulturkonzept seien wichtige Ziele formuliert, sagt Ann Katrin Cooper. Diese zu erreichen und der Kulturhauptstadt dadurch mehr Strahlkraft zu verleihen, koste Geld, sagt die Kulturproduzentin. Falsch wäre, wenn die halbe Million Franken, die zusätzlich in die Kulturförderung fliessen soll, andernorts bei der Kultur eingespart würde.

Wichtig erachtet sie, dass die Stadt mit Kulturschaffenden in Zukunft Vereinbarungen für mehrere Jahre eingehen möchte. «Das ermöglicht nachhaltige Planung, die zu mehr Qualität führt.» Cooper, die ihre Tanzproduktionen heute in der Lokremise oder in der Grabenhalle aufführen lässt, ist auch erfreut darüber, dass der St.Galler Stadtrat die Idee eines Hauses für die freie Szene weiterverfolgen möchte.

Das Haus für die freie Szene hat eine hohe Priorität

Das findet auch Eveline Ketterer. Sie ist Mitglied der Theatergruppe «Das Klima» und Mitglied des Kollektivs «Theater 111», das sich an der Grossackerstrasse befindet, im ehemaligen KinoK. «Wir können dort nur kleine Produktionen zur Aufführung bringen», sagt Ketterer. Eine Bühne mit vier auf sechs Meter lasse grössere Produktionen schlicht nicht zu, sagt sie. Räume für Tanz und Theater seien in der Stadt St. Gallen knapp.

Katja Langenbach, freischaffende Regisseurin.

Katja Langenbach, freischaffende Regisseurin.

Für die Theaterfrau hat das Haus für die freie Szene «oberste Priorität» und gehöre in «roten grossgeschriebenen Buchstaben ins Kulturkonzept.» Auch die freischaffende Regisseurin Katja Langenbach kann dem neuen Kulturkonzept nur Gutes abgewinnen – und wie Ketterer im Speziellen der Idee eines Hauses für die freie Szene, wie sie sagt. Sie habe beim partizipativen Prozess mitgemacht und fühle sich ernst genommen. Auch sei ist gespannt, wie das Kulturkonzept 2020 von der Politik umgesetzt werde.

Höhere Beiträge motivieren die Sitterwerk-Crew

Die Vielfalt von Kunst und Kultur sei ein wichtiger Teil der Lebensqualität in einer Stadt, sagt This Keller, stellvertretender Geschäftsleiter der Stiftung Sitterwerk. «Wir freuen uns daher über das neue Kulturkonzept, welches einem diversifizierten, dynamischen und noch professioneller werdenden kulturellen Angebot in der Stadt St.Gallen Rechnung trägt.»

Die Stiftung Sitterwerk habe sich in den letzten zehn Jahren zunehmend als Ort der Kunst und Kultur sowie deren Vermittlung entwickeln können. Dies werde von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen und geschätzt, was sich auch in den kulturpolitischen Auseinandersetzungen des letzten Jahres gezeigt habe. «Dass wir nun auf eine Erhöhung der öffentlichen Fördergelder hoffen dürfen, ist für uns sehr motivierend», sagt Keller.

Lukas Hofstetter, Kulturmanager.

Lukas Hofstetter, Kulturmanager.

Für den St.Galler Kulturmanager Lukas Hofstetter (Kulturfestival, Eisdisco, Poetry Slam St.Gallen und Zürich), findet, das Kulturkonzept 2020 sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. St.Gallen, das den Anspruch habe, die Kulturhauptstadt der Ostschweiz zu sein, unterstreiche dies nun finanziell, sagt Hofstetter.

Bei Barbara Affolter, Co-Leiterin der Dienststelle Kulturförderung, sind die ersten Reaktionen aufs neue Kulturkonzept ebenfalls positiv ausgefallen, wie sie gestern sagte. Wie das kulturelle Paket beim Stadtparlament ankommt, wird sich demnächst weisen.

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