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Junge Gossauer feilen an ihrem eigenen sozialen Netzwerk

Sie sind zwischen 23 und 31 Jahre alt und wollen mit «Challenge Me!» ihre Nutzerinnen und Nutzer aus der Komfortzone holen. Und damit dereinst Geld verdienen.

Johannes Wey-Eberle
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Viele Challenges drehen sich um schöne Plätze im Freien und – ums Essen.

Viele Challenges drehen sich um schöne Plätze im Freien und – ums Essen.

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Wer sich in den sozialen Medien bewegt, dem ist es bestimmt schon passiert: Freunde und Bekannte fordern einem zu einer «Challenge» heraus. Besonders in der Pandemie und der Isolation in den eigenen vier Wänden scheint sich das Phänomen verstärkt zu haben. Da posten die einen Kindheitsfotos, andere tanzen vor laufender Kamera zum Song «Jerusalema» oder lancieren über Whatsapp ein Trinkspiel.

Nutzer bei der Kopfstand-Challenge.

Nutzer bei der Kopfstand-Challenge.

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Die App «Challenge Me!», die drei junge Gossauer im vergangenen November lanciert haben, passt daher zum Zeitgeist. Nutzerinnen und Nutzer üben den Kopfstand, zeigen ihre selbstgemachten Pizze oder den Christbaum.

Selber machen statt scrollen

Rund 150-mal sei «Challenge Me!» bisher heruntergeladen worden, sagt der 27-jährige Luca Oberthaler, der die App zusammen mit der 23-jährigen Mara Berther und dem bald 32-jährigen Dominik Eberle ins Leben gerufen hat.

Ziel der App sei es, eine Plattform zu bieten, welche die Nutzerinnen und Nutzer dazu bringt, selber aktiv zu werden und damit vielleicht auch persönliche Ziele zu erreichen. Im Gegensatz zu anderen sozialen Netzwerken, wo man Stunden mit scrollen verbringe und vor allem konsumiere.

Besser als erwartet

Mit dem Start der App seien sie sehr zufrieden, sagt Oberthaler:

«Wir haben für diese frühe Phase mit bedeutend weniger Traffic gerechnet.»

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Allerdings sei man mit 150 Downloads natürlich noch weit von einer Grösse entfernt, für die sich die Entwicklung der App gelohnt hätte. Nun hoffe er zum einen darauf, dass «Challenge Me!» durch Mund-zu-Mund-Propaganda bekannter werde. «Viele der bisherigen Nutzerinnen und Nutzer sind Freunde und Bekannte von uns», sagt der 27-Jährige. Andererseits sei das Team derzeit auf der Suche nach Investorinnen und Investoren, um die App weiterzuentwickeln und mit einem umfassenden Marketingkonzept mehr Nutzerinnen und Nutzer zu gewinnen.

30'000 Franken in den Traum investiert

Ihr Fernziel sei es, mit der App und anderen Projekten dereinst Geld verdienen und den Lebensunterhalt bestreiten zu können, sagt der gelernte Automechaniker, der derzeit in der Finanzbranche arbeitet.

«Uns drei verbindet der Traum, dass wir uns mit eigenen Ideen selbstständig machen können.»

Denkbar wären etwa Partnerschaften für themenbezogene Challenges, Werbung oder In-App-Käufe. Derzeit betreiben sie «Challenge Me!» aber in der Freizeit, trotz beachtlicher Investitionen: Die Entwicklung der eigenen App durch eine Agentur haben sich die drei Erfinder bisher rund 30'000 Franken kosten lassen. Für sie ist der Schritt in die Selbstständigkeit die ganz persönliche Challenge.