Stadtapéro in Gossau: Anstossen mit dem Neuen

Stadtentwicklung, Quartiermitwirkung und die Befindlichkeit der älteren Generation waren Themen beim Gossauer Stadtapéro. Die Friedberg-Mensa war voll – wohl auch, um ein erstes Mal mit dem neuen Stadtpräsidenten Wolfgang Giella anzustossen.

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Wolfgang Giella in der Friedberg-Mensa. (Bild: Johannes Wey)

Wolfgang Giella in der Friedberg-Mensa. (Bild: Johannes Wey)

Obwohl die Themen auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, wurden beim Gossauer Stadtapéro doch Berührungspunkte deutlich: Eine von Stadträtin Helen Alder Frey vorgestellte Umfrage zeigte, dass die älteren Gossauerinnen und Gossauer oft in ungeeigneten Wohnungen leben, für einen Umzug aber das Angebot an erschwinglichen, kleineren Wohnungen zu gering ist. Und das von Stadtentwickler René Haefeli präsentierte Raumkonzept wies auf unternutzte Einfamilienhausquartiere hin – hier liesse sich die Raumnutzerdichte erhöhen, wenn Senioren passende Wohnungen finden würden, um ihr Einfamilienhaus für junge Familien frei zu machen. Ein knappes Drittel aller Gossauerinnen und Gossauer über 50 hatte sich an der Umfrage beteiligt. Und nur 20 Prozent ist zufrieden mit dem Wohnraumangebot. «Dieser Frage müssen wir wirklich nachgehen», stellte Helen Alder fest.

Bemerkenswert war auch der Befund, dass sich eine Mehrheit der Befragten vorstellen könnte, in einer Alters-WG oder einem Mehrgenerationenhaus zu leben. Allerdings hatten insgesamt nur elf Umfrageteilnehmer tatsächlich bereits Erfahrungen mit einer solchen Wohnform gesammelt. «Die Vorstellung ist wohl auch ein Stück einfacher als die Umsetzung», meinte Helen Alder.

In Gossau gewohnt wird der Arbeit wegen

Für Stadtpräsident Wolfgang Giella war es der erste Stadtapéro. Vielleicht half auch dieser Umstand mit, die Friedberg-Mensa bis auf den letzten Platz zu füllen. Er stellte einige Ergebnisse der Quartierspaziergänge vor, die diesen Sommer über von der Stadtentwicklung organisiert wurden, um die Bevölkerung einzubeziehen. Daran hatten sich über 270 Erwachsene und bislang 250 Kinder und Jugendliche beteiligt, wobei einer Schulklasse der Rundgang noch bevorsteht.Das Projekt habe zutage gefördert, dass die meisten Gossauerinnen und Gossauer der Arbeit wegen in ihrer Stadt wohnten. Am zweitmeisten nannten die Liebe als Grund. Giella listete auch die konkreten Wünsche auf, die im Rahmen der «Quartiermitwirkung» am meisten geäussert worden seien: Der Ausbau der Tempo-30-Zonen, ein barrierefreier Bahnhof Arnegg, mehr Begegnungsorte für ältere Leute und besser gesalzene Strassen und Trottoirs im Winter. Damit spielten die Bedürfnisse der älteren Generation auch bei der Quartiermitwirkung eine zentrale Rolle. (jw)