Anlaufstelle
Sorgentelefon direkt aus dem Rorschacher Rathaus: «Hallo, hier spricht der Stadtpräsident – wie kann ich Ihnen helfen?»

Aussergewöhnliche Situationen benötigen ausserordentliche Massnahmen: Ganz nach diesem Credo richten Rorschachs Stadtpräsident Röbi Raths und Schulpräsident Guido Etterlin ein Sorgentelefon über die anstehenden Festtage ein. Dieses wird von den beiden persönlich betreut.

Rudolf Hirtl
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Röbi Raths (links) und Guido Etterlin nehmen sich über die Feiertage Zeit für die Anliegen der Städterinnen und Städter.

Röbi Raths (links) und Guido Etterlin nehmen sich über die Feiertage Zeit für die Anliegen der Städterinnen und Städter.

Bild: Rudolf Hirtl

«Wir nehmen die Sorgen und Ängste der Bevölkerung ernst. Und davon haben die Menschen, ausgelöst durch die Covid-19-Pandemie, derzeit leider mehr als genug», sagt Rorschachs Stadtpräsident Röbi Raths. Aus diesem Grund habe er sich zusammen mit Schulpräsident Guido Etterlin dafür entschieden, zwischen Weihnachten und Neujahr eine telefonische Hotline einzurichten.

Vom 24. Dezember bis 2. Januar können sich Rorschacherinnen und Rorschach in Nöten über die Handynummer 079 207 99 88 an Robi Raths wenden; Anrufe auf die Telefonnummer 071 844 21 44 nimmt Schulpräsident Guido Etterlin entgegen.

Schnelle Hilfe niederschwelliger anbieten

Selbstverständlich gebe es bei familiären, psychischen oder sozialen Problemen öffentliche oder private Stellen, die professionelle Hilfe anböten, doch nicht selten sei die Hemmschwelle zu gross, um sich an solche Institutionen zu wenden. «Ich denke, für den einen oder anderen ist es leichter, sich an Behördenmitglieder zu wenden, die man eventuell sogar bereits kennt. Voraussetzung ist dies aber keinesfalls. Guido Etterlin und auch ich, stehen allen Einwohnerinnen und Einwohnern mit Rat und Tat zu Seite», bekräftigt der Stadtpräsident.

Es spielt keine Rolle, wo der Schuh drückt

«Wir stellen allgemein fest, dass durch die lange Dauer der Coronakrise die Sorgen der Menschen zunehmen und diese zum Teil auch dünnhäutiger geworden sind», sagt Guido Etterlin. Ihm seien Fälle aus der Schule bekannt, bei denen Kinder gleich zweimal in Quarantäne mussten, was zu einer grauenhaften Isolation führe. Dies könne sich negativ auf das gesamte Familiengefüge auswirken. «Bevor es dann eskaliert, fordern wir die Betroffenen auf, unser Angebot anzunehmen. Wir hören gerne zu. Wir sind vernetzt und können als Triage dienen, um, je nach Problem, weitere Hilfe zu organisieren», so der Schulpräsident.

Sorgentelefon nicht missbrauchen

Wenn bei der Weihnachtsfeier Lebensmittel ausgingen, sei dies kein Grund, sich beim Sorgentelefon zu melden, mahnt Röbi Raths. Auch Guido Etterlin bittet, diese erste Hilfe für Menschen in Not nicht zu missbrauchen. Wenn etwa der Nachbar zu laut Musik höre, sei nach wie vor die Polizei die richtige Anlaufstelle. «Wenn wir direkt und sofort helfen können bei echten Problemen, dann machen wir dies gerne, ansonsten, vermitteln wir die nötige Hilfe.»

Röbi Raths nennt als Beispiel das städtische Altersheim, wo das Besuchsverbot Bewohner und Angehörige über die Festtage besonders trifft. Sollten sich in diesen Zusammenhang aussergewöhnliche Situationen ergeben oder Fragen auftauchen, sei das Sorgentelefon die richtige Anlaufstelle.

Zusammenarbeit mit städtischen Stellen

Bezüglich Aufgabenteilung wird sich der Schulpräsident in Zusammenarbeit mit der Quartierkoordination und der Sozialarbeiterin eher um Familien mit Kindern kümmern, der Stadtpräsident die übrigen Bereiche abdecken. Röbi Raths sagt:

«Es ist eine noch nie dagewesene, schwierige Situation für alle. Diesem Umstand wollen wir Rechnung tragen.»