Andwils Weltmeisterin Martina Wick: «Die Zeit in Kasan werde ich niemals vergessen»

Die Andwiler Restaurationsfachfrau Martina Wick war an den World Skills die Beste ihres Faches. Die 21-Jährige über den Wettbewerb, ihre Nervosität und die Zeit in Russland. 

Laura Manser
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Restaurationsfachfrau Martina Wick aus Andwil am zweiten Wettkampftag. Mit sorgfältiger Erfüllung der verschiedenen Disziplinen hat sie die Goldmedaille geholt. (Bild: Michael Zanghellini)

Restaurationsfachfrau Martina Wick aus Andwil am zweiten Wettkampftag. Mit sorgfältiger Erfüllung der verschiedenen Disziplinen hat sie die Goldmedaille geholt. (Bild: Michael Zanghellini)

Sie weiss, wie man perfekt Servietten faltet und Früchte filetiert: Martina Wick aus Andwil ist die beste Restaurationsfachfrau der Welt. Vergangenes Wochenende hat sie an den World Skills in der russischen Stadt Kasan die Goldmedaille geholt. Die 21-Jährige brillierte in den fünf Wettbewerbsdisziplinen Bar, Barista, Casual, Bankett und Fine Dining. Bei jeder Disziplin waren Gäste dabei – so wie im Hotel Hof Weissbad in Appenzell, wo Wick sonst Gäste bedient.

Hektik durch strikte Zeitvorgaben

Zwei Tage vor Wettbewerbsbeginn durfte sie bereits auf das Gelände und die Arbeitsutensilien besichtigen. «Dadurch hat sich meine Nervosität etwas gelegt», sagt Wick. Weil es bei den Modulen strikte Zeitvorgaben gab, sei es zwischendurch etwas hektisch gewesen. «Ich war sehr erleichtert, als der Wettbewerb vorbei war. Endlich waren die Anspannung und der Druck weg.» Sie hat sich mit Praktika im In- und Ausland sowie Kursen und Trainings mit ihren Coaches intensiv auf die World Skills vorbereitet.

Nach der Abschlussfeier kamen die Schweizer Fans zu Wicks Sektor, um mit ihr zu feiern. Dann gab es eine Party neben dem Stadion. Aber nicht nur die Zeit im Stadion, sondern auch jene ausserhalb hat die Andwilerin genossen. «Der Kasaner Kreml ist wunderschön», schwärmt sie.

Vergangenes Wochenende hat Wick aber nicht nur eine Goldmedaille gewonnen, sondern wurde auch um eine «riesige Erfahrung» reicher. Und um einen russischen Teddybären. Die Zeit in Kasan werde sie niemals vergessen. «Ich konnte mich nicht nur beruflich, sondern auch persönlich weiterentwickeln», sagt Wick. Ausserdem habe sie viele Menschen aus der Restaurationsbranche kennen gelernt, auf die sie einmal zurückgreifen könne. Angst, dass die Weltmeisterin nun das Hotel Hof Weissbad verlässt, hat dessen Inhaber Christian Lienhard nicht. «Das ist eine Chance, die man als junge Person einfach packen muss.» In den nächsten Wochen werde er mit Wick besprechen, wie es weitergeht. Lienhard ist einfach nur stolz, dass so viele «junge und talentierte Menschen» bei ihm arbeiten.

Worldskills 2019 - die Schweizer Medaillengewinner (Bild: Michael Zanghellini)
37 Bilder
Holt Gold für die Schweiz: Renato Meier aus Sengen, AG (Bild: SwissSkills)
Plattenleger Renato Meier konzentriert bei der Arbeit (Bild: SwissSkills)
Holt Gold für die Schweiz: Martina Wick aus Arnegg SG. (Bild: SwissSkills)
Martina Wick, die «beste Restaurationsfachfrau der Welt», bei der Arbeit. (Bild: SwissSkills)
Holt Gold für die Schweiz: Mario Enz (rechts) aus Giswil OW. (Bild: SwissSkills)
Landschaftsgärtner Mario Enz. (Bild: SwissSkills)
Holt Gold für die Schweiz: Mario Enz (rechts) aus Giswil OW. (Bild: SwissSkills)
Landschaftsgärtner Fabian Hodel am «Gärtnern». (Bild: SwissSkills)
Holt Gold für die Schweiz: Sonja Durrer aus Krens OW. (Bild: SwissSkills)
Bäckerin-Konditorin Sonja Durrer in der Backstube. (Bild: SwissSkills)
Holt Gold für die Schweiz: Florian Baumgartner aus Biel BE. (Bild: SwissSkills)
Elektroniker Florian Baumgartner an seinem Arbeitsplatz. (Bild: SwissSkills)
Holt Silber für die Schweiz: Lukas Muth aus Luzern. (Bild: SwissSkills)
CNC Dreher Lukas Muth. (Bild: SwissSkills)
Holt Silber für die Schweiz: Nicolas Ettlin aus Cartigny GE. (Bild: SwissSkills)
Web Technologe Nicolas Ettlin am Computer. (Bild: SwissSkills)
Holt Silber für die Schweiz: Daniela Ziller aus Oberschrot FR. (Bild: SwissSkills)
Dekorationsmalerin Daniela Ziller konzentriert an der Arbeit. (Bild: SwissSkills)
Holt Silber für die Schweiz: Samanta Kämpf aus Dettighofen TG. (Bild: SwissSkills)
Möbelschreinerin Samanta Kämpf in Aktion. (Bild: SwissSkills)
Holt Silber für die Schweiz: Rafael Bieler aus Bern. (Bild: SwissSkills)
Zimmermann Rafael Bieler beim Zusammenbau einer Konstruktion. (Bild: SwissSkills)
Holt Bronze für die Schweiz: Josia Langhart aus Steffisburg BE. (Bild: SwissSkills)
Automatiker Josia Langhart. (Bild: SwissSkills)
Holt Bronze für die Schweiz: Raphael Furrer aus Aarwangen BE. (Bild: SwissSkills)
Automatiker Raphael Furrer an seinem Arbeitsplatz. (Bild: SwissSkills)
Holt Bronze für die Schweiz: Dario Colucci aus Gossau SG. (Bild: SwissSkills)
Drucktechnologe Dario Colucci. (Bild: SwissSkills)
Holt Bronze für die Schweiz: Sandro Sägesser aus Balzenwil AG. (Bild: SwissSkills)
Carrossierspengler Sandro Sägesser in «Arbeitskluft». (Bild: SwissSkills)
Holt Bronze für die Schweiz: Patrick Grepper aus Seedorf UR. (Bild: SwissSkills)
Sanitär- und Heizungsinstallateur Patrick Grepper. (Bild: SwissSkills)
Holt Bronze für die Schweiz: Loris Glauser aus Moutier BE. (Bild: SwissSkills)
Gipser-Trockenbauer Loris Glauser auf der «Baustelle». (Bild: SwissSkills)
Holt Bronze für die Schweiz: Jérémie Droz aus Blonay VD. (Bild: SwissSkills)
Bauschreiner Jérémie Droz. (Bild: SwissSkills)

Worldskills 2019 - die Schweizer Medaillengewinner (Bild: Michael Zanghellini)

Erfolg soll berufliche Laufbahn verstärken

Talentiert ist auch Drucktechnologe Dario Colucci: Der 19-jährige St.Galler wurde an den World Skills mit Bronze ausgezeichnet. Sein Handwerk gelernt hat er beim Medienunternehmen Galledia in Flawil. Es habe ihm Freude bereitet, seinen Beruf in Kasan vertreten zu dürfen, obwohl es einige Situationen unter Zeitnot gegeben hat. «Trotz des Drucks habe ich die Situationen meiner Meinung nach erfolgreich gemeistert», sagt Colucci.

Vier Tage lang gab er sein Bestes und meisterte verschiedene Aufgaben: Er musste Digitaldruckmaschinen bedienen oder gestellte Druckdaten überprüfen. Seine Leistung überzeugte die Experten: Denn gestern flog Colucci nicht nur mit einer Bronzemedaille, sondern auch mit einem neuen Rucksack und vielen Erfahrungen nach Hause. «Ich denke, dass mir der Erfolg in der Berufszukunft helfen wird», sagt Colucci.

Offizieller Empfang für Martina Wick: Samstag, 31. August, 16 Uhr in Andwil.