Amphibien auf Hochzeitsreise: Die ersten 1500 Tiere sind in Sicherheit

Die Amphibienwanderung ist angebrochen: Seit dem 23. Februar tragen Helfer Erdkröten und Grasfrösche in den Mötteliweiher. In Rorschacherberg tut sich dagegen noch nichts.

Jolanda Riedener
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Bei warmem Wetter wandern Erdkröten in diesen Tagen zum Laichplatz. (Bild: Hanspeter Schiess)

Bei warmem Wetter wandern Erdkröten in diesen Tagen zum Laichplatz. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Absperrungen zum Schutz der Amphibien haben die Gemeinden Goldach und Untereggen bereits am 22. Februar aufgestellt. Seither wandern die ersten Erdkröten, Grasfrösche und Molche in Richtung Mötteliweiher, um sich fortzupflanzen. Entweder Paarweise – das weibliche Tier nimmt das Männchen huckepack – oder einzeln, dringen sie bis zu den Plastik- oder Betonabsperrungen vor. Dann bewegen sie sich entlang der Absperrung, die sie vor dem Strassenverkehr schützt, bis sie in einen Kübel plumpsen.

Hier warten die Tiere, bis freiwillige Helfer sie befreien und zum Mötteliweiher tragen, wo die Weibchen ihren Laich ablegen. Ein Team um den Goldacher Kuno Feurer kümmert sich jeweils um die Amphibien. Vergangene Woche haben zwei Schulklassen die Helfer begleitet. Denn die Tiere werden nicht nur aus den Kübel befreit und zum Weiher getragen, die Helfer bestimmen sie nach Art und Geschlecht und notieren die Daten.

Die Amphibienwanderung kann so statistisch verfolgt werden. Begonnen hat alles in den 70er-Jahren, als der Rorschacher Biologe Josef Zoller die ersten Schutzzäunen aufstellte. Seither tragen Freiwillige jährlich bis zu 15000 Tiere über die Strasse, die sonst für die Amphibien den sicheren Tod bedeuten würde.

Erste Tiere wanderten bereits im Februar

Dieses Jahr haben die Amphibienhelfer bisher 1500 Tiere gezählt. Sie kontrollieren die Fangkübel täglich. Nachdem die Gemeinden im Februar die Schutzzäune erstellt hatten, habe es gemäss Zoller in jener Nacht einen ersten Schub von Amphibien gegeben. Danach habe die Wanderlust der Tiere wieder etwas abgenommen. Wie viele Erdkröten und Grasfrösche noch kommen, sei nicht vorauszusagen. «Die Anzahl ist jedes Jahr unterschiedlich», sagt Zoller. Heute Samstag werden in Untereggen bereits die Rückfangnetze aufgestellt. Damit die Tiere, die ihren Laich abgelegt haben, auch sicher wieder zurückkommen.

In Rorschacherberg hingegen hat die Amphibienwanderung gemäss Othmar Bachmann noch nicht stattgefunden. Der Weiher beim Schloss Wartensee ist ebenfalls ein beliebter Laichplatz.

Sperre hat viele Amphibien gerettet

Die Mitglieder des Vereins Oberrieter Natur rechnen mit dem Beginn der Amphibienwanderung in den nächsten ein bis zwei Wochen. Die Schranken für die Strassensperren hat das Bauamt dieser Tage montiert.
Kurt Latzer

GOLDACH: Den Amphibien auf der Spur

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UNTEREGGEN: Neue Heimat für Amphibien

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