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«Am See finden wir kein Personal»: Rorschacher Firma zieht nach St.Gallen

Die Werbeagentur E, T & H zieht von Rorschach nach St.Gallen. Der Schritt erfolgt nicht ganz freiwillig.
Rudolf Hirtl
Verwaltungsratspräsident Peter Thoma hilft beim Umzug der Werbeagentur nach St.Gallen tatkräftig mit. (Bild: Rudolf Hirtl)

Verwaltungsratspräsident Peter Thoma hilft beim Umzug der Werbeagentur nach St.Gallen tatkräftig mit. (Bild: Rudolf Hirtl)

Begeisterung sieht anders aus. Für einmal in kurzen, grauen Schlapperhosen statt wie gewohnt im feinen Anzug schleppt Peter Thoma Umzugsschachteln durch die Gänge. Was sich im Mai abzeichnete, wird dieser Tage umgesetzt, die Werbeagentur E, T & H – kurz für Erat, Thoma und Herzog – verlässt ihren Standort in Rorschach und zieht nach St.Gallen.

«Der Umzug nach St.Gallen fällt mir nicht leicht. Ich wäre persönlich gerne hier in Rorschach geblieben», sagt der Verwaltungsratspräsident der 1976 als Erat & Thoma gegründeten Agentur, die 1986 mit Herzog erweitert wurde und 2013 im Zuge der Nachfolgeregelung an Axel Thoma, Christian Hacker und Erich Koller überging.

Junge Fachleute wollen in St.Gallen arbeiten

Trotz aller Wehmut, immerhin hatte E, T & H sein Zuhause während 35 Jahren im Jugendstilhaus, nur wenige Meter vom Bodensee entfernt, würden zwei Punkte ganz klar für den Umzug sprechen. «Liegenschaftsbesitzer Ruedi Mohler redet schon länger davon, das Haus zu verkaufen. Im dümmsten Fall, wenn ein neuer Besitzer Eigenbedarf geltend macht, müssten wir innert kurzer Zeit ausziehen. Wir wollten aber nicht mit dem Rücken zur Wand stehen», so Thoma. Ausserdem habe die Agentur Mühe bei der Rekrutierung von neuen Mitarbeitern gehabt. Bemerkbar gemacht habe sich dies etwa durch das Fehlen von Blindbewerbungen. Der 69-jährige Firmenpatron sagt:

«Seit in der Branche bekannt wurde, dass wir nach St.Gallen ziehen, haben wir nicht nur Blindbewerbungen erhalten, sondern konnten innert kurzer Zeit sogar zwei neue Mitarbeiter einstellen. Dies nachweislich nur deshalb, weil ihr Arbeitsort in der Kantonshauptstadt ist.»

Er habe diese Entwicklung lange nicht wahrhaben wollen, sie sei aber ein Fakt. Wenn junge Fachkräfte heute aussuchen könnten, so würden sie St.Gallen gegenüber der Agglomeration klar bevorzugen. «Dramatischer» als der Umzug ist laut Thoma der Namenswechsel von E, T & H zu «Die Botschafter». Befürchtungen, dass sich dies als Nachteil für die Agentur erweisen könnte, hat er dennoch nicht. «Die Jungen sind vom neuen Auftritt überzeugt; machen lassen», sagt er und schmunzelt.

Ein Schmunzeln hatte er auch im Gesicht, als er das Lager im Keller geräumt hat. Werbemittel von 1976 bis 2013 hätten sich dort in Hunderten, säuberlich nummerierten Schachteln aufgetürmt. Allerdings sei die Archivliste abhandengekommen, weshalb er vor der Entsorgung Schachtel für Schachtel geöffnet habe, was einer eigentlichen Zeitreise über die bisherige Tätigkeit der Agentur gleichgekommen sei. Auch wenn sich die Branche gewandelt habe und sich nun vieles digital abspiele, eines werde sich nie ändern, Erfolg habe nur, wer die richtige Botschaft vermittle. Beim heutigen Information-Tsunami seien Abgrenzung von der Masse und Sichtbarkeit noch wichtiger.

Sex sells ist überholt, würde aber noch funktionieren

Sexismus in der Werbung würde zwar immer noch wirken, sei aber in der heutigen Zeit nicht mehr angebracht. «Ein guter Werber hat dies nicht nötig. Fakt ist aber, dass ein Mensch mehr Aufmerksamkeit bekommt, als etwa eine Maschine.» Ein gutes Beispiel dafür sei Georg Clooney, der Nespresso zum Durchbruch verholfen habe.

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