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Am Montag beginnt das neue Schuljahr, doch nicht alle Vierjährigen sind schon reif für den Chindsgi

In Gossau verschieben die Eltern bei jedem zehnten Kind den Eintritt in den Kindergarten um ein Jahr. Schulpräsident Urs Blaser erklärt, warum das so ist.
Michel Burtscher
«Juhui, i gang in Chindergarte» heisst es am Montag wieder bei vielen Kindern. Bild: Christian Beutler/KEY

«Juhui, i gang in Chindergarte» heisst es am Montag wieder bei vielen Kindern. Bild: Christian Beutler/KEY

Am Montag öffnen die Schulen und Kindergärten wieder ihre Türen. Knapp 1600 Mädchen und Buben starten in Gossau ins neue Schuljahr, einige von ihnen zum ersten Mal. Doch nicht alle, die eigentlich in den 1. Kindergarten müssten, tun das auch. Im Schnitt verschieben die Eltern jedes zehnten Kindes dessen Schuleintritt aufs nächste Schuljahr. Diesmal wurden laut Schulpräsident Urs Blaser 13 Gesuche um eine sogenannte Rückstellung bewilligt. Dabei ist die Regelung grundsätzlich klar:

«Das Kind wird am 1. August nach Vollendung des vierten Altersjahres schulpflichtig.»

So steht es im kantonalen Volksschulgesetz. Das bedeutet: Wer vor diesem Stichtag Geburtstag hatte, muss in den Kindergarten – und dieser ist obligatorisch. Tatsache ist jedoch, dass nicht alle Vierjährigen gleich reif sind. Darum gibt es Ausnahmen. Blaser sagt: «Es ist in diesem Alter normal, dass der Entwicklungsstand der Kinder unterschiedlich ist.»

Alle Gesuche werden bewilligt

Schulpräsident Urs Blaser (Bild: Urs Bucher)

Schulpräsident Urs Blaser (Bild: Urs Bucher)

Hinzu kommt, dass einige Mädchen und Buben schon fast fünf Jahre alt sind, wenn sie in den Kindergarten kommen, während andere erst seit kurzem vier Jahre alt sind. Laut Blaser sind es denn auch in fast allen Fällen Eltern, deren Kinder im Juli Geburtstag haben, die eine Rückstellung beantragen. «In der Regel erkundigen sie sich beim Schulamt, wenn sie ihr Kind selber als noch nicht reif für den Kindergarten erachten», sagt er.

Doch nur auf das Urteil der Eltern wollen sich die Behörden nicht verlassen. Das Schulamt empfiehlt ihnen, ihr Kind von einem Arzt untersuchen und von ihm bestätigen zu lassen, dass es wirklich noch nicht reif ist für den Schuleintritt. Alle so begründeten Gesuche würden bewilligt, sagt Blaser. Was jeweils die genauen Gründe für den Antrag der Eltern sind, das erhebt die Stadt Gossau nicht.

Doch was muss ein Kind mitbringen, um in den Kindergarten zu gehen? Blaser sagt, entscheidend sei die «emotionale Schulreife». Das Kind müsse einigermassen selbstständig sein und das Elternhaus für einige Stunden verlassen können. Details liefert der Flyer «Juhui, i gang in Chindergarte», den die Stadt Gossau den Eltern abgibt: Darin steht laut Blaser beispielsweise, die Kleinen sollten den Weg zum Kindergarten alleine zurücklegen, schon etwas deutsch und selbstständig auf die Toilette gehen können. Das seien aber keine Vorschriften, sondern vielmehr Hinweise für die Eltern, sagt Blaser.

Planungsprobleme wegen Rückstellungen

Bei der Stadt scheint die verschobene Einschulung der Kinder zu Problemen zu führen. Diesen Eindruck erhält zumindest, wer den aktuellen Aufgaben- und Finanzplan liest. Dort heisst es, dass bei den Kindergarteneintritten in den letzten Jahren eine «deutliche Zunahme der Rückstellungen auf Antrag der Eltern» festzustellen sei. Dies erschwere die Klassen- und Personalplanung. Schulpräsident Urs Blaser beschwichtigt: «Dramatisch ist die Situation nicht», sagt er.

In der Vergangenheit sei das Problem dadurch verstärkt worden, dass es gleichzeitig viele Abmeldungen von Kindern gab, deren Eltern aus Gossau wegzogen. Das habe sich dann mit den Rückstellungen kumuliert, sagt Blaser. Nachdem er nochmals ein Blick auf die Zahlen geworfen hat, betont er: «Effektiv scheint es mir im Moment kein grosses Problem zu sein, zumal wir in diesem Jahr wieder relativ viele Zuzüge haben.»

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