«Am liebsten würde ich morgen schon den Spatenstich machen»: In der Gossauer Sommerau tut sich was

Nach jahrelangem Stillstand liegt nun der Überbauungsplan für die Sommerau Nord auf. Grosses ist geplant.

Sandro Büchler
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100'000 Quadratmeter oder rund zehn Fussballfelder gross ist das Bauland auf der Sommerau.

100'000 Quadratmeter oder rund zehn Fussballfelder gross ist das Bauland auf der Sommerau.

Bild: Ralph Ribi (21. Januar 2020)

Roman Aepli kann es kaum erwarten, bis es losgeht. «Am liebsten würde ich morgen schon den Spatenstich machen.» Der Besitzer der Aepli Metallbau AG spricht von der Sommerau Nord, dem 100'000 Quadratmeter grossen Gebiet im Nordwesten von Gossau, das er im Mai des vergangenen Jahres der Migros Ostschweiz abgekauft hat. Aepli will das Areal nutzen, um die Geschäftstätigkeiten seiner Firma an einem Ort zu konzentrieren.

Nachdem die Gewerbe- und Industriezone zuvor jahrelang brachlag, bewegt sich nun etwas. Noch ist die Wiese zwar grün. Doch nachdem im Dezember der Hof Sommerau abgebrochen wurde, wird es nun konkret mit der neuen Produktionsstätte für den Metallbauer. In der Schalterhalle des Gossauer Rathauses liegt bis zum 14. Februar der Überbauungsplan Sommerau Nord öffentlich zur Mitwirkung auf.

Baubeginn frühestens im Sommer 2021

Aepli will an die Autobahn angrenzend zwei elf Meter hohe Fabrikhallen sowie ein 19 Meter hohes Bürogebäude bauen. Bis Mitte des Jahres will er das Baugesuch einreichen. Laufe alles nach Plan und gebe es keine Einsprachen, könne im Sommer 2021 mit dem Bau der Halle begonnen werden, sagt Aepli. «Wir rechnen mit einer Bauzeit von rund 20 Monaten.»

Roman Aepli, Geschäftsführer der Aepli Metallbau AG.

Roman Aepli, Geschäftsführer der Aepli Metallbau AG.

Bild: PD

Mit dem Neubau in der Sommerau Nord soll die ganze Produktion des Unternehmens mit rund 200 Mitarbeitern unter einem Dach zusammenkommen. Aktuell sei der Betrieb an mehreren Standorten verstreut, sagt Aepli. Neben dem Firmensitz an der Industriestrasse im Mettendorf wird in Winkeln und Oberbüren produziert. «Das ist ineffizient und erfordert von den Mitarbeitern viel Flexibilität.»

Der Bauherr ist deshalb froh um das Land und den gewonnenen Platz. «Hätten wir das nicht bekommen, hätten wir die Firma zügeln müssen – und zwar weg von Gossau», sagt Aepli. Bevor sich die Möglichkeit zum Kauf der Sommerau bot, habe sich die Firmenleitung intensiv nach Standorten in anderen Kantonen umgesehen. So bleibt die Aepli Metallbau AG Gossau erhalten.

Nun will Roman Aepli auf die Tube drücken: «Wir wollen die neuen Hallen möglichst schnell realisieren.» Doch die einzelnen Planungsschritte bräuchten Zeit.

«Für einen Unternehmer geht ja immer alles zu langsam.»

Aepli windet der Gossauer Stadtverwaltung ein Kränzchen. «Die Stadt macht einen guten Job und ist sehr hilfreich im ganzen Planungsprozess.»

Gossauer Industrie und Gewerbe kommt zum Zug

Welche Firmen die restlichen Parzellen auf der Sommerau gekauft haben, ist noch nicht publik. Aepli lässt sich nicht in die Karten blicken. «Es sind zwei weitere Gossauer Betriebe darunter. Die restlichen Käufer haben ihren Sitz alle im Umkreis von maximal zehn Kilometern.»

Probleme, die restlichen knapp 40000 Quadratmeter Bauland an den Mann zu bringen, hatte Aepli nicht. «Das ging relativ schnell», sagt er. Beim Landkauf habe er von der Migros auch eine Liste bekommen mit den Firmen, die schon lange ihren Bedarf angemeldet hatten. «Klar habe ich aus Fairnessgründen erst diese angefragt.»

Bis zum Spatenstich muss das Gebiet erst erschlossen werden. Der erste Schritt dazu soll gemäss Aepli im Herbst beginnen. Dann will das Bundesamt für Strassen (Astra) bei den Autobahneinfahrten Lichtsignalanlagen aufstellen. Aufgrund der häufigen Unfälle bei den zwei Einfahrten habe das Astra entschieden, die Zahl der Ampeln nochmals zu erhöhen.

Gegen Ende des Jahres oder Anfang 2021 soll das eigentliche Bauvorhaben starten. Der Überbauungsplan sieht erstens die Erschliessung für den motorisierten Verkehr über eine Stichstrasse, zweitens ein Wegnetz für den Langsamverkehr, drittens eine Brücke über die Bahnlinie und viertens einen Vernetzungskorridor für Amphibien vor.

Erst soll die Erschliessungsstrasse für das künftige Industrieareal gebaut werden. Diese wird später direkt zum neuen Firmenareal der Aepli Metallbau AG führen, biegt dann Richtung Süden ab und endet bei einem Wendeplatz. Gegen Osten wird das Gebiet mit Fuss- und Velowegen erschlossen. Ein Weg führt nach Süden über den Bahnübergang an die Bischofszellerstrasse und zur Bushaltestelle Watt. Richtung Norden, auf Höhe der ehemaligen Gärtnerei Küng, soll eine Brücke über die Bahnlinie Gossau–Weinfelden erstellt werden. Sie wird zur Bushaltestelle Langfeld führen. «Mit den Anwohnern neben der geplanten Überführung haben wir intensive Gespräche geführt», sagt Aepli.

Keine Notwendigkeit für Haltestelle

Am gleichen Ort ist in den Bauplänen ein separates Konzept für eine SBB-Haltestelle Sommerau inklusive Doppelspur vermerkt. Für Aepli steht der Bau in den Sternen. «Die Haltestelle ist für uns nicht wichtig. Denn mit zwei Bushaltestellen sind wir schon sehr komfortabel angebunden.»

In der Planung hat sich Aepli auch mit Pro Natura an einen Tisch gesetzt. Deren Anliegen war ein Vernetzungskorridor für Amphibien. Ein Grünstreifen entlang der Bahnlinie soll so das Eichenmoos mit dem Naturraum auf der Nordseite der Autobahn verbinden. Für den Fenngrabenbach wurde zudem ein Sondernutzungsplan erstellt.

Nun läuft das Mitwirkungsverfahren. Ein Auflageverfahren folgt. Den Spatenstich wird Roman Aepli indes nicht mehr als CEO der Metallbaufirma bestreiten. Denn Ende Jahr übergebe er die Geschäftsleitung an eine junge Generation.