Rorschacherberg ist Spitze, Untereggen Schlusslicht: Die Unterschiede bei den Baulandreserven in der Region Rorschach sind gross

Die Baulandreserven in der Region Rorschach sind beschränkt. Noch am meisten zu bebauende Flächen hat Rorschacherberg.

Ines Biedenkapp
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Rorschacherberg verfügt über die grösste freie Baulandfläche in der Region Rorschach. Die Erschliessungsstrasse wurde bereits mit dem neuen Werkhof und Feuerwehrdepot gebaut.

Rorschacherberg verfügt über die grösste freie Baulandfläche in der Region Rorschach. Die Erschliessungsstrasse wurde bereits mit dem neuen Werkhof und Feuerwehrdepot gebaut.

Bild: Ines Biedenkapp

Viele träumen von den eigenen vier Wänden. Egal ob Wohnung oder Haus, Wohneigentum ist im Kanton St. Gallen nach wie vor begehrt. Das zeigt zumindest der neue Immobilienmarktbericht der St. Galler Kantonalbank. Doch die Suche nach einem Haus gestaltet sich schwierig. Vor allem, wenn es sich um Grundstücke handelt, die noch unbebaut sind. Denn viele der Gemeinden in der Region Rorschach haben kaum mehr Baulandreserven übrig.

Das Zauberwort der aktuellen Stunde heisst Verdichtung, vor allem nach innen. «Die Nachfrage nach Flächen für Einfamilienhäuser ist sehr hoch», sagt Niklaus Huwiler, Amtsleiter Grundbuchamt von Steinach. Immer wieder würde die Gemeinde Anfragen für freie Grundstücke erhalten. «Die letzten Flächen bei uns sind aber bereits überbaut worden. Neubauten könnten nur durch den Ersatz von bestehenden Bauten erreicht werden», sagt Huwiler.

Nicht überbaute Flächen sind durch Private gesperrt

Gemäss der Datenbank für Statistik des Kantons St. Gallen hat Steinach ein gesamtes Baugebiet von 105,8 Hektar und noch 2,6 Hektar Baulandreserven für Wohn- und Mischzonen und liegt damit im Vergleich mit den umliegenden Gemeinden im Mittelfeld. Doch keine der Reserven gehört der Gemeinde. Niklaus Huwiler sagt:

«Es gibt einzelne Flächen, die noch nicht bebaut sind, diese sind aber durch private Eigentümer gesperrt.»

Auch Beat Louis, vom Amt für Raumentwicklung und Geoinformation bestätigt, dass es sich bei der Zahl zwar rein rechnerisch um eine freie Fläche handelt, «es könnte aber sein, dass die Parzelle als Spielplatz genutzt wird oder, dass sich das Land in privater Hand befindet und damit möglicherweise gesperrt ist.» Daher könnte es zu Abweichungen zwischen der Statistik und der Realität kommen. Doch wie sieht die Situation in den anderen Gemeinden aus? Untereggen hat mit 24,1 Hektar die kleinste bebaubare Fläche in der Region. Als Reserve weist die Gemeinde laut Statistik 1,3 Hektar an. Gemäss einer Rechnung des Kantons hätte die Gemeinde damit noch Kapazität für 90 neue Bewohner. Die Realität sieht jedoch anders aus. Denn auch Untereggen hat keine eigenen Baulandreserven mehr. Nur einzelne Flächen seien noch nicht überbaut. «Das Meiste davon ist schon verkauft und die Neubauten darauf zurzeit im Baubewilligungs- oder Rechtsmittelverfahren», sagt Norbert Näf, Gemeindeschreiber von Untereggen. In der Gemeinde steht derzeit nur eine Wohnung leer.

Entspannter sieht die Lage in Rorschacherberg und Thal aus. Beide Gemeinden verfügen über vergleichsweise grosse Reserven: So weist die Statistik für Rorschacherberg noch 16,5 Hektar auf, während es in Thal 13,8 Hektar sind. «Die derzeit grösste Fläche mit knapp drei Hektar liegt oberhalb der Mehrzweckhalle mitten in der Gemeinde», sagt Beat Hirs, Gemeindepräsident von Rorschacherberg. «Dieses Areal entwickeln wir nun über die nächsten Jahre. Die Erschliessungsstrasse haben wir im Zusammenhang mit dem neuen Werkhof und Feuerwehrdepot bereits vorbereitet.»

Goldach hat noch Bauland, Rorschach kaum

Auch in Rorschach und Goldach finden sich noch einige Baulandreserven. Das Gebiet Mühlegut mit drei Hektar und das Bauland im Sonnenberg gehören der Gemeinde Goldach. Nach Rechnung des Kantons weist Goldach Reserven von 12,2 Hektar auf.

Rorschach hat weniger Baulandreserven zur Verfügung wie seine beiden Nachbargemeinden. In der Stadt sind es noch 4,2 Hektar freies Bauland. Ein Grossteil davon liegt im Bereich der Langmoosstrasse, dem Kreuzacker oder auch der Promenadenstrasse. Einerseits handelt es sich dabei bereits um eingezontes Bauland, andererseits auch in Form von Verdichtungspotenzial, schreibt Markus Fäh, Leiter Bau und Stadtentwicklung von Rorschach auf Anfrage.

Nicht ganz so viel Platz gibt es in Rheineck. Die Statistik für die Gemeinde zeigt eine Fläche von 3,9 Hektar auf. Auch die Gemeinde bestätigt, dass es in Rheineck noch vereinzelt freie Flächen gibt, so würde dies rund 2,5 Hektar betragen. «Die Zahl ist aber mit Vorbehalt zu geniessen», schreibt Reto Wüst, Grundbuchverwalter von Rheineck. Wüst sagt:

«Bei vielen Grundstücken gestaltet sich die Überbaubarkeit als schwierig, aber auch die Absicht zu bauen ist bei einem Grossteil der Grundeigentümer eher gering bis nicht vorhanden.»

Zudem hat die Stadt selbst keine Reserven mehr. Die freien Flächen würden alle in privater Hand liegen.

Für die Gemeinde Tübach ist eine Fläche von 52,9 Hektar ausgewiesen. Weiter wird aufgezeigt, dass die Gemeinde noch 0,9 Hektar Land für Wohnbauten und 1,3 Hektar als Reserve für sogenannte Mischzonen übrig hat. Statistisch gesehen könnte Tübach damit 105 neue Einwohner begrüssen.