Am 8. März stimmen die Gossauer über die Pflegeheim-Millionen ab: Die Gegner warnen vor einem «teuren Flop»

Das Nein-Komitee hält die geplante Übergangslösung beim Betagtenheim Schwalbe für unnötig.

Michel Burtscher
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Die Sana Fürstenland AG will das Altersheim Espel aufgeben und die Bewohner in einem Provisorium unterbringen.

Die Sana Fürstenland AG will das Altersheim Espel aufgeben und die Bewohner in einem Provisorium unterbringen.

Ralph Ribi

Das Plakat haben die Gegner des städtischen Beitrages an die Übergangslösung beim Betagtenzentrum Schwalbe bereits gestaltet. In dreifacher Ausführung steht es hinter ihnen, als sie am Montag im «Freihof» in Gossau ihre Argumente im Hinblick auf die Abstimmung vom 8. März darlegen. «Nein zum Container-Dorf Schwalbe» heisst es da, «4-Millionen-Flop!» und «Ältere Menschen haben schönere Wohnungen verdient!».

Um die zehn Personen zählt das Nein-Komitee gemäss eigenen Angaben, drei von ihnen sind bei der Pressekonferenz dabei: die Co-Präsidenten Sandro Contratto und Marius Thürlimann, die auch die IG für ein optimiertes Pflegeheim leiten und das Referendum ergriffen haben, sowie Herbert Köppel.

Marius Thürlimann, Sandro Contratto und Herbert Köppel.

Marius Thürlimann, Sandro Contratto und Herbert Köppel.

Michel Burtscher

Mehrmals betonten sie, dass sie keine grundsätzliche Opposition gegen die Sana Fürstenland AG betreiben wollten, auch wenn man ihnen das manchmal vorwerfe. Sie lehnen die Übergangslösung mit Wohnmodulen, die die Stadt drei Millionen und die Sana eine Million Franken kostet, aus finanziellen Gründen ab. Es sei eine nicht nachhaltige Fehlinvestition, finden sie. «Wir haben wenig Verständnis dafür, wenn für ein Provisorium öffentliche Gelder ausgegeben werden, ohne nach anderen Lösungen Ausschau zu halten», so Thürlimann. Auch Contratto sagt: «Eine teure staatliche Lösung sollte einer günstigeren privaten Lösung nicht vorgezogen werden.»

Was soll mit dem Espel passieren?

Die Gegner des Provisoriums kritisieren, dass die Stadt nie das Gespräch gesucht habe mit den privaten Pflegeheimbetreibern in Gossau. «Diese wären bereit, Bewohner des Espels zu den gleichen Tarifen für eine gewisse Zeit aufzunehmen», sagt Contratto. Auch der Kanton würde Hand bieten für eine solche Lösung, glaubt er. Unverständlich ist für ihn zudem, dass das Espel abgerissen statt saniert oder allenfalls sogar für eine überregionale Aufgabe wie etwa einem Demenzzentrum ausgebaut werden solle. Contratto sagt:

«Wenn man es aufgibt, verschenkt man Volksvermögen.»

Auch Herbert Köppel betont, die Bevölkerung hänge am Espel und die Bewohner seien zufrieden. «Das Altersheim ist zwar alt, aber es muss nicht notfallmässig gehandelt werden», sagt er.

Stadtrat und Parlament sind für das Provisorium

Das sehen die Verantwortlichen der Sana Fürstenland anders. Und auch die Haltung der Gossauer Behörden ist klar: Stadtrat wie auch Parlament empfehlen den Stimmbürgern, dem Beitrag von drei Millionen Franken für die Übergangslösung zuzustimmen. Im Parlament war FDP-Politiker Contratto der einzige, der die Vorlage abgelehnt hat.

Trotzdem sind sich die Gegner sicher, dass ihr Anliegen in der Bevölkerung durchaus auf Sympathien stösst. Contratto sagt:

«Viele trauen sich aber nicht, sich zu exponieren.»

Wie viel Rückhalt er und seine Mitstreiter tatsächlich haben, wird sich am 8. März zeigen. Und wenn die Stimmberechtigten das Provisorium befürworten? «Dann hat das Volk entschieden. Punkt», sagt Thürlimann.