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Altlastensanierung in Goldach: Stadt St.Gallen bremst Areal-Entwicklung im Rietli

Auf dem Areal des ehemaligen Gaswerks in Goldach laufen die letzten Sanierungsmassnahmen. Für die Stadt St. Gallen steht der saubere Abschluss im Vordergrund – der Gemeinderat hat andere Pläne.
Valentina Thurnherr
Wie und ob das Areal des ehemaligen Gaswerkes genutzt werden kann, ist noch offen. (Bild: Rahel Jenny Egger)

Wie und ob das Areal des ehemaligen Gaswerkes genutzt werden kann, ist noch offen. (Bild: Rahel Jenny Egger)

Seit dem Abbruch der beiden Gaskugeln im Rietli Goldach laufen die abschliessenden Sanierungsmassnahmen für die Alt- lasten auf dem Areal des ehemaligen Gaswerkes der Stadt St. Gallen.

Nach Abschluss soll das Rietli-Areal entwickelt werden. Laut Gemeindepräsident Dominik Gemperli habe die Stadt vor vier Jahren bereits eine Rückmeldung bezüglich der Planung in Aussicht gestellt. «Aber bisher haben wir keine konkrete Antwort erhalten.» Die Ergebnisse der abschliessenden Beurteilung zur Sanierung seien zwar wichtig, würden parallele Planungen zur Arealentwicklung aber nicht verhindern. Er könne nicht nachvollziehen, warum der Stadtrat sich so zurückhaltend zeige. «Im Grundsatz geht es um die Frage, ob die Stadt damit einverstanden ist, dass eine wertschöpfende Entwicklung auf dem Areal stattfinden kann», sagt Gemperli. «Im Gemeinderat haben wir ein starkes Interesse daran, das Dorf besser an den See anzubinden.» Das Areal des ehemaligen Gaswerkes sei dafür ideal.

«Wir würden gerne auf der Basis eines Investoren-Wettbewerbes zusammen mit der Stadt ein Projekt entwickeln.»

Eine Unterführung als Verbindung zwischen Areal und See sei wohl nicht möglich. «Aber eine Strassenüberführung über die Seestrasse wäre denkbar», sagt Gemperli. «Das Projekt ist uns sehr wichtig. Der St. Galler Stadtrat hat uns mehrfach eine Rückmeldung in Aussicht gestellt, die letzte Nachfrage haben wir vor rund fünf Monaten geschickt und bisher keine brauchbare Auskunft zur Frage der Projektierung erhalten.» Persönliche Gespräche mit dem zuständigen Stadtrat Peter Jans habe es schon gegeben, aber eine verbindliche Aussage stehe auch seit diesem Gespräch weiterhin aus.

Sanierung könnte sich hinziehen

«Ganz klar im Vordergrund steht für uns die Sanierung des belasteten Areals», sagt Marco Letta, Unternehmensleiter der St. Galler Stadtwerke. Er verstehe, dass der Gemeinderat gerne vorausplanen möchte.

«Ich bin aber der Auffassung, bevor man
etwas plant oder angeht, müssen wir das Gelände von den Altlasten so befreien,
dass das entsprechende Gebiet von sanierungsbedürftig auf überwachungsbedürftig zurückgestuft werden kann».

Dies gemäss den strengen Vorschriften des Kantons. Dieser Prozess könne nach Aussage des zuständigen Geologen voraussichtlich im Herbst 2020 abgeschlossen werden. Nach Abschluss der Sanierung im Juni 2019 sei zudem eine Ruhephase von zwölf Monaten nötig. In dieser Phase werden fortlaufend Messungen durchgeführt. «Laut des verantwortlichen Geologen wäre es möglich, dass die Messwerte sich ändern könnten und schlimmstenfalls wieder steigen», sagt Letta. «Somit macht eine Planung in den nächsten Monaten aus unserer Sicht noch keinen Sinn.»

Abbau auf ökologischer Basis

Bei der Altlastensanierung wurde ein sogenanntes In-Situ-Verfahren angewandt. Ab 2006 erfolgte im Hauptbereich der Altlasten, soweit es möglich war, ein Aushub des mit Teeröl kontaminierten Materials. Um eine spätere Bebauung des Grundstückes zu ermöglichen, wurden im Januar 2010 unterirdische Injektionslanzen und Absaugstränge installiert und über Verbindungsleitungen in einem Anschlussschacht zusammengeführt. Die verbliebenen Schadstoffe können durch eine Oxidation unschädlich gemacht werden. Die Aerobisierung des Grundwassers ist dabei die Basisaufgabe. Sie erfolgt durch die Injektion von Luft mit den Injektionslanzen. Der in der Luft enthaltene Sauerstoff geht in das Wasser über und führt zu natürlichen biologischen Abbauprozessen. Damit bei diesem Vorgang keine Schadstoffe in die Atmosphäre gelangen, wird die belastete Bodenluft über die installierten Absaugstränge abgesogen und über Aktivkohle gereinigt.

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