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Waldkircher Haus steht im Weg: «Das es noch keinen schweren Unfall gegeben hat, grenzt an ein Wunder»

In der Rickenhueb in Waldkirch kommt es seit Jahren zu Verkehrsunfällen wegen eines alten Wohnhauses. Nun wurde dieses aus der Schutzverordnung entlassen und soll abgerissen werden.
Manuela Bruhin
Treibt die Bauerfamilie Keller ihre Kühe auf die Weide, sehen das Autofahrer wegen der schlechten Sicht erst spät. Das mittlere Haus wird deswegen abgebrochen. (Bild: Thomas Hary)

Treibt die Bauerfamilie Keller ihre Kühe auf die Weide, sehen das Autofahrer wegen der schlechten Sicht erst spät. Das mittlere Haus wird deswegen abgebrochen. (Bild: Thomas Hary)

Kühe, die haarscharf an fahrenden Autos vorbei in den Stall getrieben werden. Lastwagenfahrer, welche die Kurve aufgrund der engen Stelle nur mit Mühe nehmen können. Und Landwirte, die fast ohne Sichtverhältnisse das Heu einfahren müssen. Solche Situationen ereignen sich täglich in der S-Kurve vor dem Wohnhaus Rickenhueb, am Ortseingang zu Waldkirch.

Familie Keller betreibt den Bauernhof auf der gegenüberliegenden Seite und beobachtete so manch brenzligen Moment. Helen Keller sagt:

«Dass sich hier noch kein schwerer Unfall ereignet hat, grenzt an ein Wunder.»

Allerdings brechen häufig Seitenspiegel ab, oder Beulen werden eingefahren. Die Spuren an den Gebäuden werden schon gar nicht mehr repariert. «Das lohnt sich nicht», erklärt die Bäuerin weiter. Einerseits, weil weitere Schäden sicherlich folgen würden, andererseits, weil das Wohnhaus ohnehin renovierungsbedürftig ist.

Kostspielige Sanierung

Ein Augenschein des Hauses bestätigt: Einladend ist anders. Zerbrochene Fensterscheiben, morsche Balken, abgefallene Ziegel. Man kann sich gut vorstellen, wie die Fenster, wenn sie denn noch intakt sind, die Kälte durchziehen lassen. Bereits vor 20 Jahren versuchte die Familie Keller, mit dem Heimatschutz eine Lösung zu finden. Hauptgrund war der stark zunehmende Verkehr, welcher auch die landwirtschaftliche Tätigkeit stark behindere, sagt die Bauerfamilie. Das Gebäude war jedoch gemäss Heimatschutz ein schützenswertes Objekt.

Damit war der Grundstein für einen jahrzehntelangen Hickhack gelegt. Immer wieder nahm die Familie Anlauf, ihr Begehren durchzubringen. Vergebens: Der Denkmalschutz wollte eine Sanierung des geschichtsträchtigen Hauses mit zwei Wohnungen erreichen. «Das hätte uns, zusammen mit dem anderen Besitzerpaar, drei Millionen Franken gekostet», sagt Keller. «Und wer will hier, an solch einer gefährlichen Stelle, denn überhaupt wohnen?» Die Hoffnung gab die Familie jedoch nie auf. Man glaubte daran, dass es eine Lösung geben müsse – vor allem für die Zukunft des Landwirtschaftsbetriebs.

Die Kurve soll übersichtlicher werden

Nun ist das Projekt einen entscheidenden Schritt weiter. Vor zwei Jahren beantragte die Schutzkommission Waldkirch die Entlassung des Gebäudes aus der Schutzverordnung. Daraufhin unterstützte auch der Gemeinderat dieses Vorhaben. Das Amt für Raumentwicklung und Geoinformation hat nun, nach eingehender Prüfung unter Einbezug der internen kantonalen Stellen, die Schutzentlassung genehmigt. «Wir sind über diesen Entscheid einfach nur glücklich», freut sich Helen Keller. Grundsätzlich sei nun der Weg frei für eine weitere Projektierung der Strassenführung. Diese falle in die Zuständigkeit des Kantons. Das Projekt sieht vor, die Strassenführung zu optimieren. Die derzeit enge Kurve soll übersichtlicher werden.

Wann die Familie den Abbruch des Hauses in Angriff nimmt, ist derzeit noch offen. «Wir wollen keinen Alleingang», sagt Keller. Seit zwei Jahren steht der Hausteil der Kellers leer. Der zweite Teil wird von den anderen Eigentümern bewohnt. Deshalb sei man an einer Lösung interessiert, welche alle Beteiligten befriedige. Derzeit warten die Eigentümer auf die nächsten Schritte seitens des Kantons, aber auch auf ein entsprechendes Strassenprojekt. Trotz der erneuten Warteschlaufe ist die Freude bei der Familie Keller ungebrochen. «Ein Abbruch des Gebäudes würde uns viel Luft verschaffen und wir wären nicht mehr dauernd den Gefahren des Verkehrs ausgesetzt.» Zudem könnten endlich längst fällige Anpassungen im Bauernbetrieb in Angriff genommen werden.

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