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Alterszentrum im Riethüsli erhält grünes Licht

Nach einem jahrelangen Rechtsstreit ist nun klar: Das Alterszentrum im Riethüsli darf gebaut werden. Trotzdem werden die Bagger in diesem Jahr noch nicht auffahren.
Christina Weder Bruderer
Noch ist es eine verschneite Wiese, in Zukunft entsteht hier eine Baustelle fürs geplante Alterszentrum im Riethüsli. (Bild: Hanspeter Schiess)

Noch ist es eine verschneite Wiese, in Zukunft entsteht hier eine Baustelle fürs geplante Alterszentrum im Riethüsli. (Bild: Hanspeter Schiess)

Es hat lange gedauert, doch nun ist es definitiv: Die Christlichsoziale Wohnbaugenossenschaft St.Gallen (CWG) darf das geplante Alterszentrum im Riethüsli bauen. Die Rekursfrist ist ungenutzt verstrichen. Die Baubewilligung ist damit rechtskräftig, wie Ivan Furlan, Leiter des städtischen Amts für Baubewilligungen, bestätigt. Fünf Jahre hatte der Rechtsstreit um das Bauvorhaben gedauert. Nun findet er ein Ende.

«Wir sind total erleichtert», sagt Stefan Grob, Sprecher der Christlichsozialen Wohnbaugenossenschaft St.Gallen. Diese plant an der Demutstrasse ein langgezogenes Gebäude mit 27 Alterswohnungen. Der Standort befindet sich auf der Wiese vis-à-vis des Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrums St.Gallen.

Zermürbende fünf Jahre

2010 hatte sich die CWG des Projekts angenommen; im Dezember 2013 reichte sie ein Baugesuch ein. «Die vergangenen fünf Jahre waren zermürbend», sagt Grob im Rückblick.

«Für uns war unverständlich, dass wir solchem Gegenwind ausgesetzt waren.»

Man sei blockiert gewesen und habe lange warten müssen. Nun, da die Baubewilligung vorliegt, wolle man nichts überstürzen. «Die Bagger werden nicht gleich nächste Woche auffahren», sagt Grob. Die CWG sei noch nicht bereit, mit dem Bauvorhaben zu starten.

Zuerst müsse sie einiges klären – als erstes die Finanzierung des Baus, der rund 15 Millionen Franken kostet. Als zweites steht ein «kleiner Bodentausch» mit der Stadt an. Er wird über die Ortsbürgergemeinde St.Gallen abgewickelt, die der CWG das Grundstück im Baurecht zur Verfügung stellt. Und als drittes wird die Detailplanung in Angriff genommen. Grob rechnet mit einer Planungszeit von einem Jahr. Mit dem Bau wird also frühestens im Frühling 2020 gestartet. Wenn alles rund läuft, sollen die ersten Mieter zwei Jahre nach Baustart einziehen können.

Die Lösung mit der Spitex ist noch offen

Eine Visualisierung könne er noch keine vorlegen, sagt Grob. Das geplante Alterszentrum ist 77,5 Meter lang und erstreckt sich über fünf Etagen. Die meisten der 27 Wohnungen zählen 2,5 Zimmer. Hinzu kommt ein Gemeinschaftsraum, der auch dem Quartier zur Verfügung stehen soll.

Die künftigen Mieter müssen gemäss Beschluss der Baubewilligungsbehörde mindestens 60 Jahre alt sein. Im Alterszentrum sollen sie selbstständig wohnen, aber bei Bedarf Leistungen der Spitex in Anspruch nehmen können – zum Beispiel Pflegeleistungen, einen Einkaufs- oder Wäschedienst. Wie hoch die Mietpreise sein werden, ist noch nicht festgelegt. «Als Genossenschaft werden uns am unteren Segment der Marktpreise orientieren», sagt Grob.

In den vergangenen Jahren war von einem Spitex-Stützpunkt die Rede, der im geplanten Alterszentrum entstehen soll. Damit ist gemeint, dass die Spitex im Alterszentrum Büro- und Therapieräume mietet und vor Ort ihre Leistungen anbietet. «Das ist weiterhin unser Ziel», sagt Grob. Allerdings hätten sich die Rahmenbedingungen geändert. Die Spitex befindet sich in der Stadt im Umbruch. Bis 2021 will der Stadtrat die vier bestehenden Spitex-Vereine auflösen und eine einheitliche Spitex-Organisation einführen. Deshalb ist gemäss Grob noch offen, wie die Lösung mit der Spitex aussehen wird. Auch das müsse nun verhandelt werden.

Der Einsprecher gibt auf

Bis vor Verwaltungsgericht hatte Hansjürg Albrecht gegen das geplante Alterszentrum im Riethüsli gekämpft. Die jüngste Rekursfrist war noch nicht abgelaufen, als er sich nochmals zu Wort meldete. In einem Mail an mehrere Mitglieder der Christlichsozialen Wohnbaugenossenschaft und Bewohner des Quartiers Riethüsli kündigte Albrecht an, von weiteren Schritten abzusehen. «Meine rechtlichen Mittel sind ausgeschöpft. Ich gebe auf», schrieb er und verlieh seiner Enttäuschung Ausdruck.

Albrecht, dem ein benachbartes Grundstück gehört, stellt klar, es sei ihm «nie ums Verzögern gegangen». Er sei auch nicht gegen eine Überbauung der Parzelle. Stein des Anstosses ist für ihn die Grösse des geplanten Baus. Wiederholt sprach er von einer «Riesencremeschnitte», deren Volumen – wie er findet –massiv hätte reduziert werden können.
Albrecht hegt zudem Zweifel am geplanten Spitex-Stützpunkt. Falle dieser weg, fehle die Legitimation für einen so grossen Baukörper. Das kantonale Baudepartement und das Verwaltungsgericht kam allerdings zum Schluss, dass sich das Projekt auch ohne Spitex-Stützpunkt als zonenkonform erweist.

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