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Ein kühles Fussbad und Erfrischungstüchlein: St.Galler Altersheime rüsten sich gegen Hitze

Das Quecksilber steigt von Tag zu Tag. Dies fordert die städtischen Altersheime. Mit einfachen Tricks versuchen sie, die Bewohner vor der Hitze zu schützen. In Rotmonten können die Betagten unter anderem ihre Füsse in einem kleinen Bad abkühlen.
Christoph Renn
Obwohl Sonnenschirme Schatten spenden, essen die Bewohner des Josefhaus lieber im kühleren Esssaal. (Bild: Urs Bucher)

Obwohl Sonnenschirme Schatten spenden, essen die Bewohner des Josefhaus lieber im kühleren Esssaal. (Bild: Urs Bucher)

Die Hitze hat die Stadt St.Gallen fest im Griff. Einige Open-Air-Gänger wünschen sich bereits jetzt Regenwolken und suchen in der Sitter Abkühlung. Das Freibad Lerchenfeld platzt aus allen Nähten. Das Quecksilber fällt auch in der Nacht nicht mehr unter 20 Grad Celsius. Während viele die heissen Tage an der frischen Luft geniessen, müssen andere diese Tage primär im Haus verbringen. Die Rede ist von Bewohnern der städtischen Altersheime. Das Wetter setzt den Betagten zu. Die Heime ergreifen verschiedene Massnahmen, um die Bewohner vor der Hitze bestmöglichst zu schützen.

Der wichtigste Punkt ist, die Hitze so gut es geht aus den Häusern zu bekommen. «Das beginnt bei der Nachtwache, die schon am morgen früh das Gebäude lüftet», sagt Dorji Tsering, Geschäftsführer des Josefshauses und des Marthaheims. Auch im Pflegeheim Bruggen setzen die Mitarbeiter auf Frischluft. «Wir öffnen jeweils auf der Schattenseite die Fenster und schliessen auf der Sonnenseite die Läden», sagt Heimleiter Werner Schläpfer. Schwierig werde es dann, wenn es in der Nacht auch nicht mehr wirklich abkühle.

Keine Notfälle wegen der Hitze

Zu Notfällen ist es in den städtischen Altersheimen wegen der anhaltenden Hitze noch nicht gekommen. Dies bestätigt auch Philipp Lutz, Mediensprecher des Kantonsspitals St.Gallen:

«Aktuell ist der Betrieb im Notfall noch nicht aussergewöhnlich.»

Das könnte sich jedoch in den kommenden Wochen ändern, wenn die Hitze weiter anhalte. Gefährdet seien jedoch weniger die Bewohner der Altersheime oder der Patienten im Spital. «Diese werden gut umsorgt und gepflegt», sagt er. Problematischer sei die Hitze für jene Betagten, die alleine zu Hause wohnen, denen niemand helfe.

Die Bewohner der Altersheime und die Patienten im Kantonsspital spüren zwar die Hitze, doch noch reichen einfache Massnahmen zu Abkühlung aus. Die Altersheime Rotmonten und Riederenholz haben beispielsweise kleine Wasserbecken aufgestellt. «Dort können die Bewohnerinnen und Bewohner zur Abkühlung ein kühles Fussbad geniessen», sagt Kurt Ryser-Vogt, Heimleiter in Rotmonten. Zudem würden Erfrischungstüchlein verteilt und bei Bedarf Ventilatoren aufgestellt. Schwierig werde die Pflege hingegen bei bettlägerigen Bewohnern.

«Ich bin aber erstaunt, wie die Bewohner bisher mit der Hitze umgehen.»

Küchen setzen auf leichte Kost

Um die heissen Tage angenehm zu überstehen, haben die Altersheime ihr Menu dem Wetter angepasst. «Wir setzen in diesen Tagen auf leichtes, leicht verdauliches Essen», sagt Annamarie Rohner, stellvertretende Pflegedienstleiterin im Altersheim Riederenholz. Statt heissen Kaffe gebe es am Nachmittag Eiskaffee, statt Tee werde Sirup serviert.

In einem Punkt sind sich alle Leiter einig: Am gefährlichsten wird es, wenn die Bewohnerinnen und Bewohner zu wenig trinken. «Wir haben im ganzen Gebäude Wasserkrüge aufgestellt und erinnern die Betagten daran, dass sie genügend Flüssigkeit zu sich nehmen müssen», sagt Dorji Tsering. Besonders bei Demenzkranken sei es wichtig, sie immer wieder zu erinnern, dass sie regelmässig Wasser trinken müssen.

Es zählt der gesunde Menschenverstand

Für die Betagten in den Altersheimen gelten auch einfache Regeln. Und sie setzen auf den gesunden Menschenverstand. «Bei uns essen die Bewohner beispielsweise im Restaurant und nicht auf der sonnigen Terrasse», sagt Tsering. Sowieso seien die Bewohner angehalten, sich im Haus aufzuhalten oder nur in den frühen Morgenstunden an die frische Luft zu gehen. Im Altersheim Rotmonten gibt es laut dem Heimleiter zwei sehr bewegungsfreudige Bewohnerinnen. «Diese begleiten wir während der heissen Tage enger und erinnern sie daran, einen Hut zu tragen und sich einzucremen», sagt Kurt Ryser-Vogt.

Es sind aber nicht nur die Bewohnerinnen und Bewohner, die unter der Hitze leiden. Auch die Pflegerinnen und Pfleger spüren die sonnenreichen Tage. Für sie gelten in allen befragten Institutionen lockere Kleidervorschriften. So dürfen sie beispielsweise die Hose hochkrempeln, die Angestellten im Büro können im Altersheim Rotmonten auch mit Rock oder kurzer Hose zur Arbeit kommen. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Pflegeheim Bruggen gibt es am Nachmittag sogar eine süsse Abkühlung: Der Chef verteilt Glace.

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