Altenrheiner räumen Schutzgebiet auf

Einmal im Jahr pflegen Freiwillige in Altenrhein das Naturschutzgebiet. Um die Tiere nicht zu stören, müssen sich die Helfer an bestimmte Regeln halten.

Lisa Wickart
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Die Wassergräben dienen dem Hochwasserschutz sowie als Lebensraum. Freiwillige befreien sie vom Schilf. (Bild: Lisa Wickart)

Die Wassergräben dienen dem Hochwasserschutz sowie als Lebensraum. Freiwillige befreien sie vom Schilf. (Bild: Lisa Wickart)

Überall liegen haufenweise Sträucher, Schilf und Weiden. Im Naturschutzgebiet Altenrhein, kurz vor dem Hafen Maria Rheinhof, sind freiwillige Helfer gerade dabei, geschnittene Pflanzen zusammenzurechen und aufzusammeln. «Wenn wir das Schilf nicht entfernen, verrottet es auf dem Boden und schneidet den Pflanzen darunter die Nährstoffzufuhr ab», sagt Josef Keel, Vertreter der Ortsgemeinde Altenrhein. Der Landwirt leitet seit einigen Jahren die alljährliche Pflegeaktion, um die Biodiversität im Naturschutzgebiet zu erhalten. Vergangenen Samstagmorgen hat die Aktion erneut stattgefunden.

Bei den Aufräumarbeiten geht es darum, das Gebiet entlang der Wassergräben von den langen Schilfen und Weiden zu befreien. Die Steilufer der Gräben sind laut Keel ökologisch wertvoll und bieten einen wichtigen Lebensraum für Flora und Fauna. Hier müssen die Helfer auf Handarbeit setzten. «Das Gebiet ist maschinell nur schlecht zugänglich», sagt der Landwirt. Das gesammelte Material werde schlussendlich wiederverwertet und als Streumaterial für Vieh genutzt.

Schulklassen helfen mit

Rund 50 Helfer waren am Samstag für vier Stunden an der Aktion beteiligt. Keel lobt ihren Einsatz: «Die Freiwilligen sind uns eine riesige Hilfe.» Auch dieses Jahr haben erneut Schüler der Oberstufe Altenrhein mitgeholfen. Für sie gab es als Dankeschön einen Beitrag für die Klassenkasse. Die junge Generation solle so einen Einblick in die Pflege des Naturschutzgebiets erhalten und werde vielleicht einmal selbst die Arbeit weiterführen.

Mithelfen kann laut Keel jeder: «Für die Aufräumarbeiten braucht man keine Erfahrung.» Auch eine Altersbegrenzung gibt es nicht: Am Samstag haben sowohl Kinder ab vier Jahren als auch bis zu 80-Jährige mitgeholfen. Neben Leuten aus der Region waren auch Helfer aus dem nahen Ausland wie dem Vorarlberg an der Naturschutzaktion beteiligt.

Von Abfall bleibt das Naturschutzgebiet nicht verschont. Laut Keel mussten die Helfer dieses Jahr erneut Müll sammeln. Generell würden sich die Leute im Gebiet an die Regeln halten.

«Es gibt halt immer solche, die keinen Anstand haben»,

sagt der Landwirt. Dazu gehöre, dass Abfall auf und neben den Wegen liegen bleibe und einige Leute ihre Hunde trotz Leinenpflicht nicht anleinen. Erfreulich sei aber, dass sich die meisten Besucher an die vorgegebenen Wege halten und nicht quer durch das Gebiet gehen würden.

Amphibien und Vögel nicht stören

Da das Gebiet geschützt ist, mussten die Helfer sich an bestimmte Pflegerichtlinien halten. «Uns ist es sehr wichtig, bloss keinen Schaden an der Natur anzurichten», sagt Keel. Die wichtigste Richtlinie betrifft den Zeitpunkt. Die Aufräumarbeiten finden immer im Spätherbst statt, weil die Pflanzen Vegetationsruhe haben und sich die Tiere in der Winterphase befinden. Unter dem Jahr werden lediglich kleinere Arbeiten erledigt. «So vermeiden wir, die Amphibien und Vögel zu stören», sagt er.

Die Wassergräben sind laut Keel nicht nur für Flora und Fauna wichtig, sondern auch für die Anwohner. Denn: Die Gräben bieten Hochwasserschutz für die Wohngebiete. Dieses Jahr seien die Voraussetzungen für die Pflegeaktion besonders gut gewesen. Da es in den vergangenen Wochen so wenig geregnet habe, seien die Wassergräben trocken gewesen, was den Helfern die Arbeit erleichtert habe.