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Kerosin in der Luft und im Herzen: 10'000 Besucher bei der Eröffnung des neuen Flieger- und Fahrzeugmuseums in Altenrhein

Tausende Besucher schlenderten am Wochenende durch die Hallen des neuen Flieger- und Fahrzeugmuseums in Altenrhein und bestaunten dabei historische Flugzeuge und edle Oldtimer. Für zusätzliche Unterhaltung sorgten Flugshows.
Rudolf Hirtl
50-jährige Flugzeuggeschichte – Hunter und Vampire (vorne) im Formationsflug. (Bild: Ralph Ribi)

50-jährige Flugzeuggeschichte – Hunter und Vampire (vorne) im Formationsflug. (Bild: Ralph Ribi)

Johannes Vonier, Mitbegründer des neuen Flieger- und Fahrzeugmuseums in Altenrhein (Bild: Benjamin Manser)

Johannes Vonier, Mitbegründer des neuen Flieger- und Fahrzeugmuseums in Altenrhein (Bild: Benjamin Manser)

Nicht nur beim Flugplatz in Altenrhein, auch auf den Strassen, Plätzen und Hügeln in der Region Rorschach blicken am Samstagvormittag Menschen gebannt in den Himmel. Drei Propellermaschinen vom Flieger- und Fahrzeugmuseum in Altenrhein ziehen dort ihre Kreise. Wenn sie nach unten schiessen und nach einer engen Kurve wieder beinahe senkrecht nach oben steigen, dann lässt das Dröhnen einige sorgenvoll zusammenzucken, zumal die Piloten in Formation fliegen und sich die Flügel dabei beinahe zu berühren scheinen.

69 Bilder

Historische Flugzeuge und edle Oldtimer - die besten Bilder der Eröffnung des neuen Flieger- und Fahrzeugmuseums in Altenrhein

Johannes Vonier, Mitgründer des neuen FA-Museums, sagt:

«Diese Piloten wissen was sie tun. Sie haben während zwei Jahren dafür geübt und zudem ein spezielles Trainingslager in Mollis absolviert.»

Zudem weist Vonier auf die sehr strenge Ausbildung von Piloten hin, ehe diese vom Bundesamt für Zivilluftfahrt die Lizenz bekommen, um an Flugshows fliegen zu dürfen.

Die Begeisterung für die Fliegerei ist ungebrochen

Der «Tiger-Hunter», ein 63-jähriger Kampfjet in schwarz-gelber Lackierung.

Der «Tiger-Hunter», ein 63-jähriger Kampfjet in schwarz-gelber Lackierung.

Während Johannes Vonier dies sagt, strahlt er über das ganze Gesicht. Kein Wunder, der Andrang bei der Eröffnung des neuen Flieger- und Fahrzeugmuseums ist enorm. Die Menschenmassen erinnern an früher, als bei der alle zehn Jahre durchgeführten internationalen Bodensee Airshow jeweils über 150'000 Zuschauer gezählt wurden. Die Begeisterung für die Fliegerei war dermassen gross, dass für die IBAS 1998 vom Veranstalter für die SBB eine eigene Haltestelle auf der Strecke Rorschach-St. Margrethen direkt neben dem Flugplatz erstellt wurde und Sonderzüge aus der ganzen Schweiz dort anhielten.

Historische Maschinen starten dank gutem Wetter

Und die Begeisterung ist ungebrochen, wie die noch bis Sonntag dauernde Eröffnung mit Autofahrten und Flugshows zeigt. «Wir spüren einen extremen Goodwill bei der Bevölkerung. Dies zeigt sich auch bei den 60 freiwilligen Helferinnen und Helfern, die wir ohne grosse Mühe für den Anlass gefunden haben», sagt Johannes Vonier, der zusammen mit seinem Bruder Bernhard den Neubau mitfinanziert hat.

«Ich bin heute mit einem herrlichen Gefühl aufgestanden, denn mit der Eröffnung ist für uns ein Traum in Erfüllung gegangen. Dass wir dank des guten Wetters auch mit den historischen Maschinen fliegen können, ist umso schöner.»

Wenn Hunter und Vampire in Formation über das Flugplatzgelände donnern, dann ist das Musik in den Ohren von Aviatikfans. Der Verein gegen Fluglärm findet das Spektakel hingegen alles andere als notwendig und hat im Vorfeld gegen die Flugshow in Altenrhein protestiert. «Wir sind uns der Verantwortung durchaus bewusst», sagt dazu Johannes Vonier. «Wir machen dies ja auch nicht jährlich, sondern nur zur Eröffnung, und ausserdem haben wir nur ein minimales Flugprogramm zusammengestellt.» Er sieht das Flieger- und Fahrzeugmuseum auf einem guten Weg, zumal das Museum mit einem Chatbot ausgestattet sei, wodurch über Smartphones und Pads Informationen zu den Ausstellungsstücken abgerufen werden könnten. «Die Fliegerei kann so interaktiv erlebt werden, ohne in ein Flugzeug steigen zu müssen», betont Vonier.

Blick in die neue Ausstellung. (Bild: Rudolf Hirtl)

Blick in die neue Ausstellung. (Bild: Rudolf Hirtl)

Ein Stück Schweizer Geschichte

Auch Ernesto Maurer, Präsident der Genossenschaft Fliegermuseum, hat den Protest der Flughafengegner zur Kenntnis genommen. «Wenn ich hier auf das Gelände schaue, dann sehe ich rundum nur lachende Gesichter und eine riesige Begeisterung für die Fliegerei. Nicht nur wir haben Kerosin im Herzen, zweifellos auch viele der Besucherinnen und Besucher.»

Das grosse Interesse tue ihm persönlich gut und sei auch Ansporn dafür, sich nicht beirren zu lassen. «Es ist nicht nur ein Hobby, dem wir hier nachgehen, wir kümmern uns um ein wertvolles Stück Schweizer Geschichte.» Ernesto Maurer verweist auf die Meinungsumfrage auf «Tagblatt online», wo sich 76 Prozent der Teilnehmer für die Flugshow ausgesprochen hätten. Mit den Worten «das Resultat gibt uns recht», schnappt sich der erfahrene Pilot seinen Helm, um nur Minuten später mit einer Pilatus P7 von der Rollbahn abzuheben.

Weitere Informationen: www.ffa-museum.ch

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