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Altenrhein: Amphibien-Todesweg soll entschärft werden

Der Ifangweg in Altenrhein trennt zwei Feuchtgebiete. Pumpen, die Wasser von einer Seite auf die andere befördern, sind Todesfallen für Frösche und Kröten. Jetzt soll ein Steg helfen.
Kurt Latzer
Ein Teil des Altenrheiner Ifangwegs soll durch einen Steg ersetzt werden. Dann ist der Weg zwischen den Feuchtgebieten, die durch den Asphaltstreifen unterbrochen sind, für Amphibien wieder passierbar. (Bild: Kurt Latzer)

Ein Teil des Altenrheiner Ifangwegs soll durch einen Steg ersetzt werden. Dann ist der Weg zwischen den Feuchtgebieten, die durch den Asphaltstreifen unterbrochen sind, für Amphibien wieder passierbar. (Bild: Kurt Latzer)

Das Dorf zwischen Flugfeld, Altem Rhein und Bodensee besitzt ein national bedeutsames Naturschutzgebiet. Geschützt hinter dem Seedamm, auf dem ein Fussgängerweg zur Flussmündung führt, sind Streuewiesen, kleine, manchmal trockenliegende Tümpel und der sogenannte Seegraben zu sehen.

Und dann gibt es da den Ifangweg, dessen geteertes Band ein Feuchtgebiet durchschneidet. Dies wirkt sich laut Fachleuten auf Kleintiere, Fauna und Flora negativ aus. Um überschüssiges Wasser von der Landseite des Flachmoores auf die Seeseite zu schaffen, kommen Pumpen zum Einsatz, das Wasser fliesst dorthin über ein etwa 230 Meter langes Rohr. Amphibien und anderes Kleingetier, das sich ins Rohr verirrt, gerät in die Pumpen und kommt dort grösstenteils zu Tode.

Gut für Amphibien und Anwohner

Damit soll nun Schluss sein, wie dem Thaler Gemeindeblatt zu entnehmen ist. Das mit einem Projekt beauftragte Ökobüro Hugentobler in Altstätten sei zum Schluss gekommen, das Problem mit einem Durchbruch des Wegs und einem etwa 30 Meter langen Steg zu lösen. Laut dem Ökobüro könnte das Wasser nach dem Durchbruch des Weges wieder zirkulieren. Der Gemeinderat Thal habe dem Projekt grundsätzlich zugestimmt und die Naturschutzkommission beauftragt abzuklären, wie viel Bund, Kanton und allfällige Dritte an das Vorhaben zahlen.

Wie sich beim Besuch des Gebietes rund um den Ifangweg zeigte, täte die Gemeinde mit dem Projekt auch Anwohnern des Ifangwegs einen Gefallen. Dann sei mit den vielen Autos Schluss, «die hier vorüberfräsen», wie ein Ifangweg-Nachbar sagt. Trotz Fahrverbot (Zubringer gestattet) nutzen viele Automobilisten den Ifangweg als Abkürzung zur Rheinhofstrasse. «Dies hat sich verstärkt, seit es auf der Strasse durchs Ifang-Quartier die ‹Höger› gibt», wie ein Anwohner sagt.

Der erhöhte Ifangweg ist nicht wie ein Dam

«Es wäre schon gut, wenn da keine Autos mehr fahren könnten», sagt ein weiterer Nachbar, «für das Zügli, das im Sommer unterwegs ist, sollte aber schon Platz sein.» Und dann gibt es da noch den Hochwasserschutz. Wirkt der stellenweise leicht erhöhte Ifangweg nicht auch als Damm, wie der weiter draussen in Richtung See? «Nein, dieser Weg hat mit dem Hochwasserschutz nichts zu tun», sagt Dominik Noger, Vizepräsident der Ortsgemeinde Altenrhein.

Das Rheindelta: ein Gebiet mit grosser Vielfalt

«Das Naturschutzgebiet ist ein letzter Rest eines ursprünglich wesentlich grösseren, naturnahen Seeufers», schreibt der Rorschacher Biologe Josef Zoller. Ein Hochwasserdamm trenne das Gebiet in eine Seeuferfläche und drei landseitige Rietflächen. Bei bei den frühsommerlichen hohen Wasserständen sei die Seeuferfläche oft für Wochen überschwemmt. «In einzelnen Jahren kann die Überschwemmung auch ausbleiben», steht im Bericht.

Naturschutzgebiet von schweizerischer Bedeutung

Der Wasserhaushalt der Rietflächen werde durch Niederschläge und den Grundwasserspiegel beeinflusst, der durch eine Grundwasserpumpe reguliert wird. Das Naturschutzgebiet umfasse eine Fläche von 28 Hektaren. «Durch unterschiedliche Standortbedingungen und die traditionelle Nutzung hat sich eine Vielfalt an Pflanzen und Tieren erhalten. Daher ist das Naturschutzgebiet in den Inventaren der Flachmoore und der Amphibienlaichgebiete von schweizerischer Bedeutung aufgeführt», schrieb Josef Zoller unter dem Titel «Das Naturschutzgebiet im schweizerischen Rheindelta». (kla)

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