Als Reaktion auf die Coronakrise: Neuer Velolieferdienst für den Detailhandel in der St.Galler Innenstadt kommt deutlich früher

Stadt St.Gallen übernimmt am Anfang zwei Drittel der Kosten.

Daniel Wirth
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Der St.Galler Velokurier Samuel Gadient fährt für "Die Fliege".

Der St.Galler Velokurier Samuel Gadient fährt für "Die Fliege".

Ralph Ribi

Um die Geschäfte in der Coronakrise zu unterstützen, lanciert die Stadt St. Gallen gemeinsam mit der Agglo St. Gallen-Bodensee, Pro City St.Gallen und dem St. Galler Velokurier «Die Fliege» frühzeitig den für im Sommer geplanten Velolieferdienst viaVelo.sg.

Ab sofort steht das Angebot Geschäften in der Innenstadt zur Verfügung. Die Stadt St. Gallen finanziert zwei Drittel der Lieferkosten über den Energiefonds.

Die meisten Geschäfte bleiben vorübergehend geschlossen und die Bevölkerung ist angehalten, zu Hause zu bleiben. Viele Geschäfte in der Innenstadt kämpfen um ihre Existenz und suchen nach Alternativen, wie sie weiterhin ihre Produkte verkaufen können. Bestellungen werden via Telefon, E-Mail oder Webshop entgegengenommen.

Mit dem Velolieferdienst viaVelo.sg wird gemäss Mitteilung eine unkomplizierte und ökologische Dienstleistung angeboten. Die bestellten Waren können noch am selben Tag und im gewünschten Zeitfenster via Velo nach Hause transportiert werden.

Ein Projekt von «Zukunft St. Galler Innenstadt»

ViaVelo.sg ist ursprünglich ein Projekt von Zukunft St. Galler Innenstadt und hat zum Ziel, das Einkaufen in der Stadt zu fördern. «Geschäfte können ihrer Kundschaft einen attraktiven Lieferservice anbieten – und die Kundinnen und Kunden selbst können ohne Auto und ohne das Schleppen von schweren Taschen die Stadt unbeschwert geniessen», wird Samuel Zuberbühler, Standortförderer der Stadt St. Gallen, im Communiqué zitiert.

Samuel Zuberbühler, Standortförderer St.Gallen.

Samuel Zuberbühler, Standortförderer St.Gallen.

Ivo Scholz

Im Mittelpunkt des St.Galler Velolieferdienstes wird eine App stehen. Kundinnen und Kunden geben ihre Taschen im Geschäft ab und lösen via App die Lieferung direkt selbst aus. Die App ist in Entwicklung und die Lancierung auf Sommer 2020 geplant.

«Da wir mit den Planungen für den Dienst schon sehr weit fortgeschritten sind, insbesondere was die Abläufe betrifft, können wir dieses Angebot bereits ab sofort den Geschäften in der Innenstadt anbieten», erläutert Tobias Winiger, Projektleiter der Agglo St. Gallen-Bodensee, die vorgezogene Lancierung.

Am Anfang noch mit Online-Formular

Der einzige Unterschied sei, dass nicht die Kundschaft via App die Lieferung auslöst, sondern das Geschäft via Online-Formular. ViaVelo.sg beliefert Montag bis Freitag Adressen in der Stadt St. Gallen. Pro Lieferung – ein bis zwei Einkaufstaschen und total 20 Kilogramm – bezahlt das Geschäft fünf Franken, einen Drittel der Kosten.

«Die Stadt unterstützt die Geschäfte in dieser ausserordentlichen Situation nicht nur mit dem ab sofort funktionierenden und nachhaltigen Lieferservice, sondern finanziert auch die verbleibenden zwei Drittel der Kosten über den Energiefonds», sagt Karin Hungerbühler, Co-Leiterin der Dienststelle Umwelt und Energie. Das Angebot gilt vorübergehend, bis der Bund die Massnahmen entschärft und der Dienst mit der App lanciert werden kann.

Beispiel Manor zeigt: Die Sache funktioniert

Dass die Abläufe funktionieren, zeigt das Beispiel Manor: «Für Manor dürfen wir bereits seit zwei Wochen Einkäufe via Velo innerhalb der Stadt ausliefern. Mitarbeitende nehmen telefonisch die Bestellungen entgegen und gehen quasi für die Kunden einkaufen. Das hat sich bewährt.

«Die Kundinnen und Kunden erhalten die Bestellung noch am selben Tag», sagt Sebastian Schefer vom St. Galler Velokurier «Die Fliege».