Als einzige Gemeinde in der Region: Wittenbach will das Lokalgewerbe mit finanziellen Sofortmassnahmen unterstützen

Die Gemeinde kündigt finanzielle Sofortmassnahmen an. Damit steht Wittenbach zurzeit noch alleine da: Andere Gemeinden in der Region verzichten darauf und wollen die Massnahmen von Bund und Kanton erst einmal greifen lassen.

Fabio Fornito
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Für den Wittenbacher Gemeindepräsidenten Oliver Gröble steht fest: «Das Kleingewerbe steht finanziell unter Druck. Nun ist Solidarität mit heimischen Kleinunternehmen gefragt.» Die Gemeinde hat deshalb Sofortmassnahmen beschlossen, um das lokale Gewerbe zu unterstützen – trotz bereits angekündigter Hilfe von Bund und Kanton. Gröble:

«Es ist klar, dass die Hauptunterstützung vom Kanton und vom Bund kommt»

In einer solchen aussergewöhnlichen Situation sei aber jede noch so kleine Hilfe eine Erleichterung. Zukünftig können sich Steuerpflichtige, welche durch das Coronavirus reduzierte Einkünfte erzielen, beim Steueramt melden, um eine tiefere Ratenzahlung zu erhalten.

Oliver Gröble, Wittenbacher Gemeindepräsident.

Oliver Gröble, Wittenbacher Gemeindepräsident.

Bild: Michel Canonica

Ausserdem werden sämtliche Rechnungen des betroffenen Gewerbes auf Gesuch hin gestundet und die Gebühren für Sonntagsverkäufe und Festwirtschaftspatente ab März storniert oder zurückbezahlt. Die Gemeinde möchte mit den Massnahmen ein positives Zeichen für die Wirtschaft in Wittenbach setzen. «Nur wenn alle ihren Beitrag leisten, können wir bestmöglich helfen», so Gröble.

Andere Gemeinden verzichten auf Finanzhilfen

Im Vergleich mit anderen Gemeinden in der Region steht Wittenbach mit seinen Massnahmen allein da: Bisher hat noch keine andere Gemeinde finanzielle Soforthilfen geplant oder bereits umgesetzt. Andere Gemeinden verzichten auf Finanzhilfen «Die Gemeinde Muolen hat über die von Bund und Kanton publizierten Massnahmen hinaus keine weiteren finanziellen Hilfspakete erlassen», sagt beispielsweise der Muolener Gemeindepräsident Bernhard Keller.

Auch die Gemeinden Andwil und Waldkirch teilen auf Anfrage mit, dass zur Zeit keine finanziellen Massnahmen für das lokale Gewerbe geplant seien. Und in Gossau will man nach eigener Aussage die Massnahmen von Kanton und Bund erst einmal greifen lassen. Die Stadt prüfe aber, ob man auf Grund des Coronavirus einige Bau- und Sanierungsaufträge neu ansetzen könne, um so überbrückend wirken zu können, so Stadtpräsident Wolfgang Giella.

In Häggenschwil arbeitet die Gemeinde zur Zeit an einer Zusammenstellung von jenen Betrieben, welche noch offen haben und Kunden bedienen können. Diese Liste soll gemäss Gemeindepräsident Hans-Peter Eisenring als Gratisservice dienen. Finanzielle Massnahmen sind aber auch in Häggenschwil nicht geplant.