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Als Autos nur eine Kuriosität waren: Die Anfänge des Automobils in der Stadt St.Gallen

Es gibt wenig Themen, die die lokale Politik und Öffentlichkeit so regelmässig in Wallung versetzen wie der Autoverkehr. Das war nicht immer so: Vor 100 bis 120 Jahren waren die Motorkutschen eher eine Kuriosität sowie die Zielscheibe von Spott und Hohn.
Reto Voneschen
Eine Szene zwischen 1910 und 1920 auf der Zürcher Strasse in der Lachen. Interessant ist der Mix an Verkehrsmitteln: Neben einem Fuhrwerk und dem Tram sind vor allem Fussgängerinnen und Fussgänger unterwegs. Rechts ist das Restaurant Schönbrunn zu erkennen. Es wurde 1951 abgebrochen und durch das Haus ersetzt, in dem heute die Migros Lachen untergebracht ist. (Bilder: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen)

Eine Szene zwischen 1910 und 1920 auf der Zürcher Strasse in der Lachen. Interessant ist der Mix an Verkehrsmitteln: Neben einem Fuhrwerk und dem Tram sind vor allem Fussgängerinnen und Fussgänger unterwegs. Rechts ist das Restaurant Schönbrunn zu erkennen. Es wurde 1951 abgebrochen und durch das Haus ersetzt, in dem heute die Migros Lachen untergebracht ist. (Bilder: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen)

In der Stadt St. Gallen war August Emil Bentele 1899 der erste stolze Eigentümer einer «Benzindroschke». Das Gefährt wurde von der Bevölkerung bestaunt, hatte aber sofort auch seine Kritiker: Dies, weil es knatternd und stinkend regelmässig Panik unter den Pferden von Kutschen und Fuhrwerken auslöste. Das erste Automobil der Ostschweiz fuhr bereits ein Jahr früher Antoine Dufour in Thal.

Mit der Lieferung des Autos per Eisenbahn aus Lyon ist eine Anekdote verbunden, die der ehemalige Stadtarchivar Ernst Ziegler im Postkartenbüchlein «Kutschen, Tram und Eisenbahn» festgehalten hat: Die Lieferung war 1898 von der Zollquittung begleitet, in der der Wagen als «voiture à pétrole» deklariert wurde.

Der Bahnübergang im «Dorf» Winkeln zwischen 1912 und 1917 mit Blick von Norden nach Süden. Rechts das Restaurant Eidgenössisches Kreuz.

Der Bahnübergang im «Dorf» Winkeln zwischen 1912 und 1917 mit Blick von Norden nach Süden. Rechts das Restaurant Eidgenössisches Kreuz.

Nachdem die Motorkutsche mit Hilfe einiger Pferde ausgeladen war, wurde das bereitgestellte Petrol in den Tank gefüllt. Obwohl alle Hebel vorschriftsgemäss in Bewegung gesetzt wurden, bewegte sich das Fahrzeug aber nicht vom Fleck. Die erste Fahrt fand drei Tage später statt, nachdem ein Mechaniker aus Basel das Petroleum durch Benzin ersetzt hatte. Der Siegeszug des Autos war vorerst ein sehr langsamer. 1900 gab es in der Schweiz keine 200 Automobile. 1909 gab es in St. Gallen rund 50 dieser Gefährte. Den ersten Autocar der Stadt soll gemäss Ernst Ziegler der Gastwirt und Transportunternehmer Johann Rauch 1928 gekauft haben.

Mit Eisenbahn, Mühleggbahn und Tram

Ein Autounfall zwischen 1925 und 1930 im Riethüsli beim Haus Teufener Strasse 156. Der Wagen ist mit voller Wucht gegen das Haus geprallt.

Ein Autounfall zwischen 1925 und 1930 im Riethüsli beim Haus Teufener Strasse 156. Der Wagen ist mit voller Wucht gegen das Haus geprallt.

Das Hauptverkehrsmittel für Personen und Güter im Fernverkehr war um 1900 die Eisenbahn. Innerstädtisch waren viele Fuhrwerke und Droschken unterwegs. 1893 nahm als erstes innerstädtisches öffentliches Verkehrsmittel die Mühleggbahn ihren Betrieb auf. Seit 1897 rollte zudem eine Trambahn durch die staubigen, grösstenteils noch nicht gepflästerten oder asphaltieren Strassen auf heutigem Stadtgebiet. Ein schöner Teil der Bevölkerung war damals aber immer noch zu Fuss unterwegs.

Der Fahne am Lastwagen nach ein Vereinsausflug. Das Auto steht zwischen 1905 und 1910 vor dem Restaurant Gambrinus in der Lachen.

Der Fahne am Lastwagen nach ein Vereinsausflug. Das Auto steht zwischen 1905 und 1910 vor dem Restaurant Gambrinus in der Lachen.

In den Bildersammlungen der Stadtarchive der Ortsbürger und der Politischen Gemeinde St. Gallen finden sich viele Motive mit Verkehrsthemen. Einige der schönsten davon sind auf dieser Seite versammelt. Auch die «Verkehrsfotografien» sollen nach und nach digitalisiert und der Öffentlichkeit in einer Datenbank zugänglich gemacht werden. Anschauen kann man sich einen Teil der Bilder bereits unter www.stadtarchiv.ch im Kapitel «Online-Archivabfrage». (vre)

Am 10. Mai 1902 verunglückte bei Vonwil ein Zug. Auf der Unfallstelle sind Polizisten in Uniform und viele zivile Arbeiter im Einsatz.

Am 10. Mai 1902 verunglückte bei Vonwil ein Zug. Auf der Unfallstelle sind Polizisten in Uniform und viele zivile Arbeiter im Einsatz.

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