Als Abschiedsgeschenk an die Stadt: Rorschacher Ex-Stadtpräsident Thomas Müller wollte Nationalratspräsidentin für 1.-August-Rede buchen

Am Freitag wäre auf der Arionwiese das grosse Fest zum Nationalfeiertag gestiegen. Die Gemeinden Goldach, Rorschach und Rorschacherberg sagten die Feier frühzeitig ab. Ex-Stapi Thomas Müller organisierte bereits eine Rednerin.

Rudolf Hirtl
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Thomas Müller weiss, wie es geht. Er war Präsident des FC St.Gallen beim Meisterschaftsgewinn im Jahr 2000.

Thomas Müller weiss, wie es geht. Er war Präsident des FC St.Gallen beim Meisterschaftsgewinn im Jahr 2000.

Bild: Rudolf Hirtl

Über 2000 Leute aus Rorschach, Goldach und Rorschacherberg wären heute auf die Arionwiese gepilgert, um der Bundesfeier beizuwohnen. Daraus wird aber nichts, denn die gemeinsame 1.-August-Feier am See wurde bereits im April abgesagt. Keine Region empfängt Jahr für Jahr so hohen Besuch, wie Rorschach. Hier haben schon die BundesräteAlain Berset, Guy Parmelin, Johann Schneider-Ammann und Ignazio Cassis die Festrede gehalten. Vor Jahresfrist war es mit Bundesrätin Karin Keller-Sutter erneut ein echter Hochkaräter, der die 1.-August-Ansprache hier hielt.

Die emotionalste Rede erlebten die Besucherinnen und Besucher 2013, als der damalige Tessiner Ständeratspräsident Filippo Lombardi mit seinen euphorischen Worten im Festzelt Begeisterungsstürme auslöste. Spätestens, nachdem Lombardi «Es lebe Rorschach, es lebe die Schweiz» ins Mikrofon geschmettert hatte, war es um den Grossteil der Festbesucher geschehen. Nie wurde die Landeshymne auf der Arionwiese inbrünstiger gesungen.

Bundesräte hatten am See stets ein grosses Publikum

Hinter dem Reigen der prominenten Festredner steckt der ehemalige Rorschacher Stadtpräsident und Ex-SVP-Nationalrat Thomas Müller. Am Anfang sei das schwieriger gewesen, doch das Interesse sei mit der Aussicht gestiegen, hier vor zwei- bis dreitausend Personen sprechen zu können. «Sie wissen, dass sie hier wie Popstars empfangen werden.»

Auch dieses Jahr wäre mit Nationalratspräsidentin Isabelle Moret (FDP) eine hochkarätige Rednerin eingeladen gewesen. Die Lausannerin hatte unter dem Vorbehalt zugesagt, dass grosse Veranstaltungen am 31. Juli zulässig sind. Müller sagt:

«Isabelle Moret und ich wurden im Dezember 2006 zusammen als Mitglieder des Nationalrates vereidigt. Somit hätte sich heute für mich auch ein Kreis geschlossen.»

Es sei zwar schade, dass die Feier nicht stattfinden könne, doch selbstverständlich sei der Entscheid der Behörden zu akzeptieren.

Meisterchancen des FCSG gibt Müller nicht auf

Thomas Müller ist auch nach seinem Abschied aus der Politik ein gefragter Mann. Kürzlich verfolgte er die 0:5-Heimklatsche des FC St.Gallen gegen den FC Basel an der Seite von Fifa-Präsident Gianni Infantino. Die Frage, ob er wieder ins Fussballgeschäft einsteigen wird, liess der ehemalige Meisterpräsident der Espen mit einem vielsagenden Lächeln offen.

Gesprächiger war er Anfang dieser Woche, als er vor dem Kornhaus in Rorschach von einem TV-Team zu den Meisterchancen des FC St.Gallen befragt wurde. «Es wird schwer, aber man darf die Hoffnung nie aufgeben», sagt Müller und betont, dass die Espen schon bis anhin eine grossartige Saison gespielt hätten, egal, wie es am Ende für sie ausgehe.

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