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Nach dem Abstieg ist bei Fortitudo Gossau vor dem Aufstieg

Trotz Katerstimmung herrscht im Umfeld der Gossauer Handballer auch Optimismus. Es scheint nur ein Ziel zu geben: Den direkten Wiederaufstieg.
Johannes Wey
Fortitudo am Boden: Topscorer Lucius Graf nach dem Schlusspfiff. (Bild: Michel Canonica, 4. Mai 2019)

Fortitudo am Boden: Topscorer Lucius Graf nach dem Schlusspfiff. (Bild: Michel Canonica, 4. Mai 2019)

Nach elf Jahren verabschiedeten sich die Herren des TSV Fortitudo Gossau am Wochenende aus der Nationalliga A. Doch trotz der Enttäuschung war bereits kurz nach Abpfiff wieder Optimismus zu spüren: Franz Würth, Präsident der Handballdivision, gab den direkten Wiederaufstieg als Ziel aus. Er sei überzeugt, dass «Forti» so bald als möglich wieder in der Topliga dabei sein werde, doppelte er am Sonntag in einem Newsletter nach. Der Sport sei eben «brutal digital: Ganz am Ende gibt es nur Sieger oder Verlierer».

Die Enttäuschung ist auch im Umfeld des Vereins gross. Wirklich zu überraschen scheint es aber niemanden, dass das Team mit dem mit Abstand kleinsten Budget den Gang in die zweithöchste Liga antreten muss. «Angesichts der finanziellen Möglichkeiten grenzt es an ein Wunder, dass ‹Forti› so lange oben mitspielen konnte», sagt etwa Reinhold Strodel, Präsident der Gönnervereinigung Club 300 und langjähriger Wirt bei Heimspielen. Trotzdem sei der Abstieg eine Enttäuschung.

Die Stimmung ebbte gegen Ende ab

Der Abstieg sei eine bittere Pille, nachdem der Club elf Jahre mit kleinstem Budget Erstaunliches geleistet habe, betont auch Norbert Thaler. Er ist Leiter der städtischen Fachstelle Sport und war 13 Jahre lang Präsident der Forti­tudo-Handballer. Er wünscht dem Club einen baldigen Wiederaufstieg. Thaler macht sich keine Sorgen, dass mit dem Abstieg des sportlichen Aushängeschilds der Stadt die Unterstützung für den Masterplan Sportanlagen schwinden könnte.

«Die Sportanlagen werden über einen grösseren Zeithorizont gebaut.»

Toni Lamprecht verfolgte das entscheidende Spiel vom «Forti»-Stübli aus, wo er wie Strodel fast 19 Jahre wirkte. Just an diesem verhängnisvollen Samstag hatte er seinen letzten Einsatz. Mit der Zeit seien die sonst «sagenhaften» Fans ruhiger geworden.

Konsternierte Gesichter im Publikum. (Bild: Michel Canonica, 4. Mai 2019)

Konsternierte Gesichter im Publikum. (Bild: Michel Canonica, 4. Mai 2019)

«Irgendwann merkt man einfach, dass es nicht reicht. Ich hätte mir einen anderen Abschluss gewünscht.»

Auch er ist optimistisch hinsichtlich eines direkten Wiederaufstiegs, obwohl die Aufgabe schwierig sei. Doch auch die Nationalliga B habe ihren Reiz: «Die Mannschaft kann mehr Siege holen, nachdem sie immer gegen den Abstieg spielen musste. Vielleicht ist das gut für die Moral.»

Wie es ist, abzusteigen, weiss Lamprecht aus eigener Erfahrung. Rund 30 Jahre lang spielte er für «Forti», zehn davon in der ersten Mannschaft. «Allerdings spielten wir damals erst in der 1. und 2. Liga.»

Abstieg ein Jahr nach dem grössten Erfolg

Philipp Osvald hat den Aufstieg in die höchste Liga als Captain miterlebt. Von dieser Spielergeneration ist mit Gabriel Würth nur noch der heutige Mannschaftskapitän verblieben. Osvald verfolgte seinen ehemaligen Club in den vergangenen Jahren nicht mehr eng. Eines ist ihm aber nicht entgangen:

«Meistens war es knapp im Abstiegskampf, oft fiel das erlösende Tor erst in den letzten Sekunden.»

Nun hofft er, dass Fortitudo bald wieder aufsteigt. Eine Erschwernis könnte aus Osvalds Sicht sein, dass die Region eine «Handballhochburg» sei und mit St.Otmar ein weiterer ambitionierter Club in der Nachbarstadt zu Hause sei.

Mit dem Abstieg von Fortitudo geht auch der Status der «Unabsteigbaren» verloren. Denn die Angst vor dem Abstieg war ein treuer Begleiter der Gossauer in der Nationalliga A – mit einer Ausnahme: In der Saison 2017/2018 qualifizierten sich die Fürstenländer zum ersten Mal überhaupt für die Playoffs. Es war der grösste Erfolg der Vereinsgeschichte. Ein Jahr später verabschiedet sich der Club nun in die Nationalliga B. Fragt sich nur, für wie lange.

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