Alle Kapitel der Coronabibel verteilt, einige müssen nun aber ein zweites Mal vergeben werden

Senioren, Schüler oder Gefängnisinsassen schreiben die 1189 Bibelkapitel ab. Das Projekt der sogenannten Coronabibel soll die Verbundenheit unter den Menschen in Zeiten von Social Distancing fördern. Einige Kapitel werden ab Mittwoch ein zweites Mal zum Abschreiben vergeben.

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Ein geschriebenes Bibelkapitel.

Ein geschriebenes Bibelkapitel.

Bild: PD

Auf dem Weg zur fertigen Coronabibel ist die erste Etappe geschafft: Alle 1189 Kapitel der Bibel sind vergeben. Die unterschiedlichsten Personen und Gruppierungen beteiligen sich gemäss einer Mitteilung am Gemeinschaftswerk. Seniorinnen und Senioren, Gefängnisinsassen, aber auch Gemeinden und Schulklassen.

Lanciert hatten das Projekt Ende März Uwe Habenicht, Pfarrer der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Straubenzell St.Gallen-West, und Roman Rieger, Leiter des Cityteams der katholischen Kirche im Lebensraum St.Gallen. Durch die Arbeit an der Coronabibel wollten Habenicht und Rieger die Verbundenheit der Menschen untereinander fördern. Das sei im vollen Umfang gelungen.

Uwe Hebenicht (links) und Roman Rieger haben das Projekt initiiert.

Uwe Hebenicht (links) und Roman Rieger haben das Projekt initiiert.

Bild: Urs Bucher

Ausfallquote dürfte wenige Prozent betragen

Seit Wochen trifft Kapitel um Kapitel bei der Cityseelsorge an der Gallusstrasse ein. Jetzt schon sei klar, dass praktisch alle der vergebenen Kapitel auch eingereicht würden, sagt Habenicht. Er rechnet mit einer Ausfallquote von ein bis zwei Prozent. Diese Kapitel werden ab Mittwoch während gut einer Woche abermals vergeben. Informationen werden auf www.kathsg.ch/coronabibel und www.straubenzell.ch aufgeschaltet.

Personen und Gruppen, die sich am Projekt beteiligen, stammen aus allen Teilen der Schweiz und vielen verschiedenen Ländern. Entsprechend werden die Kapitel in verschiedenen Schweizer Dialekten verfasst, in allen europäischen und einigen afrikanischen Sprachen, aber auch auf Arabisch.

Zudem haben sich Künstlerinnen und Künstler aus ganz Europa gemeldet, die ein Deckblatt gestalten möchten. «Es hat unglaublich schöne Illustrationen. Das wird ein Augenschmaus», sagt Habenicht. 30 von 46 Deckblättern sind inzwischen vergeben. Inhaltsverzeichnisse und weitere Texte werden in einem «Skriptorium» unter Anleitung eines Kaligraphen geschrieben.

Zwei Anlässe begleiten die Coronabibel

Der Anlass findet am Mittwoch, 24. Juni, und am Donnerstag, 25. Juni, jeweils von 19 bis 21.30 Uhr statt. Die Teilnehmer lernen die frühmittelalterliche Handschrift Unizialis und schreiben noch fehlende Texte für die Coronabibel. 15 Personen können teilnehmen. Eine Anmeldung ist möglich an uwe.habenicht@ straubenzell.ch mit Betreff «Skriptorium».

Zudem eröffnet an zwei Donnerstagabenden das digitale Kaffeehaus Zum Licht. Am 11. und 18. Juni, 18.30 Uhr, gibt es gemäss Mitteilung die Möglichkeit, sich über die spirituelle Erfahrung beim Schreiben auszutauschen. Interessierte können sich per E-Mail an Uwe Habenicht mit Betreff «Kaffeehausgespräch» anmelden.

Inzwischen steht fest, dass die Coronabibel digitalisiert wird. «Wir hoffen, dass bis Herbst die digitale Ausgabe vorliegt», sagt Habenicht. Ob es neben dem Original, das nach Fertigstellung der Stiftsbibliothek übergeben wird, weitere gedruckte Ausgaben geben wird, ist noch offen.