Alle Jahre wieder und trotzdem ein Spektakel: Ein Helikopter flog heute den grossen Christbaum auf den St.Galler Klosterplatz

In St.Gallen weihnachtet es immer etwas früher als an anderen Orten. Einige Wochen vor Beginn der Adventszeit fliegt nämlich ein Tannenbaum am Helikopter baumelnd über die Stadt und landet auf dem Klosterplatz. Am Montag war es wieder soweit.

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(Bild: Hanspeter Schiess)
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(vre/stm) Letztes Jahr war der Transport der Tanne eine regelrechte Zitterpartie. Mehrmals musste der Flug wegen des dichten Nebels vertagt werden. Dieses Mal war kein Verschiebedatum nötig. Der Schwerlast-Helikopter Kamov Ka-32 der Heliswiss landete wie geplant am Montag, 12.30 Uhr, in Untereggen. Und kurz nach 14 Uhr schebte dann der grosse Christbaum über dem Klosterplatz. Die Aktion verlief von A bis Z reibungslos.

Der Baum war ursprünglich knapp 20 Meter hoch und wog etwa fünf Tonnen. Das ist auch für den Helikopter der Heliswiss etwas viel. Daher wurde die Nordmanntanne nach Angaben des kantonalen Mediendienstes so vorbereitet, dass sie nach dem Fällen nur noch etwa 15 Meter hoch war und das Maximalgewicht nicht überstieg.

Technik und Präzision faszinieren

Während der Baum in Untereggen vorbereitet wurde, versammelten sich auf dem St.Galler Klosterplatz neben einem Dutzend Arbeitern in orangen Übergwändli über 200 Schaulustige. Darunter waren viele Senioren, aber auch Grosseltern und Eltern mit kleinen Kindern. Sie sei mit ihren Enkeln schon vor einem Jahr auf dem Klosterplatz gewesen und habe beim Einfliegen des Christbaums zugeschaut. Das sei ein Spektakel, das einem nicht jeden Tag geboten werde, sagte eine Oma aus dem Osten der Stadt.

Der Helikopter schwebt über dem Klosterplatz, während Arbeiter unten versuchen, den Stamm des Christbaums ins dafür vorbereitete Betonloch zu bugsieren. (Bild: Reto Voneschen - 11. November 2019)

Der Helikopter schwebt über dem Klosterplatz, während Arbeiter unten versuchen, den Stamm des Christbaums ins dafür vorbereitete Betonloch zu bugsieren. (Bild: Reto Voneschen - 11. November 2019)

Ein frisch Pensionierter hatte sich ein paar Meter weiter aufgebaut: Er habe in einem früheren Jahr schon einmal mitgeholfen, eine Tanne für den Helitransport vorzubereiten, die Landung auf dem Klosterplatz habe er dabei natürlich nicht mitbekommen. Jetzt sei er pensioniert und habe Zeit, sich auch das noch anzuschauen. Ihn fasziniere dabei die Technik des Helikopters und die Präzision, mit der der Pilot zu Werk gehe, sagte der Mann. 

Kinderwagen möglichst weit weg parkieren

Kurz nach 14 Uhr wurde es am Himmel über dem Klosterplatz laut. Von Osten her schwebten Helikopter und Nordmanntanne übers Regierungsgebäude und die Türme der Kathedrale zum Standort des Christbaums auf dem Klosterplatz. Langsam sank der Baum der Erde entgegen. Dort hatten die Arbeiter dann Mühe, die bockende Tanne einzufangen und das untere Ende des Stamms ins dafür vorbereitete Betonloch zu bugsieren.

Den kräftigen Abwind der zwei übereinander liegenden Rotoren des Kranhelikopters bekamen auch die Schaulustigen zu spüren. Alles, was nicht niet- und nagelfest war, wurde weggeweht. Der eine oder andere konnte jetzt die vorgängige Aufforderung der Stadtpolizisten nachvollziehen, Kinderwagen möglichst weit weg vom Landeort der Tanne zu parkieren.

Schon 2004 als Christbaum angemeldet

In diesem Jahr kommt der grosse Christbaum aus Untereggen. Die 91-jährige Spenderin der Nordmanntanne will aber anonym bleiben. Die Baumspenderin pflanzte 1982 drei Tannen neben ihrem Haus. Zwei davon sind schon lange gefällt. Nur die Nordmanntanne durfte bis heute stehen bleiben. Bereits seit 2004 wartet sie auf ihren grossen Auftritt.

Die Eigentümerin der Tanne sah damals in der Zeitung den Spendenaufruf für den Christbaum auf dem Klosterplatz und meldete sich beim Verein «Weihnachten in Sankt Gallen». Der Wunsch, dass ihre Tanne als Christbaum auf dem Klosterplatz steht, geht nun in diesem Jahr tatsächlich in Erfüllung.

In zwei Wochen wird die Tanne geschmückt

Geschmückt wird der Baum voraussichtlich in der Woche vom 25. bis 29. November. Seine Lichter sollen am ersten Adventssonntag (das ist in diesem Jahr der 1. Dezember) entzündet werden. Den Rahmen dafür wird wiederum ein vorweihnachtliches musikalisches Programm sein.

Am ersten Adventssonntag wird der Christbaum erstmals im Lichterglanz erstrahlen. (Archivbild: Benjamin Manser)

Am ersten Adventssonntag wird der Christbaum erstmals im Lichterglanz erstrahlen. (Archivbild: Benjamin Manser)

Der Schmuck des grossen Christbaums kommt dieses Jahr von den Institutionen Sonnenhalde und Tandem der Gemeinnützigen- und Hilfsgesellschaft der Stadt St.Gallen (GHG). Er wurde «von Menschen mit kognitiven oder körperlichen Beeinträchtigungen» kreiert und hergestellt. Es handelt sich um Holzscheiben, die mit Sternen bemalt sind und auf die mit Bast Sternmuster gespannt wurden.

Der diesjährige Christbaumschmuck. (Bild: PD/Kanton St.Gallen)

Der diesjährige Christbaumschmuck. (Bild: PD/Kanton St.Gallen)

Reisetag für Nordmanntannen

(vre) Der Montag scheint in diesem Jahr Reisetag für Christbäume zu sein. Nicht nur in St.Gallen wurde der grosse Christbaum auf den Klosterplatz gestellt, auch in Dornbirn zügelte eine 15 Meter hohe Nordmanntanne aus einem Aussenquartier vor die Kirche St.Martin. Die 300 Meter zum neuen Standort legte der Baum mit Hilfe eines grossen Krans und eines Lastwagens zurück. Die Tanne wird jetzt in den kommenden Tagen festlich geschmückt. Zudem platziert der Forstdienst der Stadt Dornbirn in den nächsten Wochen 21 weitere Christbäume auf öffentlichen Plätzen.