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Verwirrung um Leserbrief: Wittenbachs Gemeindepräsident wirbt für Nachfolger – oder doch nicht?

In den «St.Galler Nachrichten» ist ein Leserbrief von Alfred Widmer aus Wittenbach zu den Wahlen erschienen. Es handelt sich nicht um den Gemeindepräsidenten. Dieser verlangt eine Richtigstellung.
Perrine Woodtli
Gemeindepräsident Fredi Widmer hat vermeintlich einen Leserbrief zu den Wittenbacher Wahlen in den «St.Galler Nachrichten» publiziert. (Urs Bucher)

Gemeindepräsident Fredi Widmer hat vermeintlich einen Leserbrief zu den Wittenbacher Wahlen in den «St.Galler Nachrichten» publiziert. (Urs Bucher)

Wittenbachs Gemeindepräsident Fredi Widmer staunte nicht schlecht, als er gestern Morgen die Seite 17 in den «St.Galler Nachrichten» las. Die Redaktion publizierte drei Leserbriefe zum Wahlkampf um das Wittenbacher Gemeindepräsidium – also um Fredi Widmers Nachfolge. Ein Leserbriefverfasser schreibt, dass Oliver Gröble mehr Führungs- und Fachkompetenzen aufweise als Norbert Näf (CVP) und empfiehlt den Parteilosen zur Wahl.

Absender: Alfred Widmer aus Wittenbach. In der Gemeinde gibt es aber nur einen Alfred Widmer; den Gemeindepräsidenten. Und dieser hat den Brief nicht verfasst, wie er dem «St.Galler Tagblatt» meldete.

Fredi Widmer, Gemeindepräsident Wittenbach

Fredi Widmer, Gemeindepräsident Wittenbach

«Ein Bekannter hat mich auf den Brief aufmerksam gemacht», sagt Fredi Widmer. «Weil er mich kennt, hat er aber gleich angenommen, dass nicht ich diesen geschrieben habe.» Möglicherweise machte den Bekannten die Tatsache stutzig, dass sich CVPler Fredi Widmer sich nicht hinter Parteikollege Näf stellt.

Widmer will sich nicht in Wahlkampf einmischen

Trotzdem sei die Sache natürlich verwirrend gewesen, sagt Widmer. Auch er wusste nicht, was es mit diesem Brief auf sich hat. Es wolle sich ausdrücklich davon distanzieren.

«Abgesehen davon, dass ich mit dem Inhalt des Leserbriefes nicht einverstanden bin, geht es nicht, dass sich der amtierende Gemeindepräsident so zur Wahl äussert.»

Die Wittenbacherinnen und Wittenbacher würden selbst genau hinschauen und sich für einen der beiden Kandidaten entscheiden. Er habe sich während des Wahlkampfs nie eingemischt und wolle von den Bürgern nun nicht noch falsch wahrgenommen werden. Er habe am Mittwoch zwei bis drei weitere Rückmeldungen auf den Brief erhalten, der vermeintlich aus seiner Feder stammt. «Ich bin zwar als Fredi Widmer bekannt. Jedoch wissen die Leute, dass ich Alfred heisse.»

Falsche Ortschaft genannt

Gleich nachdem Widmer den Leserbrief gelesen hatte, meldete er sich bei Mario Stäheli, dem Geschäftsleiter der «St.Galler Nachrichten» und hakte nach. War der Redaktion ein Fehler unterlaufen? Oder betreibt jemand womöglich Wahlkampf in seinem Namen?

Letzteres ist nicht der Fall. Abklärungen ergaben, dass beim Redigieren des Briefes ein Missgeschick passiert war: Es wurde die falsche Ortschaft genannt. Der Leserbriefschreiber heisst zwar ebenfalls Alfred Widmer, wohnt jedoch nicht in Wittenbach, sondern in Heiden. «So ein Fehler darf nicht passieren. Die Redaktion hat sich aber gleich bei Gemeindepräsident Fredi Widmer für den Lapsus entschuldigt», sagt Mario Stäheli auf Anfrage. Für Fredi Widmer handelt es sich um einen «fatalen Fehler», wie er sagt.

«Wir befinden uns nicht mal zwei Wochen vor der Abstimmung. Und so etwas hat keine positive Wirkung auf den Wahlkampf.»

Für ihn sei vor allem wichtig, dass die Angelegenheit nun so schnell wie möglich geklärt werde, sagt Widmer. «Innerhalb einer vernünftigen Zeit ist dies aber relativ schwierig.» Weil die «St.Galler Nachrichten» als Wochenzeitung nur jeden Mittwoch erscheinen, ist eine Richtigstellung erst in der kommenden Woche möglich.

Dieses Problem sieht auch Geschäftsleiter Mario Stäheli. «Wir werden sicher in der nächsten Ausgabe eine Korrektur veröffentlichen», sagt er. Ausserdem werde online eine entsprechende Meldung publiziert und der Fehler im E-Paper korrigiert.

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