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Ärger über Raiffeisenbank: Hans Fässler überklebt das Strassenschild vor dem Hauptsitz

Der St. Galler Historiker und ehemalige SP-Kantonsrat Hans Fässler lässt seinem Frust über die Raiffeisenbank freien Lauf. Er überklebt die Tafel auf dem Roten Platz mit seiner eigenen Version.
Christoph Renn
Hans Fässler vor der überklebten Namenstafel auf dem Roten Platz. (Bild: Christoph Renn)

Hans Fässler vor der überklebten Namenstafel auf dem Roten Platz. (Bild: Christoph Renn)

Hans Fässler schlägt wieder zu: Dieses Mal nimmt sich der St. Galler Historiker und ehemalige SP-Kantonsrat die Raiffeisenbank zur Brust: Mit einer Leiter und einem Plakat ausgerüstet, geht er auf direktem Weg zur Namenstafel des Platzes vor dem Hauptsitz der Bank. Nur wenige Minuten später hat er sie mit seiner eigenen Version überklebt: «Friedrich Wilhelm Raiffeisen würde sich im Grabe umdrehen, wenn er wüsste, was man aus seiner Bank gemacht hat.»

Mit der Aktion auf dem Roten Platz will Hans Fässler seine Enttäuschung über die Bank zum Ausdruck bringen: «Ich bin seit den 1980er-Jahren ein treuer Kunde der Bank», sagt er. Als Sozialist habe ihm der genossenschaftliche Ansatz der Raiffeisen immer zugesagt. Die Enthüllung der vergangenen Monate um Ex-Bank-Chef Pierin Vinzenz habe ihn aber verärgert. «Ich habe an die guten Vorsätze der Bank geglaubt.» Er habe gedacht, dass die Banker der Raiffeisen anständig und korrekt seien. Diese Annahme habe sich leider als Illusion herausgestellt, sagt Fässler. Er sieht den Skandal der Raiffeisenbank als Folge des Wachstums. «Ich bin der Meinung, dass auch in der heutigen kapitalistischen Zeit eine Bank auch genossenschaftlich funktionieren könnte.»

Die Aktion wird argwöhnisch beobachtet

Den Namen Raiffeisenplatz lässt Fässler stehen: «Es ist keine Umbenennungen, sondern eine Umwidmung», sagt er. Bei seiner Aktion setzt er auf eine milde Form, um seinem Frust Ausdruck zu verleihen. «Ich habe das täuschend echte Plakat lediglich mit Kleber befestigt.» Er habe keine Lust auf eine Anzeige wegen Sachbeschädigung. Auf der Rückseite seiner Tafel hat er Name und Adresse hinterlassen. Damit verbindet er eine leise Hoffnung: «Vielleicht beweist die Bank Humor und Selbstironie und wirft mein Plakat nicht gleich in den Abfall», sagt Fässler. Möglicherweise werde es sogar im Gebäude als Mahnmal für zukünftige Chefs der Bank aufgehängt.

Die Aktion verläuft an diesem Montagmorgen ruhig. Einige Mitarbeiter der Raiffeisenbank beobachten Fässler zwar verdutzt, eine Reaktion bleibt jedoch aus. Auch Sicherheitskräfte sind vor dem Raiffeisen-Hauptsitz keine zu sehen. Nur einige Touristen halten das Plakat fürs persönliche Album fest. Um 11 Uhr verlässt Fässler den Roten Platz wieder, das Plakat hängt noch.

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