Adventszeit
Grusswerkstatt auf dem Klosterplatz: St.Galler Grüsse gehen bis nach Simbabwe

Die Cityseelsorge der katholischen Kirche hat neben dem Weihnachtsbaum auf dem Klosterplatz einen Container aufgestellt. Alle, die eine Grussbotschaft an ihre Liebsten schicken möchten, dürfen dort eine Postkarte in den Briefkasten werfen.

Theepan Ratneswaran
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Mit den Postkarten werden Grüsse und Wünsche in die Welt hinaustragen mit der Botschaft: Weihnachten findet trotz Corona statt.

Mit den Postkarten werden Grüsse und Wünsche in die Welt hinaustragen mit der Botschaft: Weihnachten findet trotz Corona statt.

Bild: Theepan Ratneswaran (3. Dezember 2020)

Jährlich grüsst der St.Galler Weihnachtsbaum. Die Attraktion auf dem Klosterplatz lockt in der Adventszeit Gross und Klein aus ihrer warmen Stube. Dieses Jahr zieht dort zusätzlich ein Container die Aufmerksamkeit der Leute auf sich.

Im begehbaren Container mit Blick auf den Weihnachtsbaum dürfen Passantinnen und Passanten sich für einen Moment zurückziehen. In aller Stille können sie an einem Stehpult eine kostenlose Postkarte schreiben und in den gelben Briefkasten werfen, der täglich geleert wird.

Weihnachten findet trotz Corona statt

Benjamin Ackermann, katholischer Seelsorger

Benjamin Ackermann, katholischer Seelsorger

Bild: PD/Cityseelsorge

Der Verein Sternenstadt und die Cityseelsorge der katholischen Kirche hatten eine Idee. Die benediktinische Tradition der Schreibwerkstatt aufgreifend, ist die sogenannte «Grusswerkstatt» entstanden.

Schreiben gehöre zur Klostertradition, sagt der katholische Cityseelsorger Benjamin Ackermann. Schreiben verbinde und spende Kraft. Mit den Postkarten würden Grüsse und Wünsche in die Welt hinaustragen mit der Botschaft: Weihnachten findet trotz Corona statt.

Eine Bitte an den Himmel

«Ich finde es eine tolle Idee», sagt Passantin Barbara. Die St.Gallerin, die im Thurgau lebt, kommt jedes Jahr zum Klosterplatz, um den Weihnachtsbaum zu sehen. Sie habe die Chance nun gleich ergriffen, eine Postkarte an die Familie zu senden.

Sie ist nicht die Einzige. Am Dienstag und Mittwoch sind je 40 Grusskarten verschickt worden. Eine Karte ging bis nach Simbabwe, sagt Ackermann. Einige Anliegen gehen sogar bis in den Himmel. In den Gottesdiensten der Kathedrale und des Klosters Notkersegg werden diese jeweils im Gebet aufgenommen.

Stille Einkehr im Advent

Der Christkindlimarkt und der Weihnachtsmarkt finden dieses Jahr nicht statt. Die Standortförderung St.Gallen wollte diese vorweihnachtliche Lücke deshalb mit coronakonformen Aktionen füllen. Benjamin Ackermann und sein Team sprangen ein.

Seit drei Jahren gestaltet die Cityseelsorge jedes Jahr im Advent ein Projekt zum Thema «Stille». Mit «Popup Stille» in der Hinterlauben 10 entstand 2018 ein Ort der Ruhe inmitten des vorweihnachtlichen Trubels. Ein Jahr später verteilte die Cityseelsorge im Rahmen von «Stille to go» Ohrenstöpsel mit Verweis auf stille Inspirationen.

Kinder dürfen stempeln

Die diesjährige «stille Aktion» der Cityseelsorge, die Grusswerkstatt, findet bis zum 24. Dezember jeweils von Dienstag bis Sonntag zwischen 14 und 19 Uhr statt. Für Kinder gibt es einen separaten Tisch mit Buchstabenstempeln. Mit diesen können sie ihren Namen auf eine Karte stempeln.

Auf den drei Postkarten, die frei zur Auswahl stehen, befinden sich drei Zitate aus der Benediktsregel: Stille; ich lade dich ein; höre und du wirst ankommen.

Ein Blick von der Grusswerkstatt Richtung Kathedrale und Weihnachtsbaum.
5 Bilder
So sieht die Grusswerkstatt von innen aus.
Diese Postkarte kann um die Welt geschickt werden.
Die Kleinen dürfen hier mit den Buchstaben ihren Namen auf einem weissen Papier stempeln.
Dieser Briefkasten enthält bis zu 40 Grusskarten pro Tag und wird täglich geleert.

Ein Blick von der Grusswerkstatt Richtung Kathedrale und Weihnachtsbaum.

Bild: Theepan Ratneswaran (3. Dezember 2020)