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«Ade, Christopherus»: Die letzte Fahrt des Rorschacher Seerettungsboots

Die Seerettung Rorschach nimmt Abschied vom 35-jährigen Rettungsboot. Es kommt fortan in Kroatien zum Einsatz.
Gerhard Huber
Die Mitglieder der Seerettung Rorschach räumten das Rettungsboot Christopherus, das ausser Dienst gestellt wurde. (Bild: Gerhard Huber)

Die Mitglieder der Seerettung Rorschach räumten das Rettungsboot Christopherus, das ausser Dienst gestellt wurde. (Bild: Gerhard Huber)

Emsige Betriebsamkeit herrschte am Freitagabend am Liegeplatz der Seerettung beim Kornhaus in Rorschach. Die Rorschacher Seeretter räumten das Rettungsboot Christophorus aus. Die speziell für die Seerettung konzipierte Ausrüstung wurde von Bord getragen, Sauerstoffflaschen, Defibrillator, Wärmepackungen und vieles mehr.

Den Grund für diese Aktion erläutert Remo Pfändler, Obmann des Seerettungsdienstes: «Unser Rettungsboot ist nach 35 Jahren im Einsatz in die Jahre gekommen und würde aufgrund der veralteten Technik keine Bewilligung für den Betrieb mehr bekommen.» «Christophorus» wird aber nicht abgewrackt, sondern nach Kroatien verkauft. «Schliesslich ist dieses in einer Schweizer Werft gebaute Boot noch gut in Schuss», sagt Pfändler. «Unser neues Schiff wird derzeit in einer Werft in Norwegen fertiggestellt und bis zum Jahreswechsel ausgeliefert.»

Zahlreiche Menschen und Tiere gerettet

In den vergangenen 35 Jahren hat das Boot «Christopherus» vieles erlebt. Es hat mitgeholfen, Leben zu retten. Schon beim heute noch ungeklärten Absturz der Aero Commander 690D der Rheintalflug im Februar 1989, bei dem elf Menschen ums Leben gekommen sind, war das Rorschacher Rettungsboot im Einsatz. Im Januar 1994, als eine Cessna mit fünf Menschen an Bord über dem Bodensee vom Radarschirm verschwand, war die «Christophorus» Teil einer mehrtägigen Suchaktion bei widrigsten Wetterumständen. «Mit diesem Schiff konnte man bei jedem Wetter auf den See hinaus», sagt Pfändler. Dennoch konnten nur drei der fünf Leichen geborgen werden.

Mehrmals gerettet werden konnten Fahrer von Heissluftballonen, die im Bodensee notwassern mussten. Wobei es dabei auch zu Fehlalarmen kam, wenn die Ballons nur kurz das Wasser berührten. Was aber zu Notrufen von zufälligen Beobachtern auf dem See und am Ufer führte. Gerettet wurden auch ein Kalb und mehrere Hochlandrinder, die sich in den Bodensee verirrt hatten.

Das nunmehr ausser Dienst gestellte Rettungsboot war auch mit einer Löschpumpe bei vielen Boots- und Hafenbränden im Einsatz. So etwa vor gut fünf Jahren, als im Jägerhaus-Hafen in Altenrhein ein Feuer ausbrach, das neun Schiffe erfasste. «Die normalen Rettungseinsätze umfassten viele Suchaktionen, Leichenbergungen, Hilfe bei Schlaganfällen und Herzinfarkten von Leuten, die gerade auf See waren, und auch Hilfe bei Zusammenstössen von Booten», erinnert sich Pfändler.

Auf «Christopherus» folgt «Neptun II»

Mit den beiden Volvo-Penta-Motoren mit je 245 PS und einer Geschwindigkeit von etwa 50 km/h war «Christophorus» immer schnell zur Stelle. Und die 23 Mitglieder der Sektion Rorschach, Bootsführer, Taucher und Mannschaften, leisten in den warmen Jahreszeiten jedes Wochenende von Freitag bis Sonntagabend Pikettdienst. Bis das neue Schiff kommt, steht ihnen mit der «Neptun II» ein funktionsfähiges Rettungsboot zur Verfügung.

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