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Abtwiler Elite-Model-Siegerin Alissa Hutter: «Ich werde weiterhin bei den FCSG-Matches Bratwürste verkaufen»

Die Abtwilerin Alissa Hutter hat den «Elite Model Look»-Wettbewerb 2019 gewonnen.
Melissa Müller
Alissa Hutter ist noch ganz am Beginn ihres Model-Lebens. (Bild: Lisa Jenny)

Alissa Hutter ist noch ganz am Beginn ihres Model-Lebens. (Bild: Lisa Jenny)

Plötzlich sagen alle, sie sehe aus wie eine Puppe. Oder wie Twiggy, das Teenagermodel aus den 1960er-Jahren. Alissa Hutter erkannte ihr Spiegelbild fast nicht wieder nach ihrem ersten Fotoshooting in Zürich. «Sie stylten mich wie ein Püppchen. Meine glatten Haare verwandelten sich in eine wollige Lockenmähne. Meine Lippen, die ich nie schminke, malten sie mit dunkelrotem Lippenstift an», sagt die 16-jährige Kantischülerin. Normalerweise benutze sie nur etwas Wimperntusche, bevor sie morgens aus dem Haus gehe.

«Ich wurde wie ein Püppchen gestylt»: Im Alltag schminkt sich die Abtwilerin kaum.(Bild: Elite Model Look Switzerland/Bettina Humm)

«Ich wurde wie ein Püppchen gestylt»: Im Alltag schminkt sich die Abtwilerin kaum.
(Bild: Elite Model Look Switzerland/Bettina Humm)

Nun hat die Abtwilerin den «Elite Model Look»-Wettbewerb gewonnen. Er gilt als Sprungbrett für Models. Ehemalige Gewinner wie die Thurgauerin Lejla Hodzic und der St.Galler Benjamin Aston sind international erfolgreich.

Keine Waage im Haus

Alissa Hutter hat sich gegen 300 Bewerberinnen durchgesetzt. Die hochgewachsene, zarte junge Frau, mit blauen Kulleraugen, Zahnspange, Mittelscheitel und glatten blonden Haaren fällt auf. Sie ist 1,78 Meter gross. Wie schwer ist sie? «Keine Ahnung, wir haben zu Hause keine Waage», sagt Alissa. Ihre Mutter Nicole Hutter, die sie zum Interview begleitet, sagt:

«Sie war schon immer die grosse, dünne Alissa, so kennt man sie.»

Das liege an den Genen des Vaters, der ebenfalls gross und feingliedrig sei.

Gross und feingliedrig: Das hat Alissa Hutter vom Vater. (Bild: Lisa Jenny)

Gross und feingliedrig: Das hat Alissa Hutter vom Vater. (Bild: Lisa Jenny)

Im November darf sie ans Weltfinale, um sich mit Models aus über 30 Ländern zu messen. Finanziell sprang dabei bisher noch nichts heraus. «Ich werde weiterhin bei den FCSG-Matches Bratwürste verkaufen», sagt Alissa, die nebenbei bei einem Cateringservice jobbt. «Das ist lustig und macht mir Spass.»

Klamotten vom Flohmarkt

Findet sie sich schön? «Es wäre mir selbst nie in den Sinn gekommen, dass ich als Model Potenzial habe.» Stehen die jungen Männer bei ihr Schlange? Verlegenes Lachen. «Nein, das ist nicht so.» Sie sei «ein ganz normales Abtwiler Mädchen.» Sie mag die Bücher der Reihe «Die Tribute von Panem», betätigt sich als Pfadileiterin, trifft sich mit Freundinnen auf dem St.Galler Klosterplatz und auf Drei Weieren. Sie trägt zwei verschiedene Converse-Turnschuhe (einen weissen und einen schwarzen), die Fingernägel sind schwarz angemalt.

«Ich interessiere mich nicht für gängige Modetrends.»

Meistens ziehe sie das an, was zuoberst auf dem Stapel liege. «Marken sind mir egal». Ihre Garderobe stöbere sie auch am Flohmarkt auf, «das ist bei uns Jungen gerade ‹in›.»

In Spanien auf der Strasse entdeckt

Alissa Hutters Weg in die Welt der Models begann bei einem Sprachaufenthalt in Spanien vor einem Jahr. In Barcelona wird die 15-Jährige auf der Strasse angesprochen und in eine Modelagentur eingeladen. Der Chef der Agentur bietet ihr vom Fleck weg einen Fünfjahresvertrag an. Die Eltern, ein Banker und eine Oberstufenlehrerin, fallen aus allen Wolken. Die junge Frau muss noch die Schulbank drücken. «Aber mein Interesse am Modeln war damit geweckt.»

Zurück in der Schweiz will sie es nochmals wissen: Beim Shoppen in Zürich mit der älteren Schwester schauen die zwei spontan bei der Model-Agentur Option vorbei. «Grüezi, ich bin d’ Alissa», stellt sie sich frischfröhlich vor. Über Mittag kauft sich die Schülerin schnell einen Bikini, weil Model-Chefin Ursula Knecht sie sehen will. Dazu muss Alissa, zum ersten Mal im Leben, in hochhackigen Schuhen herumstöckeln. Die Inhaberin der Agentur begreift sofort, dass sie ein Naturtalent vor sich hat. Ursula Knecht sagt:

«Alissa hat ein Puppengesicht, einen schönen Schmollmund, eine feine Nase, ideal für Beauty-Werbung.»

Obschon die Anmeldefrist bereits verstrichen ist, schickt Knecht das Jungtalent sofort ans Finale des «Elite Model Look»-Wettbewerbs. Auch darüber sind die Eltern mehr als überrascht. «Alissa hat alles selber in die Hand genommen», sagt ihre Mutter. Obschon man oft unschöne Geschichten liest über die Modebranche – von Models, die koksen und in engen Hotelzimmern in fremden Grossstädten vereinsamen – macht sie sich keine Sorgen um ihre Tochter.

«Alissa macht ihren Weg. Sie schlägt sich durch. Und wenn etwas ist, sind wir für sie da.»

Alissa kann es immer noch nicht recht fassen, dass sie gewonnen hat. «Ich bin überwältigt.» Sie schwärmt vom «tollen Trüppchen» im Finale. Die Kandidatinnen übten eine Choreografie ein und lernten, dass man beim Modeln ernst gucken muss. Im Warenhaus Sihlcity durften die Finalistinnen Kleider von Textilfachschülerinnen vorführen. «Das war mega cool. Für mich ist alles Neuland.» Für die 16-Jährige ist noch alles ein grosses Abenteuer, fast wie ein Pfadi­lager.

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