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Abstimmung: 21 Millionen Franken für die Sanierung des Schulhauses Zil

Aussen ändert sich wenig, innen wird alles neu: Das Schulhaus Zil im Osten von St.Gallen soll für 21 Millionen Franken saniert werden. Sagen die St.Gallerinnen und St.Galler am 23. September Ja zur Abstimmungsvorlage, dürften die Bauarbeiten im Herbst 2019 starten.
Roger Berhalter
Die Architektur der 1973 eröffneten Schulanlage Zil überzeugt nach wie vor, doch verschiedene Bauelemente haben ihre Lebensdauer überschritten. (Bild: Thomas Hary)

Die Architektur der 1973 eröffneten Schulanlage Zil überzeugt nach wie vor, doch verschiedene Bauelemente haben ihre Lebensdauer überschritten. (Bild: Thomas Hary)

An der Bausubstanz liegt es nicht. «Sie ist grundsätzlich gesund, die Statik ist intakt und die Tragkonstruktion in gutem Zustand», sagte Baudirektorin Maria Pappa am Donnerstag, als sie mit Schuldirektor Markus Buschor vor den Medien die Sanierungsvorlage für das Schulhaus Zil präsentierte. Auch die Architektur der 1973 eröffneten Schulanlage überzeuge nach wie vor. Im Innern aber genügt das Schulhaus Zil gleich in dreierlei Hinsicht den heutigen Anforderungen nicht mehr:

  • Erstens haben verschiedene Bauelemente ihre Lebensdauer überschritten: Fenster, Aussentüren, Verglasungen, Sonnenschutz und Dachabdichtungen. Auch die Beleuchtung sowie die Elektro-, Sanitär- und Lüftungsanlagen sind sanierungsbedürftig.
  • Zweitens entspricht das Schulhaus nicht mehr den heutigen Gesetzen und Normen, was die Behindertengerechtigkeit, den Brandschutz, die Erdbeben- und Absturzsicherheit sowie die Energieeffizienz betrifft.
  • Drittens wird mittlerweile anders unterrichtet als vor 45 Jahren, als Frontalunterricht noch die Regel war. Heute gibt es verschiedene Unterrichtsformen, für die es unterschiedliche Räume braucht. Beispielsweise Gruppenräume, die heute im Zil kaum vorhanden sind.

Aus all diesen Gründen möchten Stadtrat und Stadtparlament das Schulhaus Zil sanieren. Der Entscheid im Parlament fiel im Februar eindeutig, ja fast einstimmig: Den 57 Ja-Stimmen stand eine einzige Nein-Stimme gegenüber. Am 23. September befindet das städtische Stimmvolk über einen Betrag von 21,02 Millionen Franken. Insgesamt kostet die Sanierung 22 Millionen, einen Projektierungskredit von 980000 Franken hat das Stadtparlament aber schon genehmigt, dieser Betrag ist nicht Bestandteil der aktuellen Abstimmungsvorlage.

Unterricht auch in den Korridoren

Den Zuschlag für die Sanierung hat das Architekturbüro Schneider-Gmür aus Winterthur erhalten. Die Architekten lassen die Fassade fast unverändert und teilen einzig die Fenster anders auf. Im Innern werden die Böden und Wände aufgefrischt, die Haustechnik und die Wasserleitungen erneuert, Türen ersetzt, und dank neuer Liftanlagen werden das Schulgebäude und der Turnhallentrakt rollstuhlgängig. Die Zimmer werden durchgehend neu angeordnet und beispielsweise nicht mehr nach Sekundar- und Realstufe sortiert, sondern nach Jahrgang. Neu wird es auch einen Mittagstisch mit Küche und Essraum geben.

Eine besondere Rolle spielen die grossen Korridore, die in Zukunft ebenfalls für den Schulbetrieb zur Verfügung stehen. Zusammen mit den Klassenzimmern bilden sie einen «multifunktionalen Raum mit lernfördernder Atmosphäre», wie es Schuldirektor Markus Buschor formuliert. Er bezeichnet die Zil-Pläne als Vorzeigeprojekt, wie man ein bestehendes Schulhaus an den neuen Lehrplan 21 und das neue Oberstufenkonzept der Stadt anpassen kann – effektiv und erst noch haushälterisch, also ohne teuren Neubau. Ein solcher würde gemäss Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2010 rund 35 Millionen Franken kosten.

Im Herbst 2020 bezugsbereit

Grösser muss das Schulhaus Zil laut Buschor nicht werden, denn Platz sei für die kommenden Jahre genug vorhanden. Zwar seien die Klassenzimmer nach heutigen Massstäben zu klein, doch zusammen mit den umgenutzten Korridoren gebe es genügend Unterrichtsraum. Sagt das Stimmvolk am 23. September Ja zur Sanierung, dürften die Bauarbeiten im Zil im Herbst 2019 starten und bis Herbst 2020 abgeschlossen sein. Der Unterricht findet währenddessen draussen statt, in einem Container-Provisorium auf dem roten Allwetterplatz. 24 Räume mit je 75 Quadratmetern sollen dort genug Platz bieten. Nur fürs Kochen müssen die Schüler ins Schulhaus Bürgli ausweichen, und zum Turnen werden sie vermehrt ins Freie gehen oder in nahe gelegene Hallen.

Bis 2026 sind alle Schulhäuser auf der Höhe der Zeit

Das Schulhaus Zil ist nicht das einzige Schulgebäude in der Stadt St.Gallen, das in den nächsten Jahren saniert wird. Mehrere städtische Schulhäuser sind in die Jahre gekommen. Der Stadtrat hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2026 alle auf den neusten Stand zu bringen. Bereits saniert und um einen Neubau ergänzt ist das Schulhaus St.Leonhard, es hat im vergangenen Sommer den Betrieb wieder aufgenommen. Als nächstes ist das Schulhaus Hebel dran, es soll von 2019 bis 2020 saniert werden. Das Schulhaus Riethüsli wird gemäss Investitionsplanung ab 2019 wieder ins Auge gefasst und soll ab 2022/23 durch einen rund 40 Millionen Franken teuren Neubau ersetzt werden. Anstelle des Schulhauses Kreuzbühl ist ab 2022 ebenfalls ein Neubau für rund 20 Millionen geplant.

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