Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Abreissen oder stehen lassen? Die Zukunft der historischen Schulhäuser in Wittenbach ist nach wie vor ungewiss

Die alten Schulhäuser auf dem Dorfhügel spalten die Meinungen der Wittenbacher. Auch die Einheitsgemeinde beschäftigt im Dorf.
Perrine Woodtli
Die beiden über 100 Jahre alten Schulhäuser auf dem Wittenbacher Dorfhügel. (Bild: Ralph Ribi (5. November 2019))

Die beiden über 100 Jahre alten Schulhäuser auf dem Wittenbacher Dorfhügel. (Bild: Ralph Ribi (5. November 2019))

Die Einheitsgemeinde, das Budget, ein Familienzentrum, Tempo 30, die alten Schulhäuser auf dem Dorfhügel. Die Wittenbacher beschäftigen derzeit mehrere Themen. Am Montag hatten sie die Gelegenheit, über diese zu diskutieren. Die politische Gemeinde und die Primarschulgemeinde haben zur Bürgerinformation geladen.

Statt zwei Stunden «Frontunterricht» gibt es Themenstände, an denen sich die Bürger nach kurzen Referaten individuell informieren können. Der Fokus soll dabei auch auf der Diskussion liegen. So kann jeder an den einzelnen Ständen sein Anliegen deponieren.

Das machen die Wittenbacher auch. Rasch versammelt sich an jedem Stand eine Gruppe. Vor allem beim Themenstand der Schulanlage Dorf tummeln sich viele Leute. Die zwei Schulhäuser und der Kindergarten beschäftigen die Gemeinde schon länger.

Ab Herbst 2020, wenn die Kinder ins Schulhaus Sonnenrain zügeln, stehen die Gebäude leer. Und dann? Damit setzt sich seit Sommer eine Arbeitsgruppe auseinander.

Gelbes Schulhaus soll öffentlich genutzt werden

Folgende Szenarien wären möglich: Abbruch der Gebäude, Sanierung durch die Gemeinde, Verkauf, Abgabe im Baurecht oder Zuwarten. «Das Problem ist, dass sich die Häuser in einer Zone für öffentliche Bauten und Anliegen befinden», sagt Gemeinderat Bruno Brovelli. Somit sei keine private Nutzung wie Gewerbe und Wohnen möglich.

«Eine Umzonung ist wegen des neuen Baugesetzes momentan aber schwierig bis unmöglich.»

Die Arbeitsgruppe kann sich im gelben Haus eine öffentliche Nutzung vorstellen, etwa eine freie Werkstatt oder Ateliers sowie Räume für Theater, Musik oder Events. Während dieses Schulhaus im Besitz der Gemeinde bliebe, könnte man das weisse Haus und den Kindergarten verkaufen oder im Baurecht abgeben.

Laut Brovelli handelt es sich um erste Gedanken. «Wir sind offen für Ideen.» Nun wolle man die Meinungen der Bürger abholen und sehen, ob sie mit der Stossrichtung einverstanden seien.

Die Umfrage am Stand zeigt: Das sind sie nicht. Jedenfalls nicht alle. Einige sind fürs Abreissen, «für einen Neuanfang», schreibt einer an die Feedback-Wand. «Kein Bedarf» und «Verkauf vorantreiben» steht daneben. Andere wollen, dass die historischen Häuser erhalten bleiben und dort «etwas Schönes entsteht». Bei den Ideen werden «Generationenhaus, Jugendräume und Grünflächen» notiert. Jemand schlägt einen Ideenwettbewerb vor.

Einige verstehen nicht, warum die Häuser nicht einfach verkauft werden, schliesslich habe man mal von etwas anderem gesprochen. Ursprünglich sah die Gemeinde vor, Parzellen auf dem Dorfhügel zu verkaufen, um das neue Schulhaus mitzufinanzieren.

Inzwischen sei man nicht mehr darauf angewiesen, so Brovelli. Dieses Argument zählt für einige nicht. Ein Mann am Stand sagt zu seinem Kollegen, er fühle sich «verarscht».

Eiltempo bei der Einheitsgemeinde

Auch am Stand nebenan wird diskutiert. Viele Bürger fragen Thomas Meister, Vizepräsident der Primarschulgemeinde, was man mit der Einheitsgemeinde spare. «Nichts», sagt er. «Die Einheitsgemeinde ist keine Sparübung. Sie schafft einheitliche Strukturen.» Einige Bürger fragen sich, ob ein Infoanlass ausreiche für dieses wichtige Thema.

Bereits am 25. November stimmen sie über die Inkorporation der Primarschulgemeinde in die politische Gemeinde ab, davon erfahren haben sie Mitte Oktober. Man sei nicht der Ansicht, die Bürger kauften die Katze im Sack, so Meister. «Wir haben die Vorgänge offengelegt und informieren heute.» Die Parteien habe man Ende September informiert.

Schulpräsidentin Ruth Keller ergänzt: «Die Einheitsgemeinde wurde immer wieder aufs Tapet gebracht. Ich denke nicht, dass die Zeit zu kurz ist für die Meinungsbildung.» Man stimme zudem zunächst nur über die Inkorporation ab. Die neue Gemeindeordnung stehe erst 2020 an.

Ein Bürger bezweifelt daraufhin, dass kaum jemand sich mit einzelnen Paragrafen auseinandersetzt, wenn er bereits Ja gesagt hat.

Familienzentrum muss zentral sein

Am wenigsten Leute hat es am Tempo-30-Stand. Grund dafür dürfte der Infoabend von letzter Woche sein. Dafür interessiert das neue Familienzentrum, das Familienwerk, das im April eröffnet. Es handelt sich um eine zweijährige Pilotphase. Das Familienwerk findet Anklang.

Doch manche fragen sich: Warum wird es im «maroden» und «alten» Kirchenzentrum Vogelherd untergebracht, statt in einem der alten Schulhäuser? Laut Gemeinderat Benjamin Gautschi ist der Standort das Problem. «Er ist nicht zentral. Damit wäre das Familienwerk zum Scheitern verurteilt.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.