Abfahrtszeiten auf einen Blick: Die VBSG statten Bushüsli mit Bildschirmen aus 

Die VBSG installieren an diversen Haltestellen Bildschirme mit Busabfahrten. Das forderte auch eine Petition.

David Gadze
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Der farbige Monitor zeigt in Echtzeit an, in wie vielen Minuten die nächsten Busse kommen.

Der farbige Monitor zeigt in Echtzeit an, in wie vielen Minuten die nächsten Busse kommen.

Bild: Benjamin Manser

Wer in der Stadt auf einen Bus wartet, sieht an vielen Haltestellen seit kurzem auf einen Blick, wann der nächste Bus kommt. Die Verkehrsbetriebe St.Gallen (VBSG) installieren in insgesamt 28 Wartehäuschen auf dem ganzen Stadtgebiet neue Abfahrtsbildschirme. Und zwar nicht die grossen «digitalen Fahrgastinformationsanzeigen» mit den gelben Buchstaben und Zahlen, die man von den «wichtigen» Haltestellen kennt, sondern kleinere Farbmonitore. Deren Installation soll bis Ende März abgeschlossen sein.

Die VBSG hatten bereits im Sommer 2019 angekündigt, diverse Haltestellen mit dieser Technik auszurüsten. Man habe in den vergangenen Monaten evaluiert, welche das sein sollen, sagt VBSG-Unternehmensleiter Ralf Eigenmann. Dabei spielten verschiedene Kriterien eine Rolle – etwa die Frequenzen, aber auch die Frage, ob es sich um eine Einstiegs- oder um eine Ausstiegshaltestelle handle.

Kein Ersatz für grosse Anzeigen

Grössere Haltestellen würden auch künftig mit den grossen Anzeigen und nicht mit Bildschirmen ausgerüstet, sagt Eigenmann. Denn für die gute Sichtbarkeit an stark frequentierten Orten müssten sie am Haltestellendach montiert sein. Dafür müssten sie wiederum wetterfest und vandalensicher sein. Das treffe auf die Bildschirme nicht zu. Deshalb müssen diese hinter Glasscheiben abgeschlossen werden können. Sie brauchen ausserdem einen separaten Strom- und Internetanschluss.

Die neuen Wartehallen verfügen über diese Technik, die alten hingegen nicht. Deshalb braucht es an jenen alten Bushüsli, die eine solche Anzeige bekommen, wetterfeste Metallkästen für die Monitore.

Dass die VBSG nicht alle Haltestellen mit solchen Bildschirmen ausrüsten, habe finanzielle Gründe, sagt Eigenmann. Die Monitore sind zwar viel billiger als die grossen Abfahrtsanzeigen – eine solche kostet mehr als 25'000 Franken, ein Bildschirm einen Bruchteil davon. Aber die Monitore an allen Wartehäuschen zu installieren, wäre gemäss Eigenmann unverhältnismässig, zumal es teilweise Tiefbauarbeiten bräuchte.

Quartierverein zeigt sich zufrieden

Mit dem Anbringen der Bildschirme nehmen die VBSG einen Wunsch aus der Bevölkerung auf. Der Quartierverein St.Fiden-Neudorf hatte 2019 beim Stadtrat eine Petition eingereicht und darin Anzeigen für die Endhaltestellen Guggeien und Stephanshorn gefordert. Mit dieser Lösung sei man zufrieden, sagt Vorstandsmitglied Ruedi Müller, zuständig für das Ressort Verkehr.

«Und wir sind froh, dass die Stadt und die VBSG so schnell reagiert haben.»

Die beiden Endstationen würden nicht nur von Anwohnerinnen und Anwohnern genutzt, sondern auch von Spaziergängern. Aber auch für ältere Personen seien elektronische Anzeigen ein Mehrwert, die Bildschirme in den Bushüsli seien sogar auf Augenhöhe.

Er habe noch keine Rückmeldungen der Quartierbevölkerung bekommen, sagt Müller – und deutet das «als gutes Zeichen in Zeiten, in denen vor allem Kritik geübt wird». Solche war vor einiger Zeit laut geworden, nachdem die VBSG im Stephanshorn eine elektronische Anzeigetafel, die sie während eines Versuchsbetriebs montiert hatten, wieder entfernten.

Wer jederzeit und überall wissen möchte, wann sein Bus (oder Zug) fährt, kann praktisch dieselbe Anzeige über die App Wemlin auf dem kleinen Bildschirm seines Smartphones abrufen. Ausserdem lassen sich solche Abfahrtsanzeigen auf der Seite pos.vbsg.ch für jede beliebige Haltestelle im Tarifverbund Ostwind selbst konfigurieren.