74 Kandidatinnen und Kandidaten wollen im September den Sprung ins Gossauer Stadtparlament schaffen

30 Sitze im Stadtparlament sind im Herbst an den Gesamterneuerungswahlen zu besetzen. Nebst 29 Bisherigen versuchen auch 45 neue Gesichter ihr Glück. Der Frauenanteil ist wie in den vergangenen Jahren eher klein.

Perrine Woodtli
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Das Gossauer Stadtparlament wird im Herbst neu gewählt. Mindestens ein neues Mitglied sitzt dann ab 2021 im Fürstenlandsaal und zückt die Stimmkarte.

Das Gossauer Stadtparlament wird im Herbst neu gewählt. Mindestens ein neues Mitglied sitzt dann ab 2021 im Fürstenlandsaal und zückt die Stimmkarte.

Urs Bucher (4. April 2019)

In rund zwei Monaten ist es so weit: Wie in allen anderen St.Galler Gemeinden wählen auch die Gossauerinnen und Gossauer am 27. September die Behörden für die Amtsdauer 2021 bis 2024 - und entscheiden somit, wer die Stadtpolitik in den kommenden vier Jahren mitgestaltet.

Für die 30 Sitze im Stadtparlament kandidieren 74 Kandidatinnen und Kandidaten - drei Personen mehr als bei den letzten Gesamterneuerungswahlen 2016.

Nie wollten so viele ins Parlament wie im Jahr 2000

Auch bei den Wahlen 2012 bewegten sich die Zahlen im ähnlichen Rahmen; damals kandidierten 72 Personen. 2008 standen 95 Kandidatinnen und Kandidaten auf den Listen, 2004 waren es 67. Am meisten Kandidaten in der Geschichte des Gossauer Parlaments gab es im ersten Jahr bei dessen Einführung 2000. Damals traten 97 Personen an.

Während Flig, SVP, CVP, SP und FDP von Anfang an jedes Jahr an den Wahlen teilnahmen, versuchten es während der letzten 20 Jahre auch immer wieder andere Parteien. So kandidierten in einigen Jahren beispielsweise auch die Piratenpartei, die Evangelische Volkspartei, die Anti-Filz-Gruppierung und der Landesring der Unabhängigen von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler.

Das Stadtparlament in Gossau wurde 2001 eingeführt.

Das Stadtparlament in Gossau wurde 2001 eingeführt.

Urs Bucher (4. April 2019)

CVP hat die längste Wahlliste

Das heutige Stadtparlament setzt sich aus 24 Männern und sechs Frauen zusammen und ist bürgerlich dominiert. Am meisten Vertreter zählen die SVP und die CVP mit jeweils neun Mitgliedern. FDP, Flig und SP werden von je vier Mitgliedern vertreten.

Die CVP Gossau-Arnegg nominiert dieses Jahr mit 19 Personen am meisten Kandidatinnen und Kandidaten. Die SVP Gossau-Arnegg, die FDP Gossau-Arnegg und die Flig Gossau stellen jeweils fünfzehn Kandidierende auf, die SP Gossau-Arnegg zehn.

Reto Mock (CVP) kandidiert als einziges Parlamentsmitglied nicht für eine weitere Amtsdauer.

Reto Mock (CVP) kandidiert als einziges Parlamentsmitglied nicht für eine weitere Amtsdauer.

Bild: PD

Unter den insgesamt 74 Kandidierenden befinden sich 29 Bisherige. Bis auf Reto Mock (CVP) treten alle Parlamentarierinnen und Parlamentarier erneut zur Wahl an. Bereits während der Legislatur gab es viele personelle Wechsel. Somit kämpfen 45 Neulinge um den Einzug ins Stadtparlament.

Auch Auswärtige versuchen ihr Glück

Ein Blick in die Wahllisten der fünf Parlamentsparteien zeigt: Die Auswahl für die Gossauer Stimmberechtigten ist bunt gemischt. Egal ob Bäcker, Landwirt, Sozialarbeiter, Vorarbeiter, Juristin, Lehrer, Pensionär oder Chiropraktorin - alles ist zu finden. Und nicht nur zahlreiche Berufe sind vertreten, sondern auch alle Altersklassen. Während Werner Bischofberger (SP/bisher) mit Jahrgang 1950 der älteste Kandidat ist, vertreten Gina Contratto (FDP/neu) und Simon Scherrer (CVP/neu), beide Jahrgang 2001, die jüngere Generation.

Unterscheiden sich die Kandidatinnen und Kandidaten hinsichtlich Beruf, Alter und politischer Einstellung, hat der Grossteil aber denselben Wohnsitz: Nahezu alle leben in Gossau. Nur vier Kandidaten leben in Gossaus nördlichem Gemeindeteil Arnegg. Drei sind zudem keine Gemeindebewohner, sondern wohnen in Degersheim, Andwil und St.Gallen.

Falls einer der Auswärtigen einen Parlamentssitz ergattert, muss der- oder diejenige bis Amtsantritt nach Gossau zügeln.

Die Männer sind nach wie vor deutlich in der Überzahl

Die meisten der heutigen Parlamentsmitglieder dürften dank ihres «Bisherigen»-Bonus wiedergewählt werden. Einige sind schon seit vielen Jahren dabei und dürfen durchaus als «alte Hasen» bezeichnet werden. Amtsältestes Mitglied ist Gallus Hälg von der SVP: Er sitzt seit 1. Januar 2005 im Parlament.

Bereits klar sein dürfte, dass das Parlament männerlastig bleibt. Der Frauenanteil im Parlament liegt aktuell lediglich bei 20 Prozent. Auch unter den 74 Kandidierenden befinden sich gerade einmal 19 Frauen, was einem Anteil von 25,7 Prozent entspricht. Im Jahr 2000 kandidierten noch 26 Frauen fürs Stadtparlament, vier Jahre später waren es 19 und 2008 wieder 26. 2012 und 2016 traten nur noch 16 und 15 Frauen an.