Pfarrer, Studentinnen und Rentner: Aus dem Wahlkreis Rorschach wollen 68 Frauen und Männer in den Kantonsrat

Im Wahlkreis Rorschach gibt es deutlich mehr Männer als Frauen, die sich um einen der zehn Sitze bewerben. Acht Listen wurden für die Wahlen am 8. März eingereicht.

Jolanda Riedener
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Nach den Wahlen im März wird sich der St.Galler Kantonsrat neu zusammensetzen.

Nach den Wahlen im März wird sich der St.Galler Kantonsrat neu zusammensetzen.

Bild: Regina Kühne

Studenten, Rentnerinnen und auch ein Pfarrer wollen am 8. März den Sprung in den Kantonsrat schaffen. Dem Wahlkreis Rorschach stehen zehn Sitze im Kantonsparlament zu. 50 Männer und 18 Frauen verteilen sich auf den acht Listen, welche die Parteien eingereicht haben.

Ähnlich viele kandidierten bereits für die vergangenen Erneuerungswahlen im Jahr 2016: Damals wollten 63 einen der zehn Sitze, davon 16 Frauen und 47 Männer. Dass sich vermehrt Frauen für ein politisches Amt interessieren sollen, ist im Vergleich mit vor vier Jahren kaum zu spüren. Während einzelne Listen ganz ohne Kandidatinnen auskommen, ist das Geschlechterverhältnis bei SP und Grünen vorbildlich ausgeglichen. Auch die FDP ist mit vier Frauen und sechs Männern auf der Liste auf gutem Weg.

Für die SVP kandidiert einzig die Kreispräsidentin Sabina Revoli. Die Tübacherin stellte sich bereits vor vier Jahren als einzige Frau auf der SVP-Liste zur Wahl. Auch EVP und GLP haben nur eine Frau auf ihrer Wahlliste – beide Parteien haben ihre Liste ausserdem nicht vollgekriegt.

Jungfreisinnige bilden eine homogene Gruppe

Bei der CVP sind es zwei Frauen auf acht Männer. Die CVP habe viele Frauen, die sich in der Region politisch engagieren. Allerdings würden sich viele nicht als Kantonsrätinnen aufstellen lassen wollen, erklärte Parteipräsident Sandro Parissenti bereits gegenüber dieser Zeitung.

Ein besonders homogenes Bild zeigt die Liste der Jungfreisinnigen: Fünf Männer zwischen 20 und 27 Jahren, alle studieren. Die jüngsten Kandidaten sind Andreas Schmid und Ilir Mustafa, beide auf der Liste der Jungfreisinnigen.

Der Jüngste ist 20, der Älteste 74 Jahre alt

Der älteste Kandidat aus dem Wahlkreis Rorschach ist der aktive Kantonsrat Mäge Luterbacher aus Steinach. Er ist 74 Jahre alt und rückte 2015 nach. Seine Berufsbeschreibung lautet aber nicht etwa pensioniert, sondern Geschäftsführer. Nur drei der Kandidaten geben Rentner oder Teilpensioniert als ihren Beruf an. Demgegenüber stehen neun Studentinnen und Studenten. Vier Personen sind bereits hauptberuflich in der Politik tätig – als Gemeinde- oder Stadtpräsident.

Der Mörschwiler Pfarrer Roger Poltéra hat sich auf Anfrage seines ehemaligen Konfirmanden für die EVP aufstellen lassen. Ein Pfarrer in der Politik, ist das kein Widerspruch? «Nein, im Gegenteil», sagt Poltéra. Geistliche hätten immer schon politisch gehandelt und zum Beispiel Spitäler oder Waisenhäuser gegründet. In seinem Alltag habe er mit verschiedensten Leuten zu tun und deshalb einen guten Überblick über die Gesellschaft.

Grüne haben doch noch eine eigene Liste eingereicht

Angekündigt hat die Partei bereits früh, sie wolle dieses Mal mit einer eigenen Liste für den Kantonsrat kandidieren. Nur die Kandidatinnen und Kandidaten fehlten noch. Mittlerweile hat die Partei vier Frauen und vier Männer, die sie in den Wahlkampf schickt. Dies sind: Richard Faust, Jeannette Losa, Giorgio Losa (alle drei aus Mörschwil), Beni Müggler (Steinach), Chantal Brülhart (Goldach), Natalie Blöchlinger (Rorschach), Delia Bartholdi (Altenrhein) und Markus Hartmeier (Rorschach).

Die Kandidatinnen und Kandidaten sind zwischen 24 und 66 Jahre alt.
In einem der kleinsten Wahlkreise sei es für kleine Parteien besonders schwierig, einen Sitz zu gewinnen, schreibt die Partei in einer Mitteilung. Gleichzeitig biete die grüne Welle der Partei die Chance, die grüne Fraktion im Kantonsrat erheblich zu stärken.