60 Ziele
Das sind die Themen, die 2023 in St.Gallen beschäftigen

Der St.Galler Stadtrat stellt seine Jahresziele vor. Nun ist klar, welche Projekte die städtische Politik 2023 beschäftigen werden.

Marlen Hämmerli
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Von links: Sonja Lüthi (Direktion Soziales und Sicherheit), Peter Jans (Direktion Technische Betriebe), Maria Pappa (Direktion Inneres und Finanzen), Mathias Gabathuler (Direktion Bildung und Freizeit), Markus Buschor (Direktion Planung und Bau).

Von links: Sonja Lüthi (Direktion Soziales und Sicherheit), Peter Jans (Direktion Technische Betriebe), Maria Pappa (Direktion Inneres und Finanzen), Mathias Gabathuler (Direktion Bildung und Freizeit), Markus Buschor (Direktion Planung und Bau).

Bild: PD/Stadt St.Gallen

Die Themen, die die Stadt 2023 beschäftigen werden, sind so vielfältig wie St.Gallen selbst. Rund 60 Ziele hat sich der Stadtrat gesteckt. Sie bilden die wichtigsten Projekte ab, die die Stadtregierung dieses Jahr angehen will. Am Dienstag stellte der Stadtrat einige davon den Medien vor.

Auch der Kultur ist dieses Jahr ein Ziel gewidmet. Vor zwei Jahren hatte die IG Kultur Ost kritisiert, die Kultur werde mit keinem Wort erwähnt. Für 2023 hat sich Stadtpräsidentin Maria Pappa vorgenommen, punkto Haus für die freie Szene einen Meilenstein zu erreichen. Ein Pilotprojekt ist gemäss den Jahreszielen vorgesehen, dafür ist aber eine Bedürfnisanalyse nötig. Um diese fertigstellen zu können, sollen nun «die nötigen Rahmenbedingungen» geschaffen werden.

Stadt will mit Kanton wegen Zentrumslasten verhandeln

Vor den Medien rückte Pappa andere Ziele in den Fokus, erstmals ging es auch um Finanzziele. Dieses Jahr will die Stadt unter anderem Verhandlungen mit dem Kanton starten zu den Zentrumslasten. Solche Ziele bleiben normalerweise unerwähnt. Der Grund: Die Vision 2030, auf die die Stadt hinarbeitet, enthält keine Finanzvisionen.

Die Zukunfts- und die Gute-Luft-Initiative beschäftigen ebenfalls. 120'000 Quadratmeter Strassenfläche sollen umgewandelt werden zu Gunsten von ÖV, Velos sowie Fussgängerinnen und Fussgängern. Ausserdem sollen 80'000 Quadratmeter zu Grünflächen werden. Hierzu wird ein Massnahmenplan erarbeitet. Erste Massnahmen daraus sollen direkt realisiert werden. So zumindest steht es in den Jahreszielen.

Stadtrat Markus Buschor hob vor den Medien aber ein anderes Projekt hervor, die Erarbeitung des Stadtraumkonzepts. Ihm sei bewusst, dass das Wort «Verdichtung» Ängste auslöse. Das Konzept soll aufzeigen, wie die Stadt mit Qualität verdichtet werden kann. Das Stadtraumkonzept ist eine Grundlage zur Überarbeitung der Bau- und Zonenordnung.

Auf die grossflächige Einführung von Tempo 30 ging Buschor nicht ein, obwohl eines der Ziele dem sogenannten «Tieftempokonzept» gewidmet ist: Dieses Jahr möchte die Stadt die nötigen Konzepte fertigstellen und mit der Umsetzung starten. Kaum ein Thema dürfte 2023 so viele Personen beschäftigen und auf so starken Widerstand stossen.

Alterswohnungen, Vielfalt in den Schulen und nachhaltiger Konsum

Stadträtin Sonja Lüthi «richtet den Scheinwerfer» dieses Jahr auf Alterswohnungen und das betreute Wohnen, wie sie selbst sagte. Die Stadt werde dieses Jahr den Bedarf abklären und mit Fachorganisationen schauen, wo es Angebote brauche.

Herkunft, Begabung, Entwicklung: Kein Schulkind gleicht dem andern. Oder wie Stadtrat Mathias Gabathuler sagte: «Vielfalt ist mehrdimensional zu denken.» Diese Vielfalt möchte die Stadt etwa mit sogenannten Lerninseln auffangen. Schülerinnen und Schüler sollen selbstständig an Projekten arbeiten oder Inhalte lernen.

Stadtrat Peter Jans hat sich einen Bereich vorgenommen, wo «der Einfluss der Stadt bescheiden ist». Der Konsum in der Stadt verursacht Treibhausgase. Doch 60 Prozent davon werden ausserhalb der Stadtgrenzen freigesetzt. Die neue Jeans im Schrank oder die Tulpen auf dem Tisch sind Beispiele. Die Stadt führt derzeit Workshops durch. Daraus würden Massnahmen abgeleitet, wie der Konsum in St.Gallen nachhaltiger werden könnte. Fernziel: eine komplett klimaneutrale Stadt.