5G strahlt in der St.Galler Innenstadt

Die ersten 5G-Mobilfunkantennen auf Stadtboden stehen auf dem «Sankt Leopard» und neben der Meitleflade.

Marlen Hämmerli
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Die Antenne auf dem Bürogebäude «Sankt Leopard» verbreitet mehrere Mobilfunkstandards, darunter 5G. (Bild: Ralph Ribi)

Die Antenne auf dem Bürogebäude «Sankt Leopard» verbreitet mehrere Mobilfunkstandards, darunter 5G. (Bild: Ralph Ribi)

Seit kurzem ist 5G auch in St.Gallen angekommen. In der Innenstadt stehen zwei Antennen, die den Mobilfunkstandard der fünften Generation verbreiten. Das geht aus einer interaktiven Karte des Bundesamts für Kommunikation (Bakom) hervor. Eine der Antennen steht auf dem Bürogebäude «Sankt Leopard», eine auf dem Haus an der Moosbruggstrasse 11, in der Nähe der Meitleflade.

Die zwei Antennen sind aufgerüstet worden und verbreiten 5G zusätzlich zu den bisherigen Mobilfunkstandards. «Es dürfen nur Antennen auf 5G aufgerüstet werden, deren Sendeleistung entsprechende Reserven auf den Anlagengrenzwert aufweisen», sagt Harry Künzle, Leiter Umwelt und Energie dazu. «Möglich ist auch, dass 2G- oder 3G-Dienste auf einer Antenne runtergefahren und dafür 5G aufgeschaltet wird.»

Ende Mai waren auf Stadtgebiet 21 Gesuche für 5G-fähige Antennen hängig. Darunter auch jene für die nun aufgerüsteten Mobilfunkantennen.

Antennen strahlen mit mittlerer Leistung

Die Antennen strahlen gemäss Bakom-Karte mit mittlerer Leistung. Das heisst die elektromagnetische Strahlung liegt zwischen 100 und 1000 Watt.

Dieser Maximalwert wird gemäss Bakom in der Regel nur während kurzer Zeit pro Tag erreicht, wenn überhaupt. So hängt im Falle von Mobilfunkstationen die abgestrahlte Leistung stark von der Anzahl gleichzeitig geführter Telefongespräche ab. 5G-Basisstationen mit adaptiven Antennen fokussieren die Strahlung zudem auf den einzelnen Nutzer. Damit wird in Richtung des Nutzers mit höherer Leistung gesendet als in die anderen Richtungen.

Auch wenn die Antennen nun zusätzlich 5G verbreiten, werden die Grenzwerte eingehalten. Derzeit liegt der Anlagengrenzwert je nach Frequenz bei vier bis sechs Volt pro Meter. Dieser Wert gilt für «Orte mit empfindlicher Nutzung», wie etwa Schulen oder Wohnungen.

Der grösste Vorteil ist die Reaktionszeit

Mit 5G sollen zunächst Download-Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabyte pro Sekunde möglich werden. Im besten Fall ermöglicht dies den Download von hochaufgelösenden Videos, selbst wenn andere Nutzer die Mobilfunkzelle nutzen.

Zudem können künftig mehr Geräte gleichzeitig Daten übertragen. Der grösste Vorteil von 5G liegt jedoch in der Reaktionszeit. Mit dem neuen Mobilfunkstandard soll diese von heute 25 bis 35 Millisekunden auf einige wenige Millisekunden sinken.

Dadurch würde eine praktisch verzögerungsfreie Kommunikation möglich. Zwar wären zum Beispiel selbstfahrende Autos auch ohne 5G möglich. Doch 5G ermöglicht es dem Autopiloten, in Echtzeit weitere Verkehrsinformationen zu beziehen. Etwa indem das Auto über das Mobilfunknetz mit anderen Autos kommuniziert und dadurch vor Gefahren gewarnt wird.