5G sorgt in Horn für rote Köpfe – Einsprecher blockieren Antennenaufrüstung auf 5G+

In der Gemeinde am See soll die 5G-Antenne der Swisscom an der Seestrasse 17 umgebaut werden. Im Dorfe regt sich nun der Widerstand: Bei der Gemeinde sind Einsprachen gegen das Baugesuch der Mobilfunkanbieterin eingegangen.

Rossella Blattmann
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In der Region werden Mobilfunkantennen aufgerüstet.

In der Region werden Mobilfunkantennen aufgerüstet.

Bild: Ralph Ribi

Eine Gefahr für die Gesundheit? Oder technologischer Fortschritt? Das Mobilfunksignal 5G sorgt für Diskussionen, auch in Horn. Die Mobilfunkstation der Swisscom an der Seestrasse 17 sendet bereits seit Dezember 2019 5G. Nun soll sie auf 5G+ aufgerüstet werden. Doch wann dies der Fall sein wird, ist unklar.

Das Baugesuch der Swisscom lag vom 5. bis 24. Juni 2020 öffentlich bei der Gemeinde Horn auf. Gemeindeschreiber Andreas Hirzel sagt:

«Es sind Einsprachen gegen Projekt eingegangen.»

Da es sich um ein laufendes Verfahren handle, könne er sich nicht weiter dazu äussern.

Stimmen aus den Dorf berichten von zwei Einsprachen. Wie diese Zeitung weiss, sammeln Dorfbewohner Unterschriften gegen 5G. Wer genau dahinter steckt, wie viele Unterschriften gesammelt wurden sowie Ziel und Zweck der Unterschriftensammler bleiben bis Redaktionsschluss unbekannt.

Aufrüstung auf 5G+

Doch was genau hat es mit dem «Umbau der bestehenden Mobilfunkanlage mit neuen Antennen» auf sich? Swisscom-Mediensprecherin Esther Hüsler sagt: «Der Ausbau ist nötig, damit das schnellere 5G+ auf 3500 MHz genutzt werden kann.» Die Grundabdeckung mit 5G laufe weiter über die herkömmliche Frequenz von 2100 MHz.

Die Gesamtleistung müsse dann den Regeln der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung des Bundesrates (NISV) genügen, die Grenzwerte für einzelne Anlage festlege, sagt Hüsler. Und:

«Sie sind an Orten, an denen sich Menschen über längere Zeit aufhalten (Orten mit empfindlicher Nutzung, oder OMEN), bis zu zehnmal strenger als von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt und in den umliegenden Ländern umgesetzt.»

Die Antennen müssten sich diese maximal zugelassene Leistung teilen, an die sich Swisscom immer und überall halte.

Unmut auch in Rorschacherberg

Horn ist nicht die einzige Gemeinde in der Region, wo das Thema 5G die Stimmung im Dorf zum Brodeln bringt. In Rorschacherberg sammelten Einsprecher innert vier Tagen 150 Unterschriften gegen eine Aufrüstung der Sunrise-Antenne beim Autobahnrastplatz Linkolnsberg von 4 auf 5G.

Die Einsprecher störten sich damals vor allem an der in ihren Augen mangelhaften Information der Gemeinde Rorschacherberg.

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